Verkehr und Umwelt
Nachhaltige Öffi-Strategie bis Ende des Jahres?
- Laut Straßenfahrzeug-Beschaffungsgesetz muss die erste Phase der Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Wie sieht es mit nachhaltigen Öffis für saubere Luft in Innsbruck aus?
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Das österreichische Straßenfahrzeug-Beschaffungsgesetz sieht die Einführung von Strategien für saubere öffentliche Verkehrsmittel vor. Die erste Phase zur Umsetzung des Gesetzes soll bis Ende 2025 erfolgen. Doch wie sieht es mit der Nachhaltigkeit im Innsbrucker Personenverkehr aus? Oder bleibt die Umstellung auf klimafreundliche Verkehrsmittel bloß ein Zukunftsversprechen?
INNSBRUCK. Welchen Beitrag leistet Innsbruck zur Einhaltung der Klimaziele? Die Klimaerwärmung schreitet voran, die Zeit rennt. Das Europäische Klimagesetz von 2021 legt verbindliche Ziele zur Minderung der Treibhausgasemissionen fest. Auch die Stadt Innsbruck steht in der Pflicht, Maßnahmen zu setzen. Bereits 2022 hat die Stadt Innsbruck verkündet, Fortschritte in der Umsetzung der sogenannten Dekarbonisierungsstrategie zu machen. Wie geht das Projekt voran?
Worum geht es bei der Dekarbonisierungsstrategie?
Die Dekarbonisierungsstrategie sieht vor, den CO2-Ausstoß von öffentlichen Verkehrsmitteln in Innsbruck zu reduzieren. Das soll einen wesentlichen Beitrag zur Minimierung der Treibhausgase und somit in der Bekämpfung der Klimakrise leisten.
- Bis Ende des Jahres müssen 45 Prozent der neu angeschafften Öffi-Busse mit Elektro-, Wasserstoff- oder Biogasantrieb sein.
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Das österreichische Straßenfahrzeug-Beschaffungsgesetz (SFBG) bestimmt eine Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge in zwei Phasen. Bis Ende 2025 muss fast die Hälfte (45 Prozent) der neu angeschafften Busse im öffentlichen Verkehr sauber und fast ein Viertel (22,5 Prozent) komplett emissionsfrei sein. Zu sauberen Verkehrsmitteln zählen Fahrzeuge mit Elektro-, Wasserstoff- oder Biogasantrieb. Die zweite Phase zur Umsetzung erfolgt bereits zwischen 2026 und 2030.
Der derzeitgige Stand
2022 gab die Stadt Innsbruck an, Fortschritte in der Strategieentwicklung zu machen. In "Innsbruck informiert" vom 04. November 2022 hieß es:
"Mit Phase eins haben die IVB bereits begonnen. Für die Umsetzung stehen derzeit nationale Förderungen zur Verfügung."
- Nach derzeitigem Stand kann die IVB noch bis ins Jahr 2029 Dieselbusse aus dem bestehenden Rahmenvertrag abrufen.
- Foto: IVB/Gerhard Berger
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Aus der Beantwortung im Zuge einer Anfrage von Andrea Haselwanter-Schneider (Liste FRITZ) im April 2025 ging jedoch hervor, dass die IVB noch bis ins Jahr 2029 Dieselbusse aus dem bestehenden Rahmenvertrag abrufen kann. Die Stadt geht lediglich davon aus, dass die Hersteller bis dahin die Produktion von Dieselbussen einstellen würden, heißt es. Auf die Frage, ob es Verzögerungen in der Umsetzung gebe, gab man zudem an:
"Im Hinblick auf die bisherigen Erkenntnisse ist es derzeit beabsichtigt, den öffentlichen Verkehr im Stadtraum Innsbruck mit wenigen Ausnahmen mit der Dieselbusflotte temporär weiter zu betreiben. Die Umstellung auf die E-Bus-Flotte hängt letztlich von der noch ausständigen Grundsatz- und Systementscheidung bzw. von der gesamten Dekarbonisierungsstrategie und der technischen Weiterentwicklung am E-Bus-Sektor ab."
Fehlende Grundsatzentscheidung
Die Redaktion von MeinBezirk Innsbruck hat nachgefragt. In der Fragenbeantwortung vom April 2025 heißt es die IVB und VVT hätten bereits Anfang April 2025 „Basisdokumente und Expertisen“ an Stadt und Land übermittelt. Diese befinden sich derzeit noch in Überarbeitung und sollten als Grundlage für die noch ausstehende Systementscheidung dienen. Darin steht laut Angaben der IVB:
"Der Inhalt wird sowohl die technischen Anforderungen, Möglichkeiten bei Kooperationen zwischen VVT und IVB und auch die finanziellen Rahmenbedingungen (zB Förderungen) berücksichtigen."
Die IVB gibt an, bis Ende 2025 mit einer Grundsatzentscheidung zu rechnen, erst dann könne man weitere Schritte setzen:
"In der gemeinsamen ÖV-Stabstelle wurde von Stadt und Land beschlossen, bis zum 4. Quartal 2025 die Grundlagen für die Systementscheidung zur Dekarbonisierung des Öffentlichen Verkehrs im Zentralraum von Innsbruck zu treffen. Zur Auf- und Vorbereitung dieser Entscheidung werden Fördermittel der EU eingesetzt. Diese Systementscheidung wird dann die Basis für die weiteren Planungs- und Umsetzungsschritte sein."
Es bleibt also abzuwarten, ob die Stadt Innsbruck die Klimaziele erreicht oder ob mit Strafen zu rechnen ist.
- Momentan scheitert die Umsetzung laut IVB noch an der Politik.
- Foto: Lisa Kropiunig
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