04.10.2016, 14:20 Uhr

Wenn die Last zu schwer wird

Angestrengt, doch nichts ist gut genug für manche Kinder. (Foto: Bilderbox)

Was tun, wenn sich die Kinder selbst unter zu großen Druck stellen? Der Familienflüsterer Philip Streit weiß Rat.

Der Erste, der Beste, der Schnellste sein – jeder von uns setzt sich selbst hohe Ziele und oft tendieren wir dazu, uns auch zu großen Druck zu machen. Wenn Kinder schon damit beginnen, zu hohe Anforderungen an ihre eigenen Leistungen zu stellen, sind allerdings die Eltern gefragt. Denn die Vorstellungen der Erziehungsberechtigten davon, was gut oder gut genug ist, und ihre Rückmeldungen an die Kinder formen deren Denken und Verhalten. Oftmals werden dabei unterbewusst Wünsche übertragen, die selbst unerfüllt geblieben sind. Natürlich brauchen Kinder zwar Herausforderungen, dennoch ist es wichtig, sie in angemessener Weise zuallererst zu inspirieren und zu motivieren.

1. Checken Sie sich selbst. Seien Sie achtsam. Wie soll Ihr Kind das erreichen, was Sie nicht geschafft haben? Keine Angst, solche Übertragungen kommen in den besten Familien vor.
2. Gemeinsame Gespräche. Formulieren Sie am besten im gemeinsamen Gespräch, welche Erwartungen und Anforderungen Sie an Ihr Kind haben. Stehen Sie klar zu Anforderungen.
3. Begegnen Sie einander. Suchen Sie immer die Begegnung zu Ihrem Kind. Bleiben Sie im Gespräch, dann bemerken Sie sofort, wenn es an sich selbst überzogene Anforderungen stellt. Begleiten Sie es dann und sagen Sie auch Nein.
4. Respekt zeigen. Seien Sie stolz auf Ihr Kind und auf das, was es erreicht hat.
5. Loben Sie Ihr Kind. Bemerken Sie immer zuerst das Erreichte und begleiten dies wohlwollend. Vertrauen Sie Ihrem Kind, dass es weiß, was es noch besser machen will. Das Geschaffte steht im Vordergrund, nicht das Nichtgeschaffte.
6. "Nein" sagen. Kommt es zur Selbstüberforderung und dann auch zur Leistungsverweigerung, sagen Sie klar Nein dazu. Verwehren Sie sich gegen beides und bringen dies deutlich zum Ausdruck. Sie werden sehen, dass sich daraus ein konstruktives Gespräch ergibt und Ihr Kind die richtige Balance und Freude am Erfolg hat.


Dr. Philip Streit ist klinischer Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut, Lebens- und Sozialberater und beantwortet jede Woche Themen rund ums Thema Beziehung und Familie.
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