Auf Kiteishvilis Spuren
Wie Tobias Schützenauer zu Dinamo Tiflis kam
- Seit Mitte November steht Tobias Schützenauer bei Dinamo Tiflis in Georgien unter Vertrag, am Wochenende stand er erstmals in einem Pflichtspiel in der Startaufstellung.
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Bis zum Jahresende hütet Tobias Schützenauer das Tor von Dinamo Tiflis, der Ex-Sturm-Keeper wagte in der georgischen Hauptstadt einen kurzfristigen Neustart. Im Gespräch mit MeinBezirk erzählt Schützenauer über das verrückte Fußballgeschäft, den georgischen Fußball und was Otar Kiteishvili mit seinem Wechsel zu tun hat.
GRAZ. Der vergangene Sommer war für Sturms Langzeit-Nummer-Zwei Tobias Schützenauer nicht einfach. Trotz Bundesligaeinsätzen in der Vorsaison und mehrerer Angebote, blieb er schlussendlich vereinslos. "Es war keine leichte Zeit, über Jahre bist du immer im Rhythmus und auf einmal sitzt du am Wochenende als Fan auf der Tribüne", erinnert sich der Profi. Im November kam dann ein Anruf von einem alten Bekannten mit der Frage: "Bist du fit? Hast du Lust?"
- Seit Juni Cheftrainer in Tiflis: Ferdinand Feldhofer.
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Der alte Bekannte war Ferdinand Feldhofer, der seit Juni Trainer des georgischen Rekordmeisters Dinamo Tiflis ist. Aufgrund einer Verletzung war der Verein auf der Suche nach einem Keeper, der bis Saisonende im Dezember aushelfen kann. Schützenauer war fit und hatte Lust.
- Feierte vor seine Zeit in Graz mit Dinamo Tiflis Erfolge: Otar Keteishvili.
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Telefonat mit "Kite"
Vor der Zusage suchte er allerdings das Gespräch mit einem alten Mannschaftskollegen, Otar Kiteishvili, der sowohl in der Jugend als auch für die Profis bei Dinamo gespielt hat. "Otar hat mir schon gesagt, dass es der größte Verein in Georgien ist", so Schützenauer. Auch sonst habe ihm der Georgier nur Gutes erzählt. "Und auf einmal saß ich im Flieger nach Georgien", erinnert sich Schützenauer. Sein Vertrag läuft nun bis Jahresende, das in Georgien gleichzeitig das Saisonende darstellt. Bis dahin gibt es vor allem mit dem Cupfinale am Donnerstag noch ein richtiges Highlight, dort wartet mit Spaeri ein Stadtrivale, allerdings aus der zweiten Liga.
- Am Donnerstag wartet mit dem Cupfinale das Saisonhighlight auf die temporäre Nummer eins der Georgier.
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Leben für den Fußball
Wie Kiteishvili spricht auch Schützenauer in höchsten Tönen von seinem neuen Verein, vom Trainingszentrum bis zu den Unterkünften sei alles top. Vor allem von den Georgiern selbst zeigt sich Schützenauer beeindruckt: "Hier lebt jeder für den Fußball." Auf und abseits des Platzes. In der Mannschaft, die mit vielen jungen georgischen Talenten gespickt ist, sei er sehr gut aufgenommen worden, dass mit Dominik Reiter ein Ex-Altach-Kollege im Kader ist, habe ebenfalls geholfen. Die ersten georgischen Wörter hat der Grazer auch schon verinnerlicht, vor allem "modi, modi", was so viel wie "gemma, gemma" heißt, sage er am Platz regelmäßig.
"Es zahlt sich wirklich aus, auch in schwierigen Zeiten dranzubleiben, das Fußballgeschäft ist nicht immer einfach, aber Fußball ist trotzdem einfach das Schönste. Es hat richtig gut getan, wieder auf dem Feld zu stehen."
Tobias Schützenauer, Torwart Dinamo Tiflis
Blick auf die Trainerbank
Wie es ab Jänner weitergeht, ist noch offen: "Wenn es für alle Seiten passt, könnte ich mir auch vorstellen, in Georgien zu bleiben", hielt Schützenauer fest. Seit Sommer arbeitete er am nächsten Karriereschritt und absolvierte die Trainerausbildung bis zu B-Lizenz, langfristig sehe er sich auf der Trainerbank, allerdings nicht als Torwarttrainer. "Ich habe im Herbst auch bei der Sturmjugend mitgeholfen, da habe ich gemerkt, dass mir das richtig Spaß macht." Bis der Weg endgültig auf die Bank führe, hat der 27-Jährige wohl noch ein paar Jährchen. In dieser Zeit ist das Motto: "So viel Input mitnehmen wie möglich."
Statement zur politischen Situation
Das Interview mit Tobias Schützenauer fand Mitte letzter Woche noch vor dem Start der Proteste, rund um die Absage zu Gesprächen über einen möglichen EU-Beitritt, statt. Die Geschehnisse seit Donnerstag sind damit in den Aussagen in keiner Form widergespiegelt.
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