Erzberg-Gesäuse-Express
Land sieht keinen Bedarf an Grünem Leuchtturmprojekt
- Der Verein Erzbergbahn pflegt den touristischen Bahnverkehr in der Region.
- Foto: WAFO
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Ein Bahn-Tourismusprojekt nach Schweizer Vorbild ist es, was den steirischen Grünen mit dem sogenannten "Erzberg-Gesäuse-Express" schon seit vielen Jahren vorschwebt. Nun gab es seitens der Landesregierung mit dem Hinweise auf "mangelnden Bedarf" eine klare Absage. Aufgeben will Landtagsabgeordneter Lambert Schönleitner deshalb aber nicht. Das Potenzial von Bahnlinien im Tourismus sei einfach zu groß.
STEIERMARK. Viel wurde schon darüber berichtet und immer wieder darüber diskutiert, für eine Umsetzung hat es allerdings bislang nicht gereicht: Die Rede ist vom Projekt "Erzberg-Gesäuse-Express", mit dem die Steiermark nach Ansicht des Grünen Landtagsabgeordneten Lambert Schönleitner einen wesentlichen ersten Pflock im Bahntourismus einschlagen könnte. Dass dieser Bereich enormes Potenzial berge, zeige ein Blick in die Schweiz. Mit der sogenannten "Grand Train Tour of Switzerland" verstehe es unser westlicher Nachbar schon lange, vorhandene historische Schieneninfrastruktur zu nutzen, um Touristinnen und Touristen aus aller Welt ins Land zu bringen.
- Die Grünen wollen mit einer Tourismusbahn den Erzberg mit den Gesäuse verbinden.
- Foto: Christian Hahn
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Bahnstrecke nach Schweizer Vorbild
Was den Grünen im konkreten Fall vorschwebt, ist eine "Grand Tour of Austria" nach Schweizer Vorbild. "Internationale Touristinnen und Touristen könnten ab Wien über die 'Semmering Ghega-Bahn' nach Leoben, von dort mit dem 'Erzberg-Gesäuse-Express' nach Selzthal und dort wiederum über die landschaftlich ebenso beeindruckende 'Salzkammergutbahn' via Bad Aussee zum Weltkulturerbe Hallstatt fahren", führt Schönleitner aus. Das Herzstück würde der bereits erwähnte Erzberg-Gesäuse-Express zwischen Leoben und Admont bilden. Die Voraussetzungen seien in vielerlei Hinsicht vielversprechend. Vor allem das durchgehend vorhandene Normalspurgleis von Leoben über Trofaiach, Vordernberg, den Präbichl und Erzberg, Eisenerz, Hieflau, den Nationalpark Gesäuse und Admont bis nach Selzthal sei dafür eine "perfekte Grundlage", so Schönleitner.
„Die Region verfügt über herausragende touristische Highlights wie das Hochofenmuseum Radwerk IV in Vordernberg im Erzherzog-Johann-Kontext, das Schaubergwerk und Zentrum am Berg in Eisenerz oder das Skigebiet Präbichl. Auch der Nationalpark Gesäuse mit dem größten Felskatarakt Mitteleuropas und die größte Klosterbibliothek der Welt in Admont gehören dazu.“
Lambert Schönleitner, Landtagsabgeordneter der Grünen
- Der Grüne Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner will eine "Grand Train Tour" nach Schweizer Vorbild.
- Foto: Lt Stmk/Fischer
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Es sei an der Zeit, dass die Steiermark das enorme Potenzial von Bahnlinien im Tourismus erkenne. Dieses Potenzial müsse man zeitgemäß nutzen. Um diesem Anliegen Gehör zu verschaffen, brachte die Fraktion der Grünen einen Antrag zum Leuchtturmprojekt "Erzberg-Gesäuse Express" an Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl (Wirtschaft, Tourismus, Regionen, Wissenschaft und Forschung) und Landeshauptmann-Stellvertreter und Verkehrsreferent Anton Lang. Unter anderem wird die Landesregierung darin aufgefordert, wie bereits 2009 beschlossen, eine Machbarkeitsstudie voranzutreiben.
"Derzeit kein Bedarf "
Die Stellungnahme, die kürzlich an die Grünen erging, fiel jedoch nicht wie erhofft aus. Seitens der Verkehrsabteilung werde "derzeit kein Bedarf" an einem zusätzlichen Zugsverkehr im Verbundtarif gesehen, dessen Kosten über den Verbund finanziert würden und ausschließlich dem Tourismus dienen würde. Einem kommerziellen Anbieter stehe es jedoch jederzeit frei, ein solches für den Tourismus sicher attraktives Angebot zu organisieren und anzubieten.
- Auch LH-Stv. Anton Lang sieht derzeit keinen Bedarf an einem zusätzlichen Zugsverkehr im Verbundtarif, dessen Kosten über den Verbund finanziert werden würden.
- Foto: Konstantinov
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Seitens der Abteilung 12, Wirtschaft, Tourismus, Wissenschaft und Forschung, werde festgehalten, dass eine vorhandene gute Infrastruktur im Straßen- oder Eisenbahnbereich von Bedeutung für den Erfolg des steirischen Tourismus sei. Daraus könne allerdings nicht rückgeschlossen werden, dass das Tourismusressort auch für die Errichtung, Förderung oder gar die Erstellung von Plänen und Studien von Verkehrsstrecken zuständig sei.
- In ihrer gemeinsamen Stellungnahme sehen Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl (im Bild) und LH-Stv. Anton Lang derzeit keinen Bedarf.
- Foto: Oliver Wolf
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Thema weiter forcieren
Wenig erfreut zeigt sich Schönleitner naturgemäß über die Stellungnahme. Er erinnert daran, dass sich der Landtag bereits 2009 einstimmig für eine Machbarkeitsstudie ausgesprochen habe. Er fordert einen raschen Start der notwendigen Studien und Gespräche, um das Projekt voranzutreiben. Das Thema wolle er jedenfalls weiter forcieren.
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