07.09.2016, 06:00 Uhr

Die Kunst, sich neu zu erfinden

Thomas Pagel (r.) und Ziga Cerpes stoßen auf 60 Jahre Mild an – mit einem eigens für das Fest gebrauten Jubiläumsbier. (Foto: geopho.com)

Mit Feinkost Mild feiert eine echte Grazer Institution ihr 60-Jahr-Jubiläum.

Irgendwie kann man es sich auch heute noch gut vorstellen, dass im kleinen Geschäftslokal in der Stubenberggasse 7 vor nicht allzu langer Zeit Wurst, Käse, Wein und noch vieles mehr verkauft wurde. Der Ladentisch im legendären Feinkost Mild ist jedoch längst einem alten Camping-Bus gewichen, aus dem mittlerweile Sandwich-Kreationen verkauft werden. "Wir haben uns, in Anlehnung an die beliebten Food-Trucks, vor einem Jahr entschieden, einen 1963er-Renault-Bus in das Geschäft zu stellen", erinnert sich Thomas Pagel an die abenteuerliche Nacht-und-Nebel-Aktion zurück. Heute, knapp vor der 60-Jahr-Feier der Grazer Institution, bereut der 35-Jährige diesen Schritt nicht.

Die Geschichte geht weiter

"Kleine Feinkostgeschäfte hatten es durch zunehmenden Konkurrenzdruck immer schwerer. Um weiter bestehen zu können, war die Umstellung notwendig", sagt Pagel, der 2010 im Familienbetrieb, den Rose Mild mit ihren Schwestern Sieglinde (Pagels Mutter) und Edith geführt und mitgeprägt hat, angeheuert hat. "Geplant war der Einstieg nicht unbedingt, ich bin aber froh, dass die Familiengeschichte jetzt weitergeht." Ein Jahr nach der Umstellung auf den Sandwichclub kann Pagel positiv Bilanz ziehen. "Wir haben jetzt auch viele neue Kunden aller Altersklassen dazugewonnen."
Vieles mag sich verändert haben, ein Anziehungspunkt für Kunst und Kultur ist das Mild auch heute noch. "Wir geben jungen Künstlern die Chance, ihre Werke bei uns auszustellen." Das soll sich auch in Zukunft nicht ändern, denn: "Ich freue mich jetzt schon auf die 70er-Feier."
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