Interview/Corona
Mit Mut und gemeinsamen Gebeten durch die Corona-Krise

Pfarrer Rupert Toferer ermutigt die Gläubigen, die mehr gegebene Zeit für das Miteinander und Füreinander in der Familie wertzuschätzen.
  • Pfarrer Rupert Toferer ermutigt die Gläubigen, die mehr gegebene Zeit für das Miteinander und Füreinander in der Familie wertzuschätzen.
  • Foto: Archiv/Johanna Schweinester
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Einblicke in die Corona-Krisenzeit aus der Sicht eines Pfarrers.

KÖSSEN, SCHWENDT, BEZIRK KITZBÜHEL (jos). Die Corona-Krise bringt auch viele Änderungen in der Katholischen Kirche mit sich. Messen dürfen nur noch mit maximal fünf Personen gefeiert werden, Beerdigungen und Verabschiedungen finden im engsten Familienkreis statt, Firmungen und Erstkommunionen sind lt. Erzdiözese Salzburg auf unbestimmte Zeit verschoben.
Wie der Kössener und Schwendter Pfarrer Rupert Toferer die Osterfeiertage verbracht hat und wie sein Berufsalltag in der Krisenzeit aussieht, hat er den BEZIRKSBLÄTTERN in einem Interview erzählt.

BEZIRKSBLÄTTER: Wie haben Sie die Osterfeiertage verbracht? Haben Sie Messen alleine abgehalten bzw. wurde das Ostergrab in der Kirche trotzdem aufgebaut?
Pfarrer Rupert Toferer: "Wir haben die Heilige Messe am Palmsonntag, Gründonnerstag, die Karfreitagsliturgie und die Osternacht mit der uns von den österreichischen Bischöfen erlaubten Kleingruppe von fünf Personen gefeiert. Es war uns wichtig diese höchsten Tage des Kirchenjahres trotz der Einschränkung würdig und vollständig zu feiern, an den möglichen Tagen mit Orgelbegleitung. Die Kleingruppe hat es als Dienst für die größere Gemeinschaft der Gläubigen im Pfarrverband Kössen/Schwendt getan. Die Kirchglocken wurden geläutet und auch die Ratschen eingesetzt, um die Gläubigen aufmerksam zu machen, dass in der Kirche der Gottesdienst stattfindet und sie sich zu Hause mit einer Gebetsandacht oder einem Gottesdienst über Fernsehen, Radio oder Internet zu verbinden. Trotz des guten Willens der Mitarbeiter das Ostergrab aufzustellen, haben wir heuer darauf verzichtet, als Zeichen, dass wir derzeit in einer schmerzvollen Situation sind."

Wie geht man heuer mit der verschobenen Firmung bzw. Erstkommunion um? Wartet man da auf "grünes Licht" von der Erzdiözese Salzburg bzw. werden die Veranstaltungen voraussichtlich auf 2021 verschoben?
"Die Firmlinge und die Erstkommunionkinder haben sich zusammen mit den Eltern und Paten auf die Feier der Sakramente gefreut, haben aber die Entscheidung der Erzdiözese Salzburg akzeptiert, dass es im Sommersemester 2020 nicht möglich ist, diese Glaubensfeste zu feiern. Was den Zeitpunkt der Nachholung betrifft, kann die Erzdiözese, bzw. die Pfarren erst Hinweise geben, wenn das derzeitige Versammlungsverbot der Bundesregierung aufgehoben wird."

Wie werden in Kössen bzw. Schwendt derzeit Beerdigungen abgehalten? Werden sie nur im engsten Familienkreis durchgeführt?
"Beerdigungen oder Verabschiedungen finden derzeit bei uns direkt am Grab oder am Friedhofskreuz im engsten Kreis der Trauerfamilie statt, laut Vorgabe der Innung der Bestatter. Das Requiem (der Seelengottesdienst) für Verstorbene muss nachgeholt werden, wenn wieder die Erlaubnis für öffentliche Versammlungen gegeben wird. Jeder Priester kann aber persönlich allein oder mit bis zu vier Personen aus der Trauerfamilie jederzeit eine Heilige Messe für Verstorbene zelebrieren. Der Pfarrer soll der Trauerfamilie mitteilen, dass er für ihre Verstorbenen heilige Messen feiert. Unter Einhaltung der Teilnehmerzahl von fünf Personen ist es auch möglich die Sakramente der Taufe und der Trauung zu feiern. Die Taufgnade müsste also den Kindern nicht so lange vorenthalten werden."

Sind in Ihrer Pfarre zukünftig Änderungen beim Gottesdienst aufgrund der Hygienemaßnahmen (z. B. gänzlicher Verzicht auf Mundkommunion o. ä.) vorgesehen?

"Ich denke, dass mit der Erlaubnis von öffentlichen Gottesdiensten auch wieder auf Hygienemaßnahmen hingewiesen wird."

Können Sie einen Rat bzw. ein Gebet für die Corona-Krise mitgeben bzw. haben Sie aufmunternde Worte für die Gläubigen?
Mein Rat in dieser außergewöhnlichen Situation ist, weiterhin die Möglichkeiten der Gottesdienste über die Medien zu nützen. Die Verbindung mit Gott durch diese noch nie dagewesenen technischen Möglichkeiten schenkt Kraft, das Kreuz dieser Zeit anzunehmen und zu tragen. Auch möchte ich weiterhin ermutigen, die mehr gegebene Zeit für das Miteinander und Füreinander in der Familie wertzuschätzen, auch wenn es nicht immer leicht ist einander auszuhalten.
Als Gebet um Gottes Hilfe in dieser schweren Zeit möchte ich die Worte weitergeben, die auf einem Gebetsbildchen der heiligen Corona, Schutzpatronin gegen Seuchen, abgedruckt sind.

Interview: Johanna Schweinester

Gebet in der Krisenzeit

Allmächtiger, ewiger Gott, zu Dir nehmen wir unsere Zuflucht in dieser schweren Zeit der Epidemie. Gedenke Deiner Liebe und Deines Erbarmens, das Du immer wieder Deinem Volk
erwiesen hast, wenn es in Angst und Not zu Dir um Hilfe rief.
Wir empfehlen Dir alle Erkrankten und bitten für sie um Heilung und Trost. Sei Du, Herr, allen Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Wir empfehlen Dir auch jene, die in Quarantäne leben müssen und sich einsam fühlen. Berühre ihre trauernden Herzen mit Deiner grenzenlosen Milde.
Gütiger Gott, halte diese Krankheit von uns fern, lass jene, die davon befallen sind, wieder gesund werden, beschütze alle, sie durch Deine Güte bisher bewahrt geblieben sind und gebiete dieser Plage Einhalt! Mach uns aber auch dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten oftmals übersehen. Darum bitten wir in Demut und Vertrauen. Amen.
Heilige Maria, du Heil der Kranken, hl. Josef, hl. Corona, hl. Viktor, hl. Sebastian, hl. Rochus bittet für uns.

Informiert in den Tag starten!

Mit dem Bezirksblätter "Update am Morgen".

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Autor:

Johanna Schweinester aus Kitzbühel

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