Sockelbetragsmodell im Gespräch
Unabhängiger Bauernverband startet Maisballen-Aktion
- Die Ernte des Maises zur UBV Maisballen-Aktion ist laut des Unabhängigen Bauernverbandes bestens angelaufen.
- Foto: UBV
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Der Unabhängige Bauernverband (UBV) reagiert auf die extreme Trockenheit und ausbleibender Futtervorräte in diesem Sommer mit einer Maisballen-Aktion. Bei einer Feldbegehung in Groß St. Florian stellte die Initiative ein Sockelbetragsmodell vor, das den Bäuerinnen und Bauern aus ihrer Sicht alle ihre erbrachten Leistungen abgelten soll.
STEIERMARK. „Ohne echte Unterstützung werden nach dem heurigen, extremen Dürrejahr zehn bis 20 Prozent der Bäuerinnen und Bauern zumindest ihre Stalltür schließen.“ Die Meinung vertritt der Unabhängige Bauernverband (UVB), der aufgrund der knappen Futtervorräte nun selbst aktiv wird und für die Einführung eines Sockelbeitragsmodells plädiert.
„Konkret stellen wir das Sockelbetragsmodell zur Diskussion, bei dem den Bäuerinnen und Bauern alle ihre erbrachten Leistungen abgegolten werden. Damit würde das Bauerngeld auf den Betrieben landen und nicht in irgendeinem 'Förderverein oder einer Agrar-Verwaltungsagentur'. Die Bäuerinnen und Bauern müssten nicht mehr Schulden machen, weil sie wieder Geld verdienen. Es bräuchte kaum bis keine Förderungen mehr und wir hätten einen gesunden ländlichen Raum mit einer gesicherten Versorgung mit heimischen Lebensmitteln“, führt Rudi Gutjahr, Obmann des UBV Steiermark, aus.
- Die notwendigen Maisflächen, die ursprünglich als Körnermais geplant waren, wurden siliert und in Ballen gepresst.
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Der UBV konnte Dank der Bauernsolidarität 2.000 Maisballen mobilisieren. Das sind rund 2.000 Tonnen Futtermittel oder rund 80 Lkw-Züge mit je 25 Ballen. „Es zeigt sich in dieser schwierigen Zeit für tausende Betriebe, dass es noch Solidarität bei den Bäuerinnen und Bauern gibt. Hilf dir selbst, dann ist dir geholfen. Die von der Politik erhoffte Unterstützung ist bisher ausgeblieben“, merkt Gutjahr an.
"Es wird viel geredet, aber die Ergebnisse des 'Dürre Hilfspakets' ist nur aus der Sicht jener gut, die den Bäuerinnen und Bauern dieses Unding umhängen. Fakt ist, dass mit dem Dürre-Hilfspaket kein Geld auf die Betriebe kommt. Dies wäre mit der vorgezogenen Auszahlung der Agrar-Gelder im September möglich. Die Bundesregierung zieht es aber vor, die Bäuerinnen und Bauern zu den Banken zu schicken, um sie in neue Schuldenfallen zu treiben. "
Der Unabhängige Bauernverband (UBV)
- Der Unabhängige Bauernverband stellt das Sockelbetragsmodell zur Diskussion, bei dem den Bäuerinnen und Bauern alle ihre erbrachten Leistungen abgegolten werden.
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Maisballen-Aktion gut angelaufen
Aus der Sicht des Unabhängigen Bauernverbandes ist die initiierte Maisballen-Akion durchaus eine Solidaritätsaktion, die von Toni Ertl aus Groß Sankt Florian gemeinsam mit Rudi Gutjahr ubd Barbara Kapaun-Lerchbaum gestartet und organisatorisch umgesetzt wurde. Die notwendigen Maisflächen, die ursprünglich als Körnermais geplant waren, wurden siliert und in Ballen gepresst. Die Ballen werden nach dreiwöchiger Ruhezeit (Gär-Phase) den Bäuerinnen und Bauern zugestellt. „Es ist für viele Betriebe insgesamt wichtig, dass sie zu Futtermittel kommen, die leistbar sind, damit sie den Winter ohne Tierverkauf überstehen werden“, betont die Gemeinschaft.
„Die aktuelle Dürre, die man trotz sichtbarer und spürbarer Veränderung des Klimas sicherlich als Extremereignis im Jahr 2026 einstufen muss, zeigt aber unverblümt auf, dass die aktuelle Agrarpolitik mit uralten Rezepten oder Maßnahmen nicht nur in die Jahre gekommen ist, sondern mit ihrem Latein am Ende ist“, betont Rudi Gutjahr, Obmann des UBV Steiermark, der nicht mit Kritik spart: „Die Bauernvertretung tut nach wie vor so, man würde eh alles tun und es sei eh alles bestens. Allein die Tatsache, dass seit 1986 sich die Anzahl der Betriebe um rund Zweidrittel reduzierte, sollte jedem die Augen öffnen, dass da die Agrarpolitik komplett am Holzweg ist.“
- Durch die extreme Trockenheit sind Futtervorräte heuer besonders rar.
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Gab es in Österreich 1986 noch rund 300.000 Betriebe, so sind es heute noch rund 100.000 Betriebe. „Wenn Extrem-Wetter Ereignisse und vor allem die desaströsen Einkommen so weitergehen, sind mit 2030 zumindest 50 Prozent der Betriebe Geschichte“, warnt Gutjahr. „Wir im UBV engagieren uns deshalb, weil wir Bäuerinnen und Bauern bleiben wollen.“
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