10.11.2017, 16:50 Uhr

Fernwärme aus Gratkorn für Graz: Kooperationsprojekt gestartet

Drehen für Grazer Haushalte die Wärme auf: Sappi-Geschäftsführer Max Oberhumer, die Bürgermeister Siegfried Nagl Graz und Helmut Weber (Gratkorn), LR Anton Lang und Jakob Edler (Bioenergie). (Foto: Edith Ertl)

Durch dieses Projekt ist die Fernwärmeversorgung für 20.000 Grazer Haushalte möglich.

Knappe eineinhalb Jahre Bauzeit sind genug: Der heutige Tag markiert den offiziellen Startschuss der Fernwärmeversorgung mit Restwärme aus der Papierfabrik Sappi für die Landeshauptstadt Graz. Ein lang gehegter Wunsch der Beteiligten geht somit in Erfüllung: Voll Stolz konnten die Kooperationspartner Sappi Austria, Bioenergie Fernwärme BWS und Energie Graz die heutige Inbetriebnahme in der Wasserwerkgasse zelebrieren. Das Projekt ermöglicht ab sofort die Versorgung von 20.000 Grazer Haushalten, immerhin 15 Prozent des jährlichen Fernwärmebedarfs in der Murmetropole können so durch ökologische und regionale Energie gesichert werden.

Fernwärme wird gefördert

"Ein weiterer wichtiger Meilenstein für Graz, die Bevölkerung erwartet schließlich, dass wir die erkannten Problemstellungen in die Hand nehmen, vom Reden endlich ins Tun kommen. Unsere Versorgungs-Sicherheit, die wir gewährleisten ist eine sehr gute, in vielen Teilen der Erde ist das nicht so", freut sich auch Bürgermeister Siegfried Nagl über die Eröffnung auf den Grundstücken der Holding Graz. Weitere Projekte dieser Art sollen auch dabei helfen, "den ökologischen Fußabdruck für kommende Generationen zu senken."
Der zuständige Landesrat Anton Lang sieht die Steiermark und im Speziellen auch Graz auf dem richtigen Weg: "Seit 2008 wurden 10.000 Fernwärme-Anschlüsse gefördert, das hat zu einer Reduktion an Feinstaub in Höhe von rund 39 Tonnen geführt. Der Ausbau der Fernwärme steht gerade im Sanierungsgebiet Großgraum Graz auch weiterhin an oberster Stelle!"

Wertschöpfung bleibt in der Steiermark

Werner Ressi (Geschäftsführer der Energie Graz), Jakob Edler (Geschäftsführer Bioenergie Wärmeservice GmbH) und Max Oberhumer (Geschäftsführer Sappi Austria) war es auch wichtig zu betonen, dass für den Bau sehr viele steirische Firmen zum Zug gekommen sind. So wurde der Bau der zwölf Kilometer langen Fernwärmeleitung von der weststeirischen Bioenergie Fernwärme BWS GmbH realisiert. Für den Rohrbau war wiederum die Grazer Firma IMRO verantwortlich, die dafür benötigten 22 Kilometer DN400 Fernwärme-Rohre wurde von der Firma Isoplus in Hohenberg hergestellt.
Im Bereich des Wasserwerks der Holding Graz wurde ein Pump- und Regelgebäude zur Übergabe der Wärmeenergie an das Netz der Energie Graz errichtet. Dafür verantwortlich zeichnet mit Herzog ein weiteres Grazer Unternehmen. Der Investitionsbedarf des Projektes beträgt rund 22,8 Millionen Euro und wird von der Steiermärkischen Sparkasse finanziert. Gefördert wird das Projekt zu 30 Prozent aus Mitteln des Bundes, des Landes Steiermark und der EU.

Ambitionierte Ziele

Für Graz-Bürgermeister Nagl ist dieses Projekt aber nur ein Zwischenschritt. "Wir haben seit Jahren einen extrem starken Zuzug und müssen weiter am Ball bleiben." Aktuell deckt die Stadt zusammen mit der Nutzung der industriellen Abwärme aus der Marienhütte und mehreren Solaranlagen den Wärmebedarf zu  25 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Dieser Anteil soll sich bis zum Jahr 2030 auf 50 Prozent erhöhten.
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