30.06.2016, 07:30 Uhr

Mund halten, Platten spielen

Ausgezeichnet: Christiane Stöckler erhielt den Radiopreis als beste Moderatorin Österreichs. (Foto: Jessner)

Christiane Stöckler ist die beste Radiomoderatorin des Landes, Seglerin und nur mehr halbe Städterin.

Gerade einmal zwei Wochen war Christiane Stöckler Redaktionspraktikantin bei der „Antenne Steiermark“, als sie zur damaligen „Frau Landeshauptmann“ Waltraud Klasnic geschickt wurde – mit zittrigen Händen und „wahnsinniger Angst“, wie sich die Moderatorin lachend erinnert: „Ich habe mir nur gedacht: ‚Wie jetzt – ich?‘ und war total nervös. Sie war dann aber ganz lieb, hat mich an der Hand genommen und gesagt: ‚Kinderl, setz ma uns hin, das mach ma schon‘ und alles hat zum Glück auch gut geklappt.“

Gespür für den Hörer

Zumindest so gut, dass Stöckler fast 20 Jahre später immer noch beim Sender ist – seit der Vorwoche sogar als offiziell beste Radiomoderatorin des Landes. „Ich glaube, ich habe eine natürliche Art, mit dem Hörer zu sprechen“, versucht die Moderatorin den Erfolg beim „Österreichischen Radiopreis“ zu erklären. „Und bevor ich den Mund aufmache, denke ich mir jedesmal: Was hat mein Hörer jetzt von dem, was ich sage? Kann er etwas Neues erfahren, wird er gut unterhalten? Eine goldene Regel beim Radio ist: Wenn du nichts zu sagen hast halt den Mund und spiel Platten. Darüber hat sich noch niemand beschwert.“ Entscheidend ist für Stöckler jedenfalls, sich dabei selbst nicht zu wichtig zu nehmen: „Ich denke mir immer, die Dame an der Wursttheke verkauft Wurst und ich verkaufe halt Musik.“

Nachwuchsförderung

Christiane Stöckler ist bei der „Antenne“ aber nicht nur Moderatorin, eine ihrer Hauptaufgaben ist es außerdem, ihre Kollegen aus- und weiterzubilden. „Es macht absolut Spaß, mit den Kollegen zusammenzuarbeiten und Wissen weiterzugeben – obwohl ich mir während meines Sprachenstudiums immer gedacht habe, dass ich für das Lehramt eigentlich viel zu ungeduldig bin.“

Stadt und Land

Während die „Antenne“ im Vorjahr von Dobl in die Landeshauptstadt übersiedelt ist, hat die gebürtige Grazerin Stöckler ihren Lebensmittelpunkt inzwischen zur Hälfte nach Pirching am Traubenberg in der Südoststeiermark verlegt. „Das klingt sehr idyllisch und das ist es auch“, lacht sie. „Wir haben aber auch noch eine Wohnung in der Stadt. Ich mag Graz, aber mir taugt auch das Landleben.“

Inselträume

Am allerliebsten mag es Stöckler aber, auf einem Segelboot zu sein. Die Leidenschaft dafür hat sie schon als Kind von ihrem Vater mitbekommen, gerade ist sie von der Ausbildung für den Skipperschein in Kroatien zurückgekommen. „Mein Traum wäre ein kleines Inselchen mit Olivenhain und einem kleinen Steg mit meinem Segelboot davor. Auch, wenn mir dort wahrscheinlich nach zwei Monaten langweilig wird.“

Steckbrief
Name: Christiane Stöckler
Geboren am 26. April 1974 in Graz.
Leonie ist der Name ihrer 13-jährigen Tochter.
Hat begonnen Medizin zu studieren, danach Umstieg auf ein Englisch- und Französisch-Studium sowie auf das Medienfächerbündel.
Seit 1997 bei der Antenne Steiermark. Zuerst als Praktikantin, danach als Moderatorin und Programmchefin. Seit 2012 in der Programmleitung mit Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung junger Kollegen.
Moderiert selbst noch am Freitag zwischen 9 und 15 Uhr.
Segelt, spielt Tennis und hat ihre Nordic-Walking-Stöcke immer dabei.

WOCHE-Wordrap
Wenn ich meine eigene Stimme höre ...
... frage ich mich, wieso immer alle sagen, dass sie so angenehm ist.
Wäre ich noch einmal 18 ...
... würde ich weinen. Ich fühle mich, so wie es ist, pudelwohl.
Wenn ich 80 bin ...
... möchte ich noch ohne Stock auf ein Segelboot kommen.
Ich singe laut mit, wenn ...
... leider immer, wenn ich während einer Sendung die Kopfhörer aufhabe.
Wäre ich keine Radiomoderatorin, dann ...
... würde ich vielleicht noch immer bei meinen Eltern im ersten Stock wohnen.
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