20.10.2014, 15:03 Uhr

Der erste Kuss in Graz – ein perfekter Tag mit Mentalist Manuel Horeth

Vor 24 Jahren saß hier im Stadtpark noch eine junge Dame an Manuel Horeths Seite. (Foto: geopho.com)

Den Salzburger verbindet eine ganz besondere Erinnerung mit Graz.

Zwei weiße Plastikbecher, unter einem ein harmloser Holzklotz, unter dem anderen ein etwa fünf Zentimeter langer, spitzer Nagel. Drei der ursprünglich fünf Becher hat Manuel Horeth schon mittels Schlag darauf "eliminiert" – wäre er falsch gelegen, hätte der Mentalist, der bei der "Pro Sieben"-Sendung "The Next Uri Geller" bekannt wurde, den Nagel jetzt in seiner Hand stecken. Doch die Chancen beim nächsten Mal daneben zu hauen, stehen jetzt schon bei 50 zu 50. Die Situation ist angespannt – und Horeth ganz in seinem Element.

20.000 Entscheidungen
Doch eigentlich ist der Salzburger gar nicht in Graz, um Becher zu zerschlagen. Er bereitet den Start seines neuen Programms "Mythos – der Flügelschlag eines Schmetterlings" vor, das am 8. November im Orpheum Premiere feiern wird.
"Jeder von uns trifft 20.000 Entscheidungen am Tag, viele davon unbewusst – und alle können bedeutende Auswirkungen haben. In der Show geht es darum, diese Entscheidungen zu beeinflussen, ohne dass es der Zuschauer merkt", erklärt Horeth.
Er selbst musste aber von niemandem beeinflusst werden, um nach Graz zu kommen: Zielstrebig geht er auf eine Bank im Stadtpark zu: "Hier muss es gewesen sein", schwelgt der heute 36-Jährige in Erinnerungen. "Ich war mit 12 Jahren auf Landschulwoche an der HIB Liebenau und habe hier meinen ersten Kuss bekommen. Das sind schöne Erinnerungen."

Viel Charme

Aber auch sonst fühlt sich der Salzburger wohl in der Stadt. Vor allem das Orpheum hat es ihm angetan: "Es gibt in Österreich nicht viele Locations mit so einem Charme. Außerdem erinnert mich das Orpheum an das Varieté, in dem ich vor 15 Jahren zum ersten Mal einen Mentalisten gesehen habe." Bei einem Altstadtspaziergang genießt Horeth außerdem gerne einen Caffè Latte beim "Martin Auer" in der Schmiedgasse. Immer wieder schauen dem Mentalisten auf seinem Weg durch Graz auch Leute nach: "Ist er das?", scheinen ihre Blicke dabei zu sagen. "Es kommt schon vor, dass mich Leute ansprechen und das freut mich natürlich", so Horeth. "Es ist aber schwierig, aus dem Stegreif etwas zu zeigen: Ich brauche das richtige Umfeld, damit es funktioniert." Ob er nicht trotzdem schnell etwas zeigen kann?
Wo ist der Nagel?
Und damit wären wir auch wieder bei zwei weißen Plastikbechern und dem Problem mit dem Nagel: die Situation ist angespannt – und Horeth ganz in seinem Element. Allerdings liegt es jetzt nicht mehr an ihm, die richtige Wahl zu treffen: der Autor dieser Zeilen ist gefragt und muss darauf vertrauen, von Horeth so manipuliert worden zu sein, dass er nicht mit einem Nagel in der Hand endet – kein besonders angenehmes Gefühl, aber für einen Rückzieher ist es wohl zu spät. "Ist das auch wirklich der richtige Becher?", fragt Horeth. Für eine Antwort bleibt allerdings keine Zeit: seine Hand fährt aus, ein kurzer Schreck – und unsere Hände zerdrücken gemeinsam den letzten Becher.

Zur Person

Geboren am 18. Februar 1978 in Salzburg
Belegte bei "The Next Uri Geller" den zweiten Platz.
Hatte mit "Manuel Horeth – Der Mentalist" seine eigene Show auf "ORF 1".
Tritt am 8. November im Orpheum auf.
Info: www.manuelhoreth.at
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