Tourismusverband mit Wald-Schwerpunkt
Peter Rosegger hilft den Hochsteirern gleich zweimal
Wo lässt sich der touristische Sommerschwerpunkt mit Wald & Peter Rosegger der Erlebnisregion Hochsteiermark besser präsentieren, als in Roseggers Waldheimat.
HOCHSTEIERMARK. In der Waldschule am Alpl wurde unlängst wieder unterrichtet. Vorne an der Tafel wurde diktiert, in den kleinen Schulbänken wurde eifrig mitgeschrieben, manchmal wurden knifflige Fragen gestellt. In den hinteren Bankreihen wurde getratscht, einige haben sogar abgeschrieben. Es gab eine Schuljause, die der Andreas von daheim mitbekommen hat und nach der Stunde ging es zum Freiluftsport mit Peter.

- Pressekonferenz im Herzen der Waldheimat – in der Waldschule, eine von drei Rosegger-Gedenkstätten in Krieglach.
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So lässt sich eine Pressekonferenz des Tourismusverbandes Hochsteiermark auch kreativ beschreiben, wenn man sie in einem Klassenzimmer der Waldschule stattfinden lässt. Die Rosegger-Gedenkstätte wurde ganz bewusst gewählt. Heuer jährt sich der 180. Geburtstag des visionären Literaten Peter Rosegger, der 1843 am Alpl geboren wurde. Und der touristische Jahresschwerpunkt Wald lässt sich im Herzen der Waldheimat besonders gut vermitteln.
101 Jahre Waldschule Alpl
Die Krieglacher Bürgermeisterin Regina Schrittwieser als "Gastgeberin" erläuterte den historischen Zusammenhang zwischen Peter Rosegger und der Waldschule: Nach nur viereinhalb-monatiger Bauzeit und vielen Spenden wurde die Schule für die Alpler Bauernkinder 1902 eröffnet. Seit 1975 ist die Waldschule nicht mehr zu Unterrichtszwecken in Betrieb und wurde zum Museum umfunktioniert. Die Waldschule ist als einzige Gedenkstätte im Besitz der Marktgemeinde.

- Bei der Waldschule beginnt auch der Waldpädagogische Lehrpfad, der auch am Hof vom "einzigen Vollerwerbsbauern" am Alpl – so die Eigendefinition von Peter Rossegger – vorbeiführt.
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Das Bindeglied zur Waldheimat stellt ein anderer Peter Rossegger vulgo Schmiedhofer her. Im Zuge einer kleinen Wanderung (Freiluftsport – siehe oben) entlang des Waldpädagogischen Lehrpfades stellte er sehr anschaulich den Zusammenhang zwischen Waldwirtschaft, Klimaschutz und touristischer Nutzung her. Auch in die Thematik Besucherlenkung sind sowohl Waldbesitzer als auch Tourismusvertreter involviert – hier gibt es bereits ein Leaderprojekt des Naturparks Mürzer Oberland, das beispielgebend für die gesamte Region sein kann. Naturpark-Geschäftsführer Andreas Steininger stellte dabei auch des Festprogramm zum 20-jährigen Bestehens des Naturparks vor.
Die Region am Teller
Jetzt zum anderen Andreas: Vier-Haubenkoch Andreas Krainer brachte Kostproben aus seiner Küche mit (siehe oben: Andi und die Jause) und gab damit auch gleich das kulinarische Motto einer ganzen Region vor: "Wir bringen die Region auf den Teller. Wir kommen ganz ohne internationale Luxusprodukte aus. Gerade das macht uns so einzigartig." Bei den Krainers wird heuer auch gefeiert: Seit 25 Jahren betreibt die Familie Krainer das Restaurant in Langenwang, die große Küchenparty dazu gibt es am 30. April.
Irene Pfleger, Obfrau des Roseggerbundes, skizzierte die Feierlichkeiten zum 130-Jahr-Jubiläum. "Die 38. Roseggerwoche steht ganz im Zeichen dieses Jubiläums. Ein Höhepunkt ist sicherlich die Theaterproduktion ,Als ich noch der Waldbauernbub war' mit der Mittelschule Krieglach und der Krieglacher Landjugend. Diese Theateraufführung hat das Potenzial zum Dauerbrenner", so Irene Pfleger.

- Auch eine Form von Unterricht: Peter Rossegger "belehrt" die hochsteirischen Touristiker zum Thema Wald.
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Keine fade Sekunde in der Hochsteiermark
In der Rolle der "Gastlehrer" fühlte sich der Hochsteiermark-Vorstand sichtlich wohl. Vorsitzender Nino Contini: "Wir können nur vermarkten, was da ist. Deshalb sind wir über die vielen Kleinode wie hier das Alpl mit Rosegger-Geburtshaus und Waldschule auch so dankbar. Mittlerweile bin ich felsenfest davon überzeugt, dass man in der Hochsteiermark 14 Tage Urlaub machen kann, ohne dass einem eine Sekunde fad wird."
Jochen Jance, Bürgermeister von St. Barbara, stellt die hochsteirischen "Sommerberge" in den Vordergrund. "Mit Mariazeller Bürgeralpe, Aflenzer Bürgeralm und der Veitscher Brunnalm haben wir drei Berge, die auch im Sommer bespielt werden." Auf der Brunnalm wird übrigens am 13. Mai das Kinderland mit der Sommer-Tubing-Bahn eröffnet.
Alfred Grabner ist der hochsteirische "Finanzminister, er brachte die Mathematik ins Klassenzimmer: "Unser Ziel mit den 500.000 Nächtigungen haben wir im Vorjahr erreicht. Jetzt peilen wir 550.000 Nächtigungen an – und würden damit auch das Rekordjahr 2018/19 übertrumpfen. Die Ergebnisse des 1. Quartals zeigen uns, dass wir auf einen guten Weg sind."
Hier wusste Nino Contini einzuwenden: "Vergesst mir nur ja den Tagestourismus nicht. Die Hochsteiermark ist beliebtes Tagesausflugsziel aus dem Wiener und Grazer Raum. Leider zählt als touristische Messlatte halt nur die Zahl der Nächtigungen."

- Sie stellten das Sommerprogramm der Hochsteiermark vor: Andreas Steininger, Nino Contini, Stephanie Zündel, Andreas Krainer, Regina Schrittwieser, Irene Pfleger, Jochen Jance und Alfred Grabner.
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Vom Wald zur Stadt
Hochsteiermark-Geschäftsführerin Stephanie Zündel fasste zusammen: "Wir halten am Waldschwerpunkt fest, auch weil er so gut zur Region passt. In Kombination mit Wald verfügt die Region über Naturoasen der Extraklasse. Ein passendes Bindeglied dazu stellt ein weiterer Schwerpunkt ,Stadt trifft Bike' dar. Somit haben wir es geschafft, 19 hochwertige Urlaubs-Packages für unsere Gäste zusammenzustellen. Bei der Vermarktung setzen wir auch auf Youtube-Stars, Influencer und Blogger."
Tourismus ist immer auch Emotion. Emotionen, die kürzlich auch beim Steiermarkfrühling in Wien geschürt wurden. "Das ist Stammkundenpflege in Reinkultur", so Nini Contini. Es ist, wie wenn man in Wien einen Stein ins Wasser wirft – und die Waldschule am Alpl von dieser Wellenbewegung erfasst wird.
Links:
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