07.11.2016, 14:23 Uhr

Tierschutz in der Steiermark: "Es wird immer vorbildlicher!"

Landesrat Anton Lang und Tierschutz-Ombudsfrau Barbara Fiala-Köck im Gespräch mit der WOCHE.

Tierschutz ist zwar an sich immer Thema, derzeit ist er aber wieder ganz besonders aktuell: Einerseits sind gerade jetzt Wildtierunfälle leider auf der Tagesordnung, andererseits naht die Weihnachtszeit – und damit auch wieder jene Zeit, in der Eltern – gut gemeint und dennoch falsch – über Haustiere als Geschenk nachdenken. Ein guter Zeitpunkt also, um mit dem für Tierschutz zuständigen Landesrat Anton Lang und der steirischen Tierschutz-Ombudsfrau Barbara Fiala-Köck ins Gespräch zu kommen.

Bau-Offensive für Tierheime

Und Lang bringt es gleich vorweg auf den Punkt: "Es wird vorbildlich." Soll heißen? "Man darf nie zufrieden sein, aber wir sind in der Steiermark auf einem sehr guten Weg." Verantwortlich dafür macht er vor allem auch Barbara Fiala-Köck an seiner Seite: "Sie agiert wie eine Mediatorin, hat eine ausgleichende Wirkung, die der Sache gut tut." Es gäbe bei ihr eben nicht nur schwarz und weiß, sondern ein miteinander reden – "und das bewirkt viel".
So zum Beispiel auch in der Modernisierung der steirischen Tierheime: 175.000 Euro werden hier in den nächsten Monaten ausgeschüttet, eine weitere 50.000-Euro-Förderung für die Grazer "Arche Noah" wird noch geprüft. Die Standards seien hier ohnehin schon relativ hoch, allerdings, so Fiala-Köck: "Leider werden auch immer mehr Tiere abgegeben und ausgesetzt." Das Tierleid wird also nicht weniger, wie Fiala-Köck bestätigt: "Wir hatten zu zu tun mit verhungerten Hunden, illegale Schächtungen und anderen eklatanten Tirquälereien." Und man könne Tierleid durchaus mit Menschenleid assoziieren: "Wer roh zu Tieren ist, ist es wohl auch zu Menschen ..."

Die Säule: das Ehrenamt

Menschen, die ganz anders ticken, sind der wichtigste Faktor des heimischen Tierschutzes: die Ehrenamtlichen. "Das sind Steirer, die tausende Stunden im Jahr im Einsatz sind, Großartiges leisten – all das aus Liebe zu Tieren", spricht Lang ein großes Danke aus. Und diese werden wohl nach Weihnachten wieder alle Hände voll zu tun haben, weil allzuoft Tiere als "Weihnachtsgeschenk" herhalten müssen – und bald danach im Tierheim landen. "Tiere eignen sich nicht, um Kinderwünsche zu erfüllen", so Fiala-Köck. Und Anton Lang appelliert an die Steirer: "Überlegen Sie sich gut, ob das Tier zu Ihnen passt und ob sie alle Voraussetzungen dafür haben." Künftig sind übrigens auch Schulaktionen geplant, der richtige Umgang und das Verhalten Tieren gegenüber soll so bereits in jungen Jahren gelernt werden.


Vorhaben für 2017

Auch in anderen Bereichen will Lang aktiv werden: "Tierschutz ist Weiterentwicklung, ein ständiger Prozess und eine Herausforderung", ist er sich bewusst. Projekte mit Jugendlichen sind dabei ebenso Thema wie das Streunerkartzen-Projekt oder die Landestierschutzkonferenz 2017. Und es gehe darum Haltungsbedingungen zu verbessern, vor allem in der Nutztierhaltung. "Klar muss aber auch sein, dass dies für die heimischen Bauern mit Kosten verbunden ist", so Lang. Deshalb dürfe die Tierliebe nicht an der Fleischtheke enden: Der Konsument habe es mit seinem Kaufverhalten ein Stück weit in der Hand – indem er Produkte aus artgerechter Haltung kauft.
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