29.03.2017, 08:43 Uhr

Ein klarer Fall: Graz und sein Wasser

Überzeugt von der Grazer Wasserqualität: Klaus Zausinger, Wolfgang Malik, Gert Heigl (Holding), LAbg. Sandra Krautwaschl (Foto: Emanuel Droneberger)

Die WOCHE hat sich ins kalte Wasser geworfen und die Grazer
Kläranlage besucht.

Wir waschen uns die Hände und trinken aus der Leitung – und das meist ohne darüber auch nur eine Sekunde nachzudenken. 1,8 Milliarden Menschen weltweit sind jedoch nicht in der Lage, einen verlässlichen Trinkwasserzugang ihr Eigen zu nennen. Gerade Österreich weist, im weltweiten Kontext gesehen, beste Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungssysteme auf. Auf den Lorbeeren ausruhen darf man sich aber auch hierzulande nicht.

Zurück in die Mur

"Graz wächst stetig und damit steigt auch der Bedarf an Trinkwasser und gleichzeitig die Menge an Abwässern, die entsorgt werden müssen. Um dies weiterhin zu gewährleisten, ist viel zu tun", sagt deshalb auch Holding-Graz-Vorstandsdirektor Gert Heigl.
Die gesamten häuslichen und industriellen Abwässer der Murmetropole werden, wie die Abwässer von sieben Umlandgemeinden, in der Grazer Kläranlage in Gössendorf gereinigt. Bei einem WOCHE-Lokalaugenschein offenbart sich dem Besucher erst, welche Prozesse notwendig sind, bis das zu 98 Prozent gereinigte Wasser wieder in die Mur und damit in den natürlichen Kreislauf zurückfließt.

Energie aus Faulschlamm

"Zunächst erfolgt die mechanische Reinigung. Dabei werden sämtliche Feststoffe und Abfälle aus dem Abwasser entfernt. In einem zweiten Schritt werden die gelösten Verschmutzungen im Abwasser durch Sauerstoffeintrag gereinigt", führt Heigl aus.
Der dabei anfallende Klärschlamm wird angefault, danach entwässert und zur thermischen beziehungsweise biologischen Verwertung gebracht. "Wir produzieren in der Faulanlage hochwertiges Methangas und können so drei Viertel des Energiebedarfs der Kläranlage abdecken."
In Zukunft werde man aber, wie beim Rundgang mehrfach erwähnt wurde, auch in Gössendorf nicht umhinkommen, die Kläranlage weiter zu vergrößern und auszubauen, da die Kapazitätsgrenze schon bald erreicht sei.

Grazer (Ab-)Wasser-Fakten

Das Grazer Wassernetz entspricht mit einer Rohrlänge von 1.380 Kilometern fast exakt der Länge des Rheins.
In der Murmetropole gibt es rund 24.500 Kanaldeckel.
In der Großkläranlage in Gössendorf werden die Abwässer von rund 300.000 Einwohnern sowie von zentralen Betrieben gereinigt.
Täglich fallen rund 75.000 Kubikmeter Abwasser in der Kläranlage an.
Jährlich fallen rund 200.000 Kubikmeter Klärschlamm an.
Bis zur fertigen Reinigung läuft das Wasser 20 Stunden die Kläranlage durch.
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