Soap & Skin: Blick ins Dunkle

Entfesselt und ekstatisch nahm "Soap&Skin" das Publikum mit in ihre düstere Klangwelt.Foto: WOCHE
  • Entfesselt und ekstatisch nahm "Soap&Skin" das Publikum mit in ihre düstere Klangwelt.Foto: WOCHE
  • hochgeladen von Steiermark WOCHE

Begeistender Emoexzess und Gänsehautstimmung bei Gedenkkonzert in der Gnaser Pfarrkirche.

"Schräg sollen sie und ihre Musik sein, haben wir gehört...", so spekulierten die vielen neugierigen Besucher in der Schlange vor dem Eingang der Gnaser Kirche. Der Shootingstar der düsteren Musik und Inszenierung - Anja Plaschg alias Soap&Skin aus Poppendorf - sorgte im speziellen Ambiente des Gnaser Gotteshauses bei einem Gedenkkonzert für ihren Vater für Gänsehautstimmung.
Alles von Gnaser Rang und Namen war gekommen: Wirtschaftstreibende, Verwandte, Musikliebhaber, einstige Lehrer, aber auch Auswärtige - sie alle waren gespannt, was sie in diesem Rahmen erwarten würde.

Tod, Schmerz, Trauer

Mit einem minutenlangen Geräuschewirrwar aus bizarren Beats und Schweinequieken aus dem Computer betrat die junge Künstlerin in einem weißen Kleid langsam schreitend die Bühne vor dem Altar und nahm im weißen Scheinwerferlicht still hinter dem Klavierflügel Platz. Die dunkle Seite des Lebens - Tod, Schmerz und Trauer - lässt die Poppendorferin in ihren unvergleichlichen Musikstil einfließen. Entsprechend düster und teils verstörend ist auch ihre Art, Musik zu entwerfen. Mit einem etwas ruhigeren Anfangsteil als bei ihrem letzten Konzert im Grazer Orpheum versetzte sie die randvolle Kirche in pures Erstaunen. Mal flüsternd gehaucht oder verzweifelt gebrüllt - bei den todtraurigen Melodien wagten die Besucher kaum zu atmen. Die abrupte Gestik der 20-Jährigen verstärkte die raue Musik. Als Kontrast rundeten die feine Backgroundstimme und ein fünfköpfiges Orchester mit Streichern und Blasinstrumenten diese emotionale Klangbedrohung wieder ab. Ständig steigender Applaus war die Folge.
Nach einem ekstatischen Abschlusslied verschwand sie, wie sie gekommen war, still und schleichend, im Dunkeln. Zurück blieb ein begeistertes, aber auch überraschtes Publikum mit neuen Fans. "Meine Musik war es nicht ganz, dafür war meine Großmutter begeistert!", resümierte eine Besucherin.
christian.knittelfelder@woche.at

Autor:

Steiermark WOCHE aus Graz

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r
Die wichtigsten Nachrichten per Push Mitteilung direkt aufs Handy! Jetzt für Deinen Bezirk anmelden!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.