Praktiker warnt
"Rein positives Hundetraining oft ausschlaggebend für Misere"
- "Xena" wird demnächst an eine neue Besitzerin übergeben.
- Foto: rg-dogs
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Nach der Hundebiss-Attacke im Sommer, bei der einer Joggerin in Tillmitsch der Daumen abgebissen wurde, war der Fall nun Thema im Bezirksgericht Leibnitz. Noch stehen viele Fragen offen. Trotzdem scheint es für den American Staffordshire Terrier „Xena“ mit neuer Besitzerin Hoffnung zu geben.
LEIBNITZ. Seit der Hunde-Attacke in Tillmitsch sind bereits mehrere Monate vergangen, doch der Fall bewegt noch immer die Öffentlichkeit weit über die Bezirksgrenzen hinaus. Nach der Verhandlung im Bezirksgericht Leibnitz sind aufgrund der Zeugenaussagen weitere Gutachten notwendig und der Prozess wurde vertagt. MeinBezirk hat währenddessen nachgefragt, wie die Geschichte mit dem American Staffordshire Terrier "Xena" ausgegangen ist.
Der Joggerin wurde von "Xena" der rechte Daumen abgebissen und das Opfer wurde dieser in einer stundenlangen Not-OP im LKH Graz wieder angenäht.
- Die Joggerin, die von "Xena" gebissen wurde, besuchte den Vierbeiner bei Hundetrainer Georg Resch.
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"Xena" wurde nach dem Vorfall an Hundetrainer Georg Resch von "RG-Dogs" in Hartberg mit der Vereinbarung übergeben, dass er nicht mehr zurück nach Tillmitsch kommt. Der erfahrene Hundepraktiker versicherte gegenüber MeinBezirk damals: "Die American Staffordshire Terrier Hündin bleibt jetzt ein Monat bei uns in der Hundepension, da sie als nicht gefährlich eingestuft ist. Wenn sie anschließend keinen Platz findet, dann kommt sie in den Verein 'Teufels Hunde', eine tierheimähnliche Einrichtung für Problemhunde", so Resch, der weiter betont: "Eine Analyse ergab, dass der Hund komplett unauffällig ist."
Eine neue Besitzerin für "Xena"
Nach Monaten intensiven Trainings wird "Xena" demnächst bei Hundetrainer Georg Resch wieder ausziehen: "Der American Staffordshire Terrier kommt in den nächsten Tagen auf Probe zu einer sportlichen jungen Dame, die schon einen Rüden besitzt. Hier sind die Voraussetzungen optimal, denn ein Hund braucht Freilauf und Sozialkontakte."
- "Xena" wird demnächst an eine neue Besitzerin übergeben.
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Georg Resch verweist in diesem Zusammenhang wiederholt auf die vielen Vorfälle mit bissigen Hunden. "Es werden auch 2025 zahlreiche Menschen von einem Hund gebissen werden oder im schlimmsten Fall an den Folgen sterben. Das ist kein Problem der Behörde, sondern mittlerweile ein nationales Sicherheitsproblem", spricht Resch, der täglich mit Problemhunden arbeitet, ein heikles Thema an.
"Der Hundekundenachweis ist in der derzeitigen Form komplett wertlos. Trotz Verschärfungen werden Hunde Menschen auch in diesem Jahr schwer oder tödlich verletzen."
Georg Resch, RG-Dog, Hartberg
"Hund beißt nicht aus Versehen"
"Um Hunde gut zu erziehen, sind Leckerli alleine zu wenig. Und nur nett sein, hilft dem Vierbeiner auch nicht. Schwere Zwischenfälle mit Hunden passieren oft nur deshalb, weil ein rein positives Hundetraining nicht zum Erfolg führt. Jeder Hund braucht klare Regeln, denn schließlich handelt es sich um ein Raubtier, das in den eigenen vier Wänden gehalten wird", führt der Praktiker vor Augen.
- "Xena" wird von Georg Resch als unauffälliger Hund beschrieben, dennoch musste der Hund in den vergangenen Monaten noch viel lernen.
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Ist ein Hund verhaltensauffällig, so sollte die Besitzerin bzw. der Besitzer keineswegs abwarten. "Handeln und nicht ignorieren, lautet die Devise", betont Resch, "denn von heute auf morgen beißt kein Hund".
Alle Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer sollten sich aus der Sicht von Hundetrainer Georg Resch darüber bewusst sein: "Kein Hund beißt aus Versehen, sondern aus purer Absicht, weil er es nicht besser gelernt hat. Ein Hund braucht Grenzen."
So läuft es mit dem Hundekundelehrgang
- Mit Novellierung des Steiermärkischen Landes-Sicherheitsgesetzes trat für Hundehalterinnen und Hundehalter ab 1. Jänner 2013 die Verpflichtung zum Nachweis der allgemeinen Sachkunde durch einen Hundekundenachweis in Kraft. Die erforderliche Sachkunde wird durch eine vierstündige Ausbildung erbracht.
- Der nächste Kurs findet am Freitag, 21. Februar 2025, in der Zeit von 14 bis 18 Uhr in der Bezirkshauptmannschaft Voitsberg, Schillerstraße 10, 8570 Voitsberg, Sitzungssaal (1. Stock) statt. Hunde sind zur Veranstaltung nicht mitzunehmen. Die Kursanmeldung muss bis spätestens sieben Tage vor dem Kurstermin (das ist bis zum 14. Februar 2025) im Veterinärreferat der Bezirkshauptmannschaft Voitsberg erfolgen (schriftlich, telefonisch oder per E-Mail).
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