Debatte um Plöckentunnel
Der Plöckentunnel bleibt im Fokus
- In Kitzbühel will man keine Entwarnung in Sachen Plöckentunnel geben.
- Foto: Nikolaus Kogler
- hochgeladen von Klaus Kogler
Das Aus für Plöckentunnel wird angezweifelt; Kritik an SR Gampers Plöcken-Aussagen in Kitzbühel.
KITZBÜHEL, KÄRNTEN. Aufatmen herrscht jüngst im Bezirk Kitzbühel, nachdem die Kärntner Landesregierung dem Basistunnel am Plöcken eine Absage erteilt hatte. Dies war Ergebnis einer Arbeitsgruppe Kärnten-Friaul. Grund sei die Absage zu EU-Fördermitteln aus Brüssel, Auch ein Scheiteltunnel sei zu teuer, allein können sich die zwei Grenzregionen das Projekt nicht leisten. Gibt es keine Co-Finanzierung (Bund, EU), wäre auch eine Alternativroute über den Pass schwer machbar. Ziel in Kärnten und Friaul bleibt aber eine sichere Verbindung über die Grenze.
Wie berichtet war das "Plöckentunnel-Gespenst" zuletzt wieder zum Leben erwacht und hat die Gegner eines solchen Türöffners für eine neue Nord-Süd-Transitachse durch die Bezirke Lienz, Kitzbühel und Kufstein aufgeschreckt. Im Kitzbüheler Gemeinderat wurde etwa ein einstimmiges "Nein" zu einem Tunnel beschlossen.
"Ein Plöckentunnel hätte katastrophale Aufwirkung auf unsere Region und wird klar abgelehnt",
so Bgm. Klaus Winkler.
Vor allem in der Region Friaul-Julisch Venetien war zuletzt wieder massiv auf ein Tunnelprojekt gedrängt worden (bevorzugt ein 4,1 km langer Scheiteltunnel, da ein 8,5 km langer Basistunnel als unrealistisch bewertet wurde, Anm.).
Keine Entwarnung?
Plöcken- und Transitgegner Georg Hechenberger Dankt allen Bürgerinitiativen, dass sie nie aufgehört haben, gegen den Tunnel und den Transit zu kämpfen.
"Wir warnen jetzt aber davor, das Thema vorzeitig ad acta zu legen. Der Druck für eine neue Alpentransversale bleibt bestehen, die Pro-Plöcken-Lobby agiert weiterhin für einen Tunnel und zur Prüfung weiterer Finanzierungsmöglichkeiten."
Hechenberger weiter:
"Das Plöcken-Transit-Thema begleitet uns seit über 40 Jahren. Seither hat sich der Verkehr über die Alpen verdreifacht, die Alternativrouten (Brenner, Tauern) sind überlastet und sanierungsbedürftig, in Italien ist Minister Salvini ein absoluter Hardliner und verkehrspolitisch hat längst die EU das Sagen. So schön es wäre, so naiv wäre es aber auch anzunehmen, dass ausgerechnet jetzt die Plöckentunnel-Transit-Uraltpläne endgültig ad acta gelegt würden."
Kritik an Gamper
In der Zwischenzeit übt die Liste UK Kritik an SR Alexander Gamper (FPÖ). Dieser habe an einem Treffen der FPÖ Kärnten und Tirol teilgenommen,
"um das Tunnelprojekt voranzutreiben. Gamper mache gemeinsame Sache mit der Kärntner FPÖ und Minister Salvini und spielt der Transitlobby in die Hände",
so GR Andreas Fuchs-Martschitz, der sich auf einen Bericht im "Gailtal Journal" stützt.
In dem Bericht werden die FPÖ-Kernaussagen so dargestellt: Es bestehe Handlungsbedarf, wobei ein Scheiteltunnel als zukunftsorientierte Variante um 350 Mio. € bei 85-prozentiger EU-Kofinanzierung bewertet wird.
Gamper forderte dabei Tonnage-Limits und flankierende Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung (Umfahrungen, Untertunnelungen etc.), dann mache der Scheiteltunnel Sinn.
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