Masterarbeit ausgezeichnet
Würdigungspreis für die Leobener Opernsängerin Corina Koller

Für ihren Masterabschluss schrieb Corina Koller über den Raub geistigen Eigentums der Frau in früheren Zeiten und bekam dafür den Würdigungspreis 2021 verliehen.
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  • Für ihren Masterabschluss schrieb Corina Koller über den Raub geistigen Eigentums der Frau in früheren Zeiten und bekam dafür den Würdigungspreis 2021 verliehen.
  • Foto: Shirley Suarez
  • hochgeladen von Astrid Höbenreich-Mitteregger

Corina Koller, Opernsängerin aus Leoben-Hinterberg, erhielt für die Masterarbeit ihres Gesangsstudiums den Würdigungspreis für studentische Spitzenleistungen.

LEOBEN. „Mit so einer wunderbaren Auszeichnung habe ich überhaupt nicht gerechnet, denn ich hatte im Vorfeld nicht die geringste Ahnung, dass ich dafür vorgeschlagen wurde. Vor kurzem kam ein Anruf des Rektorates der Kunstuniversität Graz und mir wurde mitgeteilt, dass ich dafür nominiert bin“, erzählt Corina Koller freudig. Verliehen hätte der mit 3.000 Euro dotierte Preis Ende November in der Aula der Wissenschaften in Wien werden sollen, die Veranstaltung fand coronabedingt aber leider nicht statt. „Diesen festlichen Akt der Verleihung hätte ich schon gerne erlebt“, sagt die Hinterbergerin, „daher wurde mir die Auszeichnung per Post zugestellt. Aber ich freue mich natürlich trotzdem riesig darüber.“

Geistiges Eigentum der Frau

Thematisiert hat die mittlerweile fix angestellte Opernsängerin des Ensembles der Grazer Oper den Raub geistigen Eigentums der Frau in früheren Zeiten. „Und zwar anhand des Beispiels von Johann Wolfgang von Goethe und seiner Muse Marianne von Willemer sowie des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy und seiner Schwester Fanny Hensel. In beiden Fällen sind Werke unter dem Namen der Männer veröffentlicht worden, an denen die Frauen maßgeblich beteiligt waren. Diese Werke hätten weniger Erfolge unter dem Namen der Frau gefeiert“, erklärt Corina Koller den Inhalt ihrer Masterarbeit. „Es war ein Herzensthema für mich und deshalb freue ich mich so sehr, dass es gewürdigt wurde“, betont die junge Frau, die in Graz wohnt und bereits während ihres Gesangsstudiums, das sie vergangenes Jahr mit Auszeichnung abschloss, Teil des Ensembles der Grazer Oper wurde.

Debüt am Opernhaus

„Ich habe eine Woche nach dem Masterabschluss mein Debüt am Opernhaus gegeben, und zwar im Musical ‚Anatevka‘. Die weiteren sieben Vorstellungen wurden dann aber wegen Corona abgesagt, wie so viele Produktionen, für die ich bereits die Rollen gelernt habe.“ Aktuell davon betroffen ist auch die Operettenproduktion des Musiktheaters Leoben „Die Rache der Fledermaus“, die ab 18. Dezember im Stadttheater Leoben aufgeführt hätte werden sollen und nun auf kommendes Jahr verschoben wurde. Corina Koller hätte die Rolle der „Rosalinde“ gesungen.

Gestutzte Flügel im Lockdown

„Für mich als Sängerin und Darstellerin sind die Lockdowns schlimm. Es ist, als ob einem die Flügel gestutzt würden, man fühlt sich wie ein Rennpferd, das nur im Stall steht und wartet. Ein sehr unbefriedigendes Gefühl. Zu all dem kommt die große Angst, dass die Kondition sinkt, die man als Sänger benötigt, denn man kann zu Hause das Niveau des Trainings nicht halten, ohne Familie und Nachbarschaft in den Wahnsinn zu treiben“, meint Koller, für die die Bühne alles bedeutet. Dieses Gefühl sei „das beste überhaupt“. „Auf der Bühne erlebe ich einen ‚Rennpferdrausch‘. Das ist eine feine Nervosität, die mich oft Dinge machen lässt, von denen ich selbst nicht wusste, dass ich sie kann. Es ist eine gute Nervosität, die aber in keinster Weise mit Angst verbunden ist“, erklärt Corina Koller, die bereits mit fünf Jahren als Ballerina auf der Bühne des Leobener Stadttheaters stand.

Faszination Bühne

Die Leidenschaft für die "Bretter, die die Welt bedeuten" stammt daher, dass Eltern und Oma sie schon immer zu Musicals und Operetten mitnahmen und die Bühne auf sie eine unglaubliche Faszination ausübte. „Ich habe meinen Traumberuf gefunden, in dem ich Gesang, Tanz und Bühne vereinen kann; in dem ich Emotionen über Körpersprache und Gesang ins Publikum transportieren kann und von den Zuschauern wieder so viel positive Energie zurückbekomme.“ Die junge Leobenerin hofft, dass sie diesen Beruf, der sie so erfüllt, auch künftig konstant ausüben und davon leben kann: „Musiktheater ist mein Lebensinhalt, ich spüre immer wieder aufs Neue die Magie und die Liebe dazu.“

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