Gösting: Wann fällt die Mauer?

"Wann geht in Gösting wieder etwas weiter?", fragt sich nicht nur diese Walkerin vor dem gesperrten Bahnübergang.
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  • hochgeladen von Andrea Sittinger

Die Luft ist zum Schneiden an diesem Donnerstagabend im Pfarrsaal Gösting. Rund 80 Menschen haben sich hier zusammen gefunden und sie haben eines gemeinsam: Sie wollen ihrer Ärger kundtun. Ärger darüber, dass Gösting der Bezirk mit den unzufriedensten Bewohnern ist - und das ist nciht nur subjektives Empfinden sondern auch das knallharte Ergebnis des aktuellen Gesudnheitsberichts der Stadt Graz. "Wir sind das Stiefkind der Stadt", so lautet der Tenor der Bürgerversammlung.

In der Höhle des Löwen
Die Fronten sind verhärtet, dennoch sind Vertreter alle politischen Fraktionen der Einladung von Bürgerinitiativen-Leiter Wolfgang Zwangsleitner gefolgt und stellen sich der Diskussion. Schnell ist klar, dass es ein langer Abend werden wird. Die Göstinger wittern endlich ihre Chance, einmal Gehör zu finden: Die aufgelisteten Probleme beginnen in der Augasse, wo Parkplätze verschwinden und Pkw Geschwindigkeitsbeschränkungen ignorieren, gehen weiter mit fehlenden Gehwegen und reichen schließlich bis hin zur seit Jahren geplanten S-Bahnhaltestelle bei der BULME: "Die kommt doch schon seit 30 Jahren", bemerkt eine Anrainerin sarkastisch.
Ein Thema ist jedoch größer als alles Andere: die Sperre des Bahnübergangs in der Weixelbaumstraße - eine Mauer, die den Bezirk seit 2008 teilt. Eine gesamte Siedlung ist dadurch von der Infrastruktur so gut wie abgeschnitten. Schule, Kindergarten, Kirche und zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten sind nur über einen langen und gefährlichen Umweg zu erreichen. "Wann fällt die Mauer?", fragen sich die Göstinger seitdem.

Wer ist verantwortlich?
Wie so oft, ist eine Lösung für den gesperrten Bahnübergang, irgendwo zwischen Graz und Wien verloren gegangen. Erst vor einem Monat wurde von der SPÖ im Gemeinderat ein dringlicher Antrag dazu eingebracht. Eine Stellungnahme aus dem Büro von Infrastrukturministerin Doris Bures folgte postwendend: "Die ÖBB-Infrastruktur AG wäre bereit, eine Ersatzlösung mitzutragen. Treibende Kraft muss aber die Stadt Graz [...] sein. Seitens der Stadt Graz wurde 2008 die offizielle Ansicht vertreten, dass die Kosten für die Stadt Graz für eine schienenfreie Lösung zu hoch sind und daher eine ersatzlose Eisenbahnkreuzung-Auflassung durchzuführen ist." Mittlerweile gibt es auch ein Schrieben von Vizebürgermeisterin Lisa Rücker an das Ministerium. Laut Rücker "hat es seit 2008 zahlreiche Termine mit den ÖBB gegeben, die leider kein positives Ergebnis gezeitigt haben."

Am Ende der Versammlung wurden zwar alle Fragen besprochen, doch wirklich beantwortet wurde keine davon.

"Wann geht in Gösting wieder etwas weiter?", fragt sich nicht nur diese Walkerin vor dem gesperrten Bahnübergang.
Die Verkehrsproblematik in der Augasse war ebenfalls Thema in derb Bürgerversammlung.

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