Forderung
Graz: Sportwissenschafter sollen Volksschullehrer entlasten

Spaß am Sport: Im Mürztal stoßen Sportlehrer (hier vom "Bewegungsland Steiermark) bereits auf Begeisterung.
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  • Foto: Hofbauer
  • hochgeladen von Roland Reischl

Es sind zwei wesentliche Problemfelder, die hier zusammenkommen – und möglicherweise eine sinnvolle Lösung finden könnten: Einerseits bewegen sich Kinder und Jugendliche zuwenig. Anderseits klagen die (meist weiblichen) Volksschullehrer über immer stärker werdende Herausforderungen und Belastungen.

Sportwissenschafter für den Turnunterricht

Genau hier setzt eine höchst spannende Idee an, die auch bei Sport- und Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner bestens ankommt. Demnach könnten Sportwissenschafter den Turnunterricht an Grazer Volksschulen übernehmen. Drei Turnstunden sind es pro Klasse und Woche, mit einer vollen Lehrverpflichtung könnte ein Sportlehrer bis zu sieben Klassen unterrichten. Damit könnte man einem gefährlichen Trend entgegenwirken: Denn im Zuge von Evaluierungen wurde deutlich, dass etliche Lehrerinnen, trotz grundsätzlichem Interesse am Sport, diesen mit den Kindern nicht mehr entsprechend betreiben können. Daher kommt, so die Konsequenz, der Sportunterricht nachweislich nicht im vom Gesetzgeber vorgesehenen Ausmaß zustande.
Die Vorteile der "neuen Sportlehrer" liegen auf der Hand:  Erstens hätten die Kinder verlässlich drei Stunden Bewegung und Sport pro Woche mit einem adäquaten Angebot.  Zweitens wären Lehrerinnen für diesen Zeitraum für andere Aufgaben freigespielt. Und drittens würde sich der Männeranteil an Volksschulen deutlich erhöhen, im Sinne männlicher "role models" pädagogisch ein nicht unwesentlicher Aspekt.

Starke Unterstützung

Eine Pilotschule im Mürztal gibt es bereits, dort wurde ein Sportwissenschafter halbtags angestellt. Groß ist auch die Unterstützung der steirischen Sportverbände Union, ASKÖ und ASVÖ, die diese Idee als Teil ihrer strategischen Ausrichtung sehen, ebenso übrigens wie der Städtebund. Mögliche Maßnahmen wäre eine Erhebung der tatsächlichen Situation in den Volksschulen durch einen flächendeckenden anonymisierten Sport- und Bewegungstest der Lehrerinnen. Im zweiten Schritt wäre dann eine Sportlehrerausbildung für interessierte Trainer mit Übungsleiter-Ausbildung auf der pädagogischen Hochschule angedacht.

Autor:

Roland Reischl aus Graz

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