Papagei beschlagnahmt
Drama um Gogo

Annemarie weiß nicht mehr weiter. Nach 42 Jahren hat man ihr Gogo – die Rotstirnamazone – abgenommen.
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  • Annemarie weiß nicht mehr weiter. Nach 42 Jahren hat man ihr Gogo – die Rotstirnamazone – abgenommen.
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Liebesg'schichten und Heiratssachen: Für eine Innsbruckerin wird die Sendung zum Verhängnis.

INNSBRUCK. Annemarie Schobersberger ist am Boden zerstört. Vor einigen Monaten wurde eine Sendung im ORF ausgestrahlt, in der die Innsbruckerin in ihrer Wohnung vorgestellt wurde. Der Kameramann machte auch viele Aufnahmen von ihrem Papagei "Gogo". Schobersberger ist in der Sendung auf der Suche nach der Liebe gewesen, gekommen ist aber die Amtstierärztin. Sie halte ihren Papagei nicht artgerecht, sie müsse eine Voliere von 3x4 Metern zur Verfügung stellen. "Das kann ich in meiner 45 qm großen Wohnung nicht machen. Dann muss ich ja ausziehen", so Schobersberger. Gogo wurde ein paar Monate später beschlagnahmt, da sie die Forderung nicht umgesetzt hatte. Er wurde ins Tierheim gebracht.

Gogo konnte immer aus der Voliere kommen und in der Wohnung herumfliegen.
  • Gogo konnte immer aus der Voliere kommen und in der Wohnung herumfliegen.
  • Foto: privat
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Schobersberger kann es nicht fassen: "Es war schrecklich, er hat furchtbar geschrien. Seit 42 Jahren habe ich den Papagei, ich habe ihn damals aus einer Spelunke gerettet. Ich habe keine Kinder und seit Jahren auch keinen Mann mehr. Er ist wie meine Familie." Schobersberger wurde angezeigt, weil der Käfig, in dem sie den Papagei hält, zu klein ist. Dabei ist der Papagei die meiste Zeit frei in der Wohnung unterwegs. "Nur, wenn er mir zeigt, er will wieder in den Käfig, lasse ich ihn rein." Er wird von ihr zweimal in der Woche gebadet und er ist sehr gepflegt. "Auch die Amtstierärztin hat das gesagt. Er rupft sich nicht und man sieht, dass er sich wohlfühlt." Viel Spielraum gibt es in dieser Angelegenheit nicht. Gesetz ist Gesetz – viel mehr erfährt das STADTBLATT auf Anfrage beim Tierheim und der Amtstierärztin auf Grund des Datenschutzes zu dieser Causa nicht. Papageie müssen außerdem paarweise gehalten werden.
Zirka 2.000 Euro kostet eine Voliere dieser Größenordnung: "Ich habe schon meine Lebensversicherung aufgelöst, um zu sparen. Ich versuche alles, um den Gogo wieder zurückzubekommen. Ich mache mir große Sorgen, dass er im Tierheim stirbt", ist Schobersberger besorgt. Sie hat auch Angst, dass sie den Papagei bald verliert, denn vier Wochen nach der Beschlagnahmung kann das Tierheim den Vogel zum Verkauf anbieten. Gogo ist eine Rotstirnamazone und kann am freien Markt bis zu 1.000 Euro kosten.

Kein Verkauf, sondern Schutzgebühr

Der Tierschutzverein ergänzt nach dem erschienen Printbeitrag: Wie es mit dem Tier weitergeht, entscheidet das Veterinäramt – die Entscheidungsfindung dauert mindestens zwei Monate. Das Tierheim ist nur Verwahrer und vermittelt den Vogel für eine Art "Schutzgebühr", das im Fall eines Papageis 100 Euro nicht übersteigt. Diese Schutzgebühr ist von dem alten/neuen Besitzer zu bezahlen und dient einerseits für die Deckung der Verwahrungskosten, die für das Tierheim anfallen (meistens sind die aber ohnehin höher als die Shcutzgebühr), andererseits dafür, dass keine Spontanentschlüsse der Tierliebhaber entstehen, sondern die Anschaffung gut überlegt wird.

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