Stadtfeuerwehr Leibnitz übt für den Ernstfall

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Glücklicherweise nur eine Übungsannahme war ein Chlorgasaustritt am 18. Mai im Städtischen Bad in Leibnitz. Ausgangslage des Szenarios war ein Unfall im Bereich der Maschinenräume. Eine Person wurde dabei im Bereich des austretenden Schadstoffes vermisst. Bereits auf der Anfahrt rüstete sich aufgrund des vorgegebenen Szenarios der erste Löschzug mit Schwerem Atemschutz aus, um eine schnellstmögliche Rettung der möglicherweise vermissten Person zu garantieren.
Am „Einsatzort“ angekommen, erkundete der Einsatzleiter zunächst die Lage und erhielt von einem der diensthabenden Bademeister Auskunft über die Gegebenheiten im Maschinenraum und auch über die austretende Chemikalie. Als erste Maßnahme erteilte er dem Atemschutztrupp den Einsatzbefehl zur Personensuche und –rettung. Als zweite Maßnahme ließ er eine B-Leitung in Verbindung mit einem Hydroschild aufbauen, um eine Wasserwand zu erzeugen, die ein großräumiges Ausbreiten des Schadstoffes verhindern sollte. Da es sich um einen Unfall mit Chemikalien in größerem Ausmaße handelte, wurde vorsorglich der Schadstoffzug Süd – bestehend aus der Berufsfeuerwehr Graz, der Betriebsfeuerwehr Magna Powertrain Lannach sowie den Feuerwehren Deutschlandsberg und Lebring – alarmiert.
Zeitgleich agierte der Atemschutztrupp bereits im kontaminierten Bereich und konnte die vermisste Person im unterirdischen Teil der Kläranlage rasch lokalisieren. Über den Stiegenaufgang konnte das Opfer gerettet und dann am Sanitätssammelplatz erstversorgt werden. Das nachkommende Kommandofahrzeug errichtete zur besseren Abwicklung und Übersicht etwas abseits des Geschehens die Einsatzleitung.
Zeit zum Ausruhen blieb für den bereits eingesetzten Atemschutztrupp jedoch keine. Voll gefordert, galt es auch den südlichen Bereich des Unglücksortes abzusichern. Noch unter Schwerem Atemschutz wurde eine weitere Schlauchleitung mitsamt einem zusätzlichen Hydroschild aufgebaut, um das Ausbreiten in sämtliche Richtungen größtmöglich zu verhindern. Um auch ausreichend Wasser am Ort des Geschehens zu haben, errichteten die Besatzungen des zweiten Tanklöschfahrzeuges sowie des Löschfahrzeuges eine Zubringleitung. Da es sich dann doch um eine längere Wegstrecke handelte, wurde zusätzlich eine Tragkraftspritze zwischengeschalten. Nicht zu unterschätzen ist immer wieder die Gefahr, welche von Schaulustigen ausgeht. Zwei Kameraden hinderten daher diese, in die Gefahrenstelle einzudringen.
Inzwischen traf auch bereits das Gefährliche-Stoffe-Fahrzeug ein. Nach dem Auswählen des optimalen Aufstellplatzes rüsteten sich Kameraden der Feuerwehr Lebring umgehend mit den Chemikalienschutzanzügen aus und konnten so in den Einsatz gehen. Hauptaugenmerk lag auf der Sicherung und Schließung der betroffenen Flaschen, aus welchen die Chemikalien austraten. Die Berufsfeuerwehr
Graz errichtete zeitgleich eine Dekontaminierungsstraße, um auch nach dem Ereignis eine etwaige Ausbreitung durch die Einsatzkräfte zu verhindern und die Lebringer Einsatzkräfte fachgerecht zu reinigen. Die Betriebsfeuerwehr Magna Powertrain Lannach sowie die Feuerwehr Deutschlandsberg stellten mit dem Atemluftcontainer den Atemschutzsammelplatz und füllten die im Einsatz benötigten Atemluftflaschen des Leibnitzer Atemschutztrupps sowie die der Schutzanzugträger aus Lebring.
Das Szenario konnte ohne groß auftretende Probleme abgearbeitet werden. Unter den Übungsbeobachtern tummelten sich unter anderem der Leibnitzer Hausherr und Bürgermeister Helmut Leitenberger, Bereichsfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Fritz Partl, einige Vertreter der Berufsfeuerwehr sowie des Schadstoffzuges. Alle Anwesenden waren mit dem Übungsverlauf und der verrichteten Arbeit zufrieden und resümierten äußerst positiv. Auch Übungsleiter Manuel Mischinger drückte seine Zufriedenheit aus und konnte alle Kameraden nach einer kurzen Nachbesprechung zum gemütlichen Teil entlassen, bei welchem mit Grillerei und kühlen Getränken noch über das ein oder andere diskutiert wurde.

Fotos: David Pillinger, Stadtfeuerwehr Leibnitz

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