Tage der offenen Tür (29. & 30.11.2019)
Die Ortweinschule öffnet ihre Pforten

Prof. Ingolf Christian (links) und Prof. Curd Dautermann gaben mir einen kleinen Einblick in die Ausbildung an der Ortweinschule
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  • Prof. Ingolf Christian (links) und Prof. Curd Dautermann gaben mir einen kleinen Einblick in die Ausbildung an der Ortweinschule
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Der angehende junge Keramiker sitzt lässig neben dem 3D-Tondrucker, der sein zuvor am Computer mit einem 3D-Grafikprogramm designtes Werkstück anfertigt.
Ja, wo ist denn nun die Töpferscheibe??
Prof. Curd Dautermann schmunzelt: „Die SchülerInnen arbeiten gerne an der Scheibe, aber Keramik – das ist doch so viel mehr!“
Mit seinen SchülerInnen bereitet er gerade eine kleine Ausstellung vor, in der an den „Tagen der offenen Tür“ (am 29.11. von 10-18h und am 30.11. von 9-13h) gezeigt werden soll, was im Unterricht so vielfältig entsteht (von Gebrauchskeramik bis hin zu Kunstwerken) und wie die SchülerInnen der „Keramik Art Craft“ sich selbst und ihre Arbeiten, Fertigkeiten und Aufgaben sehen.
Die Ortweinschule wird als berufsbildende HTL geführt (HTBLVA) und schließt mit (Zentral-)Matura ab, aber auch mit Diplomprüfungen in den jeweiligen Fächern. Die beiden Hauptbereiche „Kunst & Design“ und „Bautechnik“ sind in weitere Richtungen unterteilt, die jungen Menschen ab der neunten Schulstufe in einer fünfjährigen Ausbildung sehr vielfältige Möglichkeiten bieten. Daneben gibt es zahlreiche Wege der Erwachsenenbildung. Wer sich dafür interessiert, ist herzlich eingeladen, bei den „Tagen der offenen Tür“ vorbeizuschauen und sich persönlich alles zeigen und erklären zu lassen. Inzwischen hat der 3D-Tondrucker die Vase vom Computerentwurf in die Realität umgesetzt und der Schüler entnimmt sie dem Drucker, der von Werkstättenleiter Prof. Ingolf Christian und Mag. Daniel Wetzelberger gebaut wurde.
Im nächsten Raum befinden sich große Elektroöfen, vor denen auf einem Arbeitstisch Keramiken auf den Schrüh- oder Rohbrand warten, zu denen sich nun die Vase gesellt. In den langen Regalen an den Seiten des Raums findet sich eine faszinierende Mischung von „Anfängerstücken“ bis hin zu Skulpturen, die in der „Meisterschule für Kunst und Gestaltung“ geschaffen wurden. Ein langer Weg wird da im Erlernen von Kunst und Kunstfertigkeit zurückgelegt, aber auch ein langer Weg in der persönlichen Entwicklung.
In den Keramiken, die sie erschaffen, zeigen die SchülerInnen ein Stück von sich selbst – von ihrer Sicht der Welt, von ihren Gedanken und Ideen. Sie schaffen etwas Bleibendes, auf das sie stolz sein können. Das Naturstudium steht am Anfang, erzählt Prof. Ingolf Christian. Eine Feder, ein Blatt… erfassen, begreifen… sich vertraut machen mit dem Material Ton, seinen Eigenschaften, den Möglichkeiten der Gestaltung… ihn mit Händen formen, frei oder auf der Töpferscheibe… Brenntechniken… Glasuren…
Prof. Curd Dautermann erklärt, wie er seine SchülerInnen an das Thema „Relief“ heranführt:“Ausgehend von Fotos werden Zeichnungen in Schwarz-Weiß angefertigt, die als Entwürfe für die Tonarbeiten dienen.“ Manchmal wird ein Motiv im Ganzen gewählt, manchmal nur ein Detail. Doch wie setzt man es nun in Ton um? Wie kann man – arbeitstechnisch – Ton auf einer Tonplatte befestigen? Wie kann – künstlerisch – ein Schmetterling seine Zweidimensionalität verlassen, um sich aus der Fläche zu erheben? Wie kann man die Krallen eines Raubvogels gestalten? Kreativität ist gefordert, ebenso Fantasie und Einfallsreichtum. Die SchülerInnen lernen, Ideen umzusetzen und alles in Wort und Bild (Fotos) zu dokumentieren – eine gute Basis für alle weiteren Projekte im Leben, egal, auf welchem Gebiet. Salz- und Pfefferstreuer verbinden Kunst, Design und Funktionalität. Klare Formen von Ying und Yang – oder lieber die zwei Hälften eines Herzens? So viele Ideen! Einer lernt vom anderen – und die Begeisterung und Freude am Tun und Erschaffen erfasst einfach alle. Manche Idee scheitert in der praktischen Ausführung. Aber gehört das Scheitern nicht auch zum Leben? Nur wer lernt, nach Misserfolgen weiterzumachen, wird im Leben den Mut zu neuen Schritten haben. Relief, Salz- und Pfefferstreuer, Monster (oder liebenswerte Wesen? ;-) ) – die Projekte werden nach und nach größer und umfangreicher und erfordern Planung, Ausdauer und Geduld. Wurden die handwerklichen Grundlagen erlernt, kann die künstlerische Arbeit selbständiger werden, bleibt aber stets vom LehrerInnenteam engagiert betreut. Der Umgang aller miteinander ist von Respekt geprägt.
Der junge Keramiker hat den 3D-Drucker neu programmiert. Er will später Kunstgeschichte studieren. Die meisten AbsolventInnen arbeiten heute im weiten Feld der „Kreativwirtschaft“, erfahre ich.
Prof. Curd Dautermann und Prof. Ingolf Christian haben mir einen ersten Einblick in die Ausbildung „Keramik Art Craft“ von „Kunst & Design“ gewährt, aber es gibt noch unglaublich viel zu entdecken…
Ich werde bestimmt bei den „Tagen der offenen Tür“ vorbeischauen! Kommen Sie auch? Sie sind in der Ortweinschule herzlich willkommen und können alles über Aufnahme an die Schule, Ausbildungsrichtungen und Möglichkeiten von den ExpertInnen vor Ort erfahren, einen Blick in die Werkstätten werfen und sich die Ergebnisse der Arbeiten anschauen. Zwei Tage, an denen man richtig neugierig sein darf :-) !

Ortweinschule: www.ortweinschule.at

Tage der offenen Tür:
Freitag, 29.11.2019, 10-18h
Samstag, 30.11.2019, 9-13h

Autor:

Ulrike Walner aus Graz

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