Optimistisch
Wirtschaftsbund-General Kurt Egger glaubt ans "steirische Comeback"

Baut auf Qualität des Standortes Steiermark: Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger.
  • Baut auf Qualität des Standortes Steiermark: Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger.
  • Foto: WB/J. Hirtzberger
  • hochgeladen von Roland Reischl

Ein Steirer in Diensten des Wirtschaftsbundes Österreichs: Generalsekretär Kurt Egger ist die weiß-grüne Speerspitze in Wien – für die WOCHE analysiert er die Lage und den Standort Steiermark.

Die zweite Kurzarbeits-Phase neigt sich dem Ende zu – sollte diese Möglichkeit verlängert werden?
Nach dem Auslaufen Mitte September braucht es ein neues Modell mit individuellen, branchenspezifischen Lösungen. Zum einen für Bereiche, die von der Krise noch länger stark betroffen sein werden – etwa die Stadthotellerie und jene Gastronomie, die sehr von internationalen Touristen abhängt. Oder auch die Eventbranche, die lange Vorlaufzeiten hat und von der Krise besonders hart betroffen ist. Zum Zweiten geht es um Unternehmen, die die Auswirkungen der Krise eventuell erst später spüren, wie Betriebe im produzierenden Bereich mit hohem Exportanteil. Über diese neue Kurzarbeit laufen derzeit Gespräche auf Sozialpartnerebene. Ich denke, dass es hier in den nächsten Tagen eine gute Lösung geben wird.

Wie stehen Sie zur Forderung nach Arbeitszeitverkürzung?
Eine generelle Arbeitszeitverkürzung lehne ich ab. Das von der SPÖ vorgeschlagene Modell ist keine Lösung, wenn 87 Prozent der österreichischen Unternehmen angeben, den Fachkräftemangel zu spüren. Woher sollen die zusätzlichen Fachkräfte plötzlich kommen? Es sind zu Recht nicht alle in der SPÖ zufrieden mit diesem ständigen Aufkochen alter Ideen, wie auch der burgenländische Landeshauptmann Doskozil  zu erkennen gegeben hat. In bereits herausfordernden Zeiten entstehen durch solche Diskussionen nur weitere Verunsicherungen unter jenen, die Arbeitsplätze schaffen.

Was schlagen Sie vor?
Vielmehr braucht es eine Entlastung, damit Unternehmer Arbeitsplätze schaffen können. Auch richtige Impulse, wie Investitionen in Digitalisierung und Technologisierung, sowie die Stärkung der dualen Ausbildung können zur Entspannung am Arbeitsmarkt beitragen und künftige Arbeitskräfte sicherstellen.

Zurück in die Steiermark – was macht uns aus?  

Kein anderes österreichisches Bundesland bringt derart viele innovative Produkte und Dienstleistungen auf den Markt wie die Steiermark. Grund dafür sind neben einer hervorragenden Ausbildungs-, Forschungs- und Unternehmenslandschaft vor allem die Menschen im Land. So ist die Dichte qualifizierter Fachkräfte im europäischen Vergleich bemerkenswert hoch.

Unsere Stärkefelder?
Neben den starken Familienbetrieben sind es die innovativen Wirtschaftszentren. So ist das Green Tech Valley das globale Zentrum für innovative Energie- und Umwelttechnik. Der Holzcluster Steiermark wiederum verbindet im waldreichsten Bundesland Österreichs Tradition mit Neugier nach dem Motto: Neues machbar machen. Der Humantechnologie-Cluster erforscht aktives und gesundes Altern – die Steiermark ist europaweit eine Vorzeigeregion, dies ist in Hinblick auf die immer älter werdende Gesellschaft eines der Zukunftsthemen. Dieser Drive wird auch in Zukunft Garant für unseren Erfolg sein.

Wie können wir das wirtschaftliche Leben in der Steiermark wieder ankurbeln?
Um die steirische Wirtschaft bestmöglich zu stärken und durch die Krise zu führen braucht es regionale wie auch bundesweite Maßnahmen. Auf Bundesebene unterstützt die gezielte Förderung von regionalen Produkten, aber auch auf regionaler Ebene kann jeder seinen Beitrag leisten: Durch unseren regionalen Einkauf stärken wir unsere Unternehmer in dieser Krise und sichern zeitgleich den Arbeitsplatz unseres Nachbarn.

Wie helfen Bund und Land?
Die Landesregierung hat durch Aufstockungen der Gelder aus dem Bund bereits einen ersten wichtigen Schritt gesetzt. Auf Bundesebene werden die steirischen Betriebe durch eine Vielzahl von Maßnahmen unterstützt, unter anderem etwa durch eine Investitionsprämie von 7 Prozent bei Neuinvestitionen. In den Bereichen Digitalisierung, Ökologisierung, Gesundheit und Life-Science wird die Investitionsprämie von 7 auf 14 Prozent verdoppelt, was steirischen Betrieben zugutekommt und für einen zusätzlichen Aufschwung sorgt. Wir dürfen zuversichtlich sein, dass uns gemeinsam ein starkes steirisches Comeback gelingen wird.

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