03.12.2017, 07:00 Uhr

Lexikon des unnützen Wissens: Drei Könige - oder der Dicke, der Fette und der Faule

Die Angst vor der Macht der adeligen Herrscher war einst groß. Aber dennoch hielt sie die Menschen nicht ab, ihren Königen, Herzögen & Co. oft gar nicht schmeichelhafte Beinamen zu geben, die später auch offiziell in die Geschichtsbücher Einzug fanden.

Oft waren es Äußerlichkeiten, die zu Beinamen führten. Karl der Dicke, Kaiser des Heiligen römischen Reiches, oder Friedrich der Fette, Markgraf von Brandenburg zählen etwa dazu. Karl der Kahle war Kaiser, während Friedrich der Behaarte es nur zum Grafen von Barcelona schaffte. 

Auch "Arbeitsleistungen" wurden mit Beinamen belohnt: Ludwig der Nichtstuer dürfte nicht gerade fleißig als König der Franzosen gewesen sein, Wenzel der Faule, einst König von Böhmen, scheint auch nicht gerade von Arbeitseifer gepackt worden zu sein.

Friedrich IV., Landgraf von Thüringen, war ein Herrscher, der ziemlich unter der Fuchtel seiner Gattin gestanden haben soll. Das trug ihm den Beinamen "der Einfältige" ein. Einer seiner Vorgänger in Thüringen, Friedrich der I., soll von seiner Mutter als Kind in die Wange gebissen worden sein. Eine Narbe blieb - und der Beiname "der Gebissene". Immer noch besser als der Beiname seines Vaters Albrecht II., der wurde nämlich wegen seiner Frauengeschichten "der Entartete" genannt.

Und dann gab es da noch Konstantin V. Kopronymos, der von 741 bis 775 Kaiser von Byzanz war. Seine Beiname "Kopronymos" bedeutet so viel wie "nach Sch... benannter" oder - höflicher ausgedrückt - "der Mistnamige". Grund dafür: Er soll während seiner Taufe im Taufbecken gewisse Ausscheidungen abgesondert haben ...     
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