Die alpin-urbane Marke Innsbruck neu aufladen

Karl Ischia ist WK-Bezirksobmann für Innsbruck-Stadt.
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STADTBLATT: Herr Ischia, im abgelaufenen Jahr wurden in Innsbruck wieder einige Pläne in die Tat umgesetzt. Was genau hat sich getan?
Karl Ischia: "Alpin-urban-leben" ist der Markenkern von Innsbruck. Doch die Marke Innsbruck muss immer wieder neu aufgeladen werden. Wie in den vergangenen Jahren haben wir auch 2017 viel in die Stadtteilentwicklung investiert. In Anpruggen realisieren wir aktuell gemeinsam mit der Stadt Innsbruck, Innsbruck Marketing, dem TVB und dem Wirtschaftsverein "Anpruggen aktiv" ein absolut einzigartiges Projekt, ein Highlight für den gesamten Stadtteil. Es soll der erste städtische Themenweg umgesetzt werden. Zeitgerecht werden wir über nähere Details informieren. In Pradl haben wir einen intensiven Beteiligungsprozess initiiert und umgesetzt. Gemeinsam mit den Unternehmern fand eine Diskussion über die zukünftige Ausrichtung und Gestaltung der Pradlerstraße statt. Die in mehreren Workshops erarbeiteten Wünsche wurden anschließend an den ressortzuständigen Stadtrat herangetragen. Außerdem konnte eine neue Weihnachtsbeleuchtung angeschaltet werden. Seit geraumer Zeit haben wir ebenfalls eine Neugestaltung des Bozner Platzes im Visier. Dieser öffentliche Raum dient als wichtige Spange zwischen Bahnhof und dem Zentralbereich der Innenstadt und weist eine durchgehend hohe Frequenz auf. Deshalb ist es dringend notwendig, den Bozner Platz zu attraktivieren und gestalterisch an den Innenstadtbereich anzuschließen. Daran haben die UnternehmerInnen des Innenstadtvereins besonderes Interesse. Interessenpolitisch ist es gelungen, die Vergnügungssteuer abzuschaffen, dafür habe ich mich seit 2015 besonders eingesetzt. Der Spaß ist nun befreit.

Was braucht ein starker Wirtschaftsstandort Innsbruck aus Ihrer Sicht?

Innsbruck ist ein Standort mit hoher Lebensqualität und optimaler Infrastruktur. Die Nähe zu den Bildungseinrichtungen wird von den Betrieben hochgeschätzt, die Leistbarkeit von Gewerbeflächen, insbesondere für junge Unternehmer, stellt allerdings ein Problem dar. Um Unternehmer von Anfang an in Innsbruck zu halten, braucht es neue Strukturen. Herkömmliche Büroflächen sind zum Teil überholt und Jungunternehmer brauchen leistbare Arbeitsplätze und Strukturen, die sie mit anderen teilen können. Es wäre ein tolles Bekenntnis der Stadt, im Rahmen der Wohnbauoffensive eventuell in Erdgeschossflächen solche Konzepte mitzudenken.
Aus Sicht der Bezirksstelle ist es im Zeitalter der Digitalisierung notwendig, bestehende Kartensysteme neu zu denken und so attraktive Möglichkeiten sowie Angebote zu schaffen. Verschiedenste Funktionen sollten in einer Karte vereint werden — das könnte von einer Gutscheinfunktion als Kundenbindungsinstrument über Parkfunktionen sowohl in den Garagen als auch an der Oberfläche bis hin zu einem Bonussammelsystem gehen. Wir denken da an eine Technologie, die für alle Innsbrucker UnternehmerInnen nutzbar ist. Im Arbeitsprojekt des Bezirksausschusses wurde dies bereits als Schwerpunktprojekt für 2018 festgelegt. Gemeinsam mit den Innsbrucker Unternehmervereinen soll ein Konzept entwickelt werden.

Welche Projekte wollen Sie 2018 noch vorantreiben?
In Bezug auf die Parkraumbewirtschaftung haben wir deutlichen Aufholbedarf. Das gesamte Parkthema muss neu gedacht werden, denn die Praxis hat gezeigt, dass viele Dinge des aktuellen Konzeptes gar nicht oder nicht optimal funktionieren. Der Parkraum ist nicht bestmöglich genützt: Parkstraßen stehen teilweise den ganzen Tag über leer. Mit einem erleichterten Zugang zu Pendlerparkkarten kann unbenützter Parkraum untertags effizienter genützt werden. Einige weitere Themen sind die Wiedereinführung des Smart Park Systems als optimale Ergänzung für die Serviceparkkarte, die Rücknahme der Bewirtschaftungszeit bis 21 Uhr und die Ausdehnung der Kurzparkdauer in manchen Stadtteilen auf 180 min wie z. B. in Wilten. Mehrere Umfragen, die wir durchgeführt haben, weisen auf einen dringenden Änderungsbedarf hin. Wir müssen die Unternehmen und die Kaufkraft der Konsumenten in der Stadt halten und neue gewinnen. Dafür braucht es praktikable, flexible und situationsbezogene Lösungen.

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