Tolle Bilanz der Langen Nacht der Kirchen
Tausende Besucher setzen ein kraftvolles Zeichen

Lange Nacht der Kirchen: Bischof Hermann Gletterl im Gespräch mit Franz Fischler im Bischofshaus in Innsbruck.
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  • Lange Nacht der Kirchen: Bischof Hermann Gletterl im Gespräch mit Franz Fischler im Bischofshaus in Innsbruck.
  • Foto: Foto: Diözese Innsbruck
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Rund 20.000 Besucher nahmen die Angebote der 12. Langen Nacht der Kirchen in der Diözese Innsbruck an und strömten zu den Pfarren, Ordensgemeinschaften, Jugendgruppen und zahlreichen Initiativen.

INNSBRUCK (dibk). In der Diözese Innsbruck beteiligten sich neben der katholischen Kirche auch die evangelische Kirche und die serbisch-orthodoxe Kirche an der Langen Nacht. Geworben wurde heuer mit dem Motto: Dann singt ihr Lieder wie in der Nacht, in der man sich heiligt für das Fest. (Jes 30,29)

Ökumenische Eröffnung im Dom mit afrikanischer Gemeinde

Die Eröffnung der Langen Nacht der Kirchen erfolgte mit einem ökumenischen Gottesdienst im Innsbrucker Dom unter anderem mit Bischof Hermann Glettler, Superintendent Olivier Dantine und Erzpriester Aleksandar Stolic. Für Begeisterung sorgte die musikalische Umrahmung der afrikanischen Gemeinde.
In der Vorbereitung für den Gottesdienst beschäftigten sich Kinder mit der Aufgabe, eine Kirche zu bauen. In zwölf Begriffen fassten die ihr Bild von Kirche zusammen: Verantwortung, Lebenswelt, Liebe, Fragen, Musik, Mitbestimmung, Ruhe, Liturgie, Glaube, Gemeinschaft, Freude und Spaß. Symbolisch wurde eine Kirche mit „lebendigen Bausteinen“ zusammengefügt. Aus Anlass der bevorstehenden EU-Wahlen wurde der Gottesdienst mit einem Gebet für Europa abgeschlossen.

Glettler: Lange Nacht mit neuer Dynamik

Bischof Hermann Glettler nahm in diesem Jahr eine besondere Stimmung wahr: „Die Lange Nacht der Kirchen hatte eine neue Dynamik. Schon die Eröffnung mit den Kindern im Dom unter großer Beteiligung spürte ich ein sehr natürliches und freudiges Zusammensein.“
Glettler weiter: „Ich merke, die Menschen haben Freude und Lust in die Kirchen hinein zu schnuppern und etwas zu entdecken.“ Unter „Reenter the room“ könne man diese Bewegung zusammenfassen. Menschen betreten den Raum des Glaubens mit neuer Freude, nachdem sie in früheren Jahren Enttäuschungen erlebt haben. „Viele Leute sind froh, dass die Kirchen ihren Tore ganz weit öffnen. Diese Geste ist wichtig, das soll aber nicht nur bei der Langen Nacht geschehen. Kirchentüren sollen grundsätzlich offen stehen. Die Menschen sollen wissen, dass sie in der Kirche Heimatrecht haben“, so der Innsbrucker Bischof.
Glettler abschließend an allen MitarbeiterInnen: „Ich danke allen, die diese unterschiedlichsten Angebote für diese Nacht vorbereitet und Gesamtverantwortung getragen haben. Kirche lebt von diesen lebendigen Bausteinen - nicht von unbeweglichen Klötzen, sondern von Menschen, die sich von Gottes Geist bewegen lassen und ihre Charismen einsetzen.“

Kirchliche Vielfalt durch viele engagierte und begeisterte Menschen

Mit Begeisterung engagieren sich viele Menschen in der Diözese Innsbruck seit mehr als einem Jahrzehnt für ein abwechslungsreiches Programm bei der Langen Nacht der Kirchen. Die Veranstaltung ist zu einem Fixpunkt im Terminkalender vieler TirolerInnen geworden. Konzerte, Führungen, Gebetsabende, Kinderprogramme und viele Gesprächsangebote bildeten den Schwerpunkt der Angebote.
Immer wieder überraschen einzelnen Initiativen mit Besonderheiten und Außergewöhnlichem. In Osttirol etwa widmete sich die Pfarrkirche Debant ihrem Patron, dem Heiligen Geist. Von Spielstationen bis zur Kirchenführung und einem Nachtgebet stand der Heilige Geist im Mittelpunkt.
Die Schwazer Pfarre Maria Himmelfahrt wiederum widmete sich dem Wahlspruch des Bischofs und gestaltete Angebote zu „Geht-Heilt-Verkündet“. So gab es Einblicke in das Wirken von Paracelsus, Pfarrer Martin Müller eröffnete in seiner Pfarrkirche neue Betrachtungen von offenen und versteckten Botschaften.
Die Eröffnung der neuen Straßenbahn-Linien in Innsbruck Anfang des Jahres gab Anlass, eine Kooperation mit der IVB einzugehen und die Linie 2 direkt ins Programm einzubeziehen. Viele Kirchen, die heuer mitmachen, liegen an der Linie 2 und auch in der Straßenbahn konnte man AkteurInnen der Langen Nacht der Kirchen begegnen.

Übervolles Bischofshaus

Hunderte Menschen nützten die Möglichkeit, das Bischofshaus zu besuchen. Gleich beim Eintritt wurden die Besucher im mittelalterlichen Gemäuer in der „Kellerbar“ mit einem Drink begrüßt. Im Stundentakt lud der Bischof zum öffentlichen 30-Minuten-Talk mit besonderen Gästen. Mit Soziallandesrätin Gabi Fischer unterhielt sich Glettler über sozialen Wohnbau, über ein Leben im Orden diskutierte der Bischof mit Sr. Christina Blätterbinder SSp. Den Abschluss machte ein politisches Gespräch über Europa mit dem ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler.
Muttersprachliche Gemeinden aus Kroatien präsentierten in verschiedenen Formationen Lieder aus ihren Heimatländern.
In der Hauskapelle konnten die Besucher bei Taizé-Liedern und Gebeten etwas zur Ruhe kommen. Präsentiert wurde auch der neue Otto-Neururer-Film, der Anfang Oktober in Innsbruck seine Premiere feiern wird.
Für Cineasten, die solange nicht mehr warten wollen, bietet sich am Donnerstag, den 30. Mai um 12 Uhr die Möglichkeit den „Otto Neururer – Hoffnungsvolle Finsternis“ im Rahmen des Innsbrucker Filmfestivals im Leokino vorab zu sehen.

Kirche im Gleichklang in der Öffentlichkeit

Seit vielen Jahren beteiligen sich in Tirol auch die evangelische und die serbisch-orthodoxe Kirche am nächtlichen Angebot.
Olivier Dantine, Superintendent der Diözese Salzburg/Tirol, sieht in der Langen Nacht der Kirchen eine wichtige Öffnung der Kirchen. „Wir zeigen damit, dass Kirche nicht unter sich bleibt und in die Öffentlichkeit geht.“
Großes Interesse fand wieder in der Innsbrucker Auferstehungskirche die bereits mehrmals durchgeführte die Lange Nacht der Religionen.
Aleksandar Stolic, Erzpriester der serbisch-orthodoxen Kirche, präsentierte in seiner Gemeinde in der Kirche in der Siebererstraße eine Ikonenausstellung und lud zu Begegnung und Gespräch. Ab dem nächsten Jahr will die Gemeinde in die neue Kirche in die Maximilianstraße einladen.

Schlußandacht in der Spitalskirche

Abendlieder mit Chorleiter und Bürgermeister Georg Willi
Die Schlussandacht in der Spitalskirche in der Maria-Theresienstraße gestalteten musikalisch die „Kirchensingers“ unter der Leitung von Bürgermeister Georg Willi mit Abendliedern.

Ausklang bei Langer Nacht der Spiele

Tradition hat die Lange Nacht des Spiels. Hunderte Spielfreudige folgten der Einladung Spielbörse der Diözese Innsbruck ins Diözesanhaus. Bis 2 Uhr Früh konnte aus einer Auswahl von rund 1400 Spielen ausgewählt werden. Für viele Nachtschwärmer eine gute Gelegenheit, den Abend spielerisch ausklingen zu lassen.

Daten und Fakten zur Langen Nacht der Kirchen in der Diözese Innsbruck:

* Rund 20.000 BesucherInne
* 3 christliche Konfessionen sind aktiv beteiligt (röm.-kath., evang., serb.-orth.)
* 60 teilnehmende Kirchen, Klöster und andere Institutionen in Nord- und Osttirol
* ca. 160 Angebote bzw. Programmpunkte

Weitere Informationen zum Thema Lange Nacht der Kirchen auf meinvbezirk.at finden Sie hier.

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