26.10.2016, 10:31 Uhr

Legenstein: Von Generationen für Generationen

Bei Freunden: Toni Legenstein und WOCHE-Redakteurin Martina Maros in der "Schmied’n" von Toni Maier in der St. Peter Hauptstraße. (Foto: Prontolux)

Vom "Häuserl im Wald" bis zur Stadthalle: Gastronom Toni Legenstein im Business Lunch.

Idyllisch im Leechwald gelegen, gehört das "Häuserl im Wald" zu den Traditionsgasthäusern von Graz. Toni Legenstein leitet es gemeinsam mit seinen Eltern Toni und Cilli Legenstein, zeichnet aber auch als Exklusiv-Caterer für die Stadthalle verantwortlich.

WOCHE: Wieso zieht es so viele Menschen auch nach über 150 Jahren ins "Häuserl im Wald"?
Toni Legenstein: 1852 wurde unser Gasthaus erstmals erwähnt. Mein Großvater und in weiterer Folge mein Vater haben das "Häuserl im Wald" zu dem gemacht, was es heute ist. Für viele Gäste ist es Tradition, zu uns zu kommen, wir begleiten Familien von der Taufe bis zum Totenmahl. Durch unser großzügiges Platzangebot und unsere vielfältige Karte findet jedes Familienmitglied, unabhängig von Alter und Vorliebe, die passende Speise. Viele Gäste schätzen die Lage mitten im Wald und das persönliche, familiäre Verhältnis.

Neben dem Gasthaus befindet sich ja der "Toni Legenstein Park" ...
Ja, diesen Park haben wir für unsere Gäste adaptiert, er ist aber öffentlich zugänglich und jeder ist willkommen. Da bei uns viele kleine Gäste sind, wollen wir auch sie ansprechen und ihnen ein tolles Angebot bieten. Der Park ist ein direkter Spazier- und Verbindungsweg zur Straßenbahnhaltestelle, womit wir auch öffentlich gut angebunden sind.

Sie leiten seit Bestehen der Stadthalle exklusiv das Catering dort. Wie geht es Ihnen dabei?
Es ist eine große Herausforderung, für die verschiedenen Veranstaltungen in der Stadthalle für die Kulinarik zuständig zu sein. Von internationalen Kongressen über Konzerte bekannter Stars durfte ich schon sehr viele Personen verköstigen. Die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung funktioniert ausgezeichnet und die Arbeit macht mir großen Spaß. Auch die Motivation ist nach wie vor ungebrochen und ich freue mich jedes Mal auf das nächste Event in der Stadthalle.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie insgesamt?
An beiden Standorten haben wir 100 Mitarbeiter. Je nach Veranstaltung in der Stadthalle können es auch 500 sein. Mitarbeiter und Gäste sind für mich – neben der Qualität des Essens – die wichtigsten Faktoren und es freut mich sehr, dass wir viele langjährige Mitarbeiter haben.

Wie sehen Sie das zurzeit thematisierte "Gasthaussterben"?
Viele bürokratische Hürden erschweren die Arbeit. Ich würde mir – besonders für kleine Betriebe – mehr Unterstützung vonseiten des Gesetzgebers wünschen.

Wie bewerten Sie die Grazer Gastroszene?
Meiner Meinung nach ist Graz spitzenmäßig unterwegs. Wir haben viele etablierte Gasthäuser, aber auch neue, trendige Lokale. Dieser Mix macht das Angebot aus und ist für Grazer wie für Touristen wichtig. Auch das Verhältnis unter uns Gastronomen ist sehr freundschaftlich. Wir tauschen uns aus und unterstützen uns gegenseitig.

Regionale Erzeugnisse und Hausmannskost boomen zurzeit. Also das, was Sie seit über 150 Jahren anbieten ...
Ja, das freut mich sehr. Es ist wichtig, die heimische Wirtschaft zu unterstützen. Wir beziehen unsere Produkte, wo es möglich ist, in der Steiermark und in Österreich. Das gilt auch für all meine Kollegen, denke ich. Heuer wurde das "Häuserl im Wald" mit dem Ökoprofit Umweltpreis der Stadt Graz ausgezeichnet. Das ehrt uns sehr und bestärkt uns in unserer Arbeit.

Welche Speisen bevorzugen Ihre Gäste?
Im "Häuserl im Wald" sind es klassische, deftige Fleischspeisen wie Schnitzel und Braten. Bei Kongressen in der Stadthalle werden mehr vegetarische und vegane Menüs nachgefragt. Gerade diese Abwechslung zwischen Bestellungen à la carte und Eventküche macht mir Freude und Spaß.

Steckbrief
Toni Legenstein

Geboren am 10. August 1972.
Besuchte die Hotelfachschule in Bad Ischl und maturierte dort.
Schloss die Fachhochschule für Tourismus und Wirtschaft in Wien ab.
Arbeitete kurze Zeit im Hotel "Holiday Inn" in Wien im Controlling.
Stieg 1998 in den elterlichen Betrieb in Graz ein.
Bereits während der Schulzeit machte er Praktika in Madeira und in Haubenlokalen in Österreich.
Ist mit Daniela liiert.
Hat vier Kinder (Lisa, Fanni, Anton und Paul).
Mit seiner Harley Davidson fährt er ein bis zwei Mal im Jahr, wenn es die Zeit erlaubt.
Für Kurzurlaube fährt er nach Slowenien und Kroatien.
Nach Madeira schafft er es alle drei bis fünf Jahre.
Trinkt gerne leichten, steirischen Weißwein.
Mag Nudel- und Fischgerichte.
Kocht gerne selbst und hilft auch bei Großveranstaltungen in der Küche.
Versucht, soweit es möglich ist, einen Tag in der Woche für seine Familie freizuhalten.
Die Arbeit ist für ihn Berufung, erst wenn alle Gäste zufrieden sind, ist er es auch.
Unterstützt den "Steirischen Blinden- und Sehbehindertenverband" in Form des "Dinner im Dunkeln".

Anton Legenstein GmbH

Umfasst das "Häuserl im Wald" und "Toni Legenstein Catering".
Geschäftsführung: Anton Legenstein
Bereits in dritter Generation ein Familienunternehmen.

Häuserl im Wald: Roseggerweg 105, 8044 Graz
Öffnungszeiten: 7 bis 24 Uhr
Warme Küche: 11 bis 22 Uhr (Sommerzeit) bzw. 23 Uhr (Winterzeit), Montag Ruhetag
Telefon: 0316/39 11 65
Web: www.legenstein-hiw.at
www.tonilegensteincatering.at

Traditionsgasthaus mit österreichischen und internationalen Speisen, zusätzlich Catering für die Grazer Stadthalle
300 Sitzplätze innen, weitere 250 auf der Terrasse
100 Mitarbeiter, 15 Lehrlinge
Vermietung von Gästezimmern

Gast und Wirtschaft

Zur Schmied'n
Vorstadtgasthaus


St. Peter Hauptstraße 225, 8042 Graz
Telefon: 0316/40 28 32
Web: www.schmiedn.at
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 11 bis 24 Uhr, warme Küche von 11.30 bis 22 Uhr.
Beschreibung: Ein klassisches, uriges Gasthaus mit verschiedenen Stüberln in St. Peter. Ein herzliches "Grüß Gott" bei Betreten des Gastraumes und die liebevolle Gestaltung desselben lassen gleich Wohlfühlatmosphäre aufkommen.
Das Essen: Toni Legenstein wählte gebackene Hühnerbruststreifen auf buntem Salatteller mit Kernöl. Martina Maros entschied sich für das Grillkotelett mit Ofenerdapfl mit Sauerrahm.
Die WOCHE meint: Die zur Mittagszeit volle Schmied’n spricht für die Qualität der Speisen. Toni Maier, ein ehemaliger Mitarbeiter von Toni Legenstein, macht es dem Gast durch die verlockende Karte nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen. Fehlgriffe sind aber keine möglich, da alle Speisen ansprechend sind. Sehr schmackhaft und großzügig, sodass etwas übrig blieb.
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, tolle Menüangebote. Aufmerksames und sympathisches Personal. Ein steirisches, traditionelles Gasthaus, das einen Besuch wert ist.
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