Trofaiacher Stimmungsbilder
Gernot Strebl: "Die Dinge so nehmen, wie sie daherkommen"

Gernot Strebl teilt seine Erfahrungen und Emotionen nach der zweiten Woche der Ausgangsbeschränkungen.
  • Gernot Strebl teilt seine Erfahrungen und Emotionen nach der zweiten Woche der Ausgangsbeschränkungen.
  • Foto: KK
  • hochgeladen von Verena Riegler

Mit den "Trofaiacher Stimmungsbildern" zeigt Jacqueline Juri, wie sich der Alltag der Menschen in Trofaiach in der aktuellen Zeit verändert.

"Das Stimmungsbild einiger Menschen in einer kleinen Stadt in einer Krisenzeit zu archivieren", ist das Ziel des Projektes von Jacqueline Juri, der Obfrau des Museumsvereins Trofaiach. Dafür hat sie in den vergangenen Wochen einige Trofaiacher telefonisch befragt, um zu erfahren, wie es ihnen mit der aktuellen Situation ergeht. Nachdem der Musiker und Musikschullehrer Gernot Strebl seine Gedanken und Erfahrungen bereits nach der ersten Woche der Ausgangsbeschränkungen geteilt hat, folgt nun ein weiteres Fazit nach Woche zwei.

Die zweite Woche seit der Ausgangsbeschränkung ist nun vorbei. Wie empfinden Sie Ihren körperlichen und geistigen/seelischen Zustand?
GERNOT STREBL: Mein körperlicher Zustand ist sehr gut, nach wie vor. Wir bewegen uns und versuchen jeden Tag hinaus zu gehen, auch mit den Kindern. Das ist für uns wichtig und notwendig, um das Gehirn durchzulüften und um den Kopf frei zu bekommen. Es sind immer so viele Gedanken da, permanent, die man sich rund um die Krise macht.
Vor gut einer Woche hat es einen uns sehr nahestehenden Menschen erwischt, mit dieser Erkrankung. Diese Person ist jetzt im Krankenhaus mit einer beidseitigen Lungenentzündung, bereits im künstlichen Tiefschlaf und musste intubiert werden. Man denkt jetzt eigentlich von Tag zu Tag, so hat es uns auch der Arzt empfohlen. Man hat den Eindruck, dass die Person in sehr guten Händen ist. Es gibt seit zwei Tagen eine ganz leichte Besserung des Zustandes, die man von den Werten ablesen kann. Aber das heißt noch nicht, dass er schon über den Berg ist. Man kann einfach nur hoffen. Es ist eine langwierige Krankheit und die Rehabilitation wird sicherlich auch eine Zeitlang dauern. Auf das muss man sich einstellen. Wir hoffen halt das Beste, denken ganz viel an diese uns sehr nahestehende Person. Ganz viele Leute rufen uns an und nehmen Anteil, bestärken und unterstützen uns. Das ist für uns natürliche eine traurige Angelegenheit. Auf der anderen Seite ist es schön, wie sich die Mitmenschen daran beteiligen.

Was beschäftigt Sie/dich derzeit, auch im Hinblick auf Ihren/deinen Alltag?
GERNOT STREBL: Ich versuche dieses Thema nur in einem Maße für mich zuzulassen, dass es nicht schädlich ist, psychisch. Man soll sich nicht verrückt machen mit dem Thema. Was mir wichtig erscheint ist, dass jeder ausreichend auf sich schaut, sich fit hält, sich gesund ernährt, ausreichend Schlaf bekommt, und Dinge macht, die einem Freude bereiten. Ich lese sehr viel im Moment, es macht mir irrsinnig Freude, dass ich Kontakt zu meinen Schülern habe. Ich versuche ihnen auch weiterhin in der Musik was beizubringen. Das sind so meine Beschäftigungen, die ich im Moment so habe.

Was hat sich maßgeblich verändert in dieser zweiten Woche?
GERNOT STREBL: Ja, dieser persönliche Krankheitsfall, der eine massive Veränderung mit sich gebracht hat. Meine Frau und ich sind Menschen, die sich eigentlich gerne mit anderen Menschen treffen. Über das Telefon hat das natürlich nicht die gleiche Wertigkeit, wie, wenn man sich bei Tisch gegenübersitzt. Wir haben uns jetzt aber bewusst hingesetzt, am Abend, mit Freunden, die angerufen haben und dann haben wir gemeinsam zweieinhalb Stunden vor dem Videotelefon verbracht. Es hat total gutgetan, man sieht die Personen am Bildschirm und die Reaktionen von der Körpersprache. Das hat eine ganz andere Qualität. Ich finde das schön.

Was möchten Sie/du Ihren/deinen Mitmenschen mitteilen?
GERNOT STREBL: Das Wichtigste ist, dass man sich grundsätzlich den Optimismus bewahrt. Als Perspektive kann man sich darauf einstellen, dass es erst der Beginn ist und es noch lange dauern wird. Man kann es aber auch als Chance für vieles begreifen. Wir können durchaus Handlungsweisen kultivieren, jetzt in der Krise, die in Zukunft vielleicht von Vorteil sind, für uns persönlich, aber auch für die Gesellschaft. Optimismus ist sicher wichtig, glaube ich! Man soll im Kopf flexibel bleiben und die Dinge so nehmen, wie sie daherkommen!

Interview: Jacqueline Juri

>>Hier gibt‘s weitere Stimmungsbilder und die Interviews der ersten Woche<<


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