Unsere Batterien sind brandheiß – im wahrsten Wortsinn

Anschauungsbeispiel: Abfallberater Helmut Prade hat sogenannte Blinkeschuhe zerlegt, um an die Akkus zu kommen.
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  • Anschauungsbeispiel: Abfallberater Helmut Prade hat sogenannte Blinkeschuhe zerlegt, um an die Akkus zu kommen.
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Falsch entsorgte Batterien und Akkus kosten Geld und bringen Gefahren mit sich. Der Mürzverband informiert.

Der Großbrand im Sperrmülllager des Mürzverbandes in Allerheiligen hat augenscheinlich gezeigt, wie gefährlich falsch entsorgte Batterien und Lithium-Ionen-Akkus sein können, genau solche haben diesen Brand ausgelöst.

Ganz eindringlich möchte der Abfallwirtschaftsverband Mürzverband wiederholt auf die fachgerechte Entsorgung von Akkus und Batterien hinweisen: "Diese müssen unbedingt über die Problemstoffsammelzentren in den jeweiligen Gemeinden entsorgt werden und haben im Restmüll absolut nichts verloren", appelliert Abfallberater Helmut Prade. Er weist vor allem auf die "versteckten" Batterien und Akkus hin, beispielsweise in Glückwunschbillets, in Puppen und Teddybären oder in den sogenannten Blinkeschuhen. "Falls es nicht möglich ist, die Batterien vom eigentlichen Produkt zu trennen, dann gehört das gesamte Produkt ins Problemstoffsammelzentrum", so Prade, der selbst am Blinkeschuh gut zehn Minuten hantieren musste, bis er an einem Schuh mit einem Stanleymesser den Akku herausgeschnitten hatte.

Anschauungsbeispiel: Abfallberater Helmut Prade hat sogenannte Blinkeschuhe zerlegt, um an die Akkus zu kommen.
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Nachdenken über Pfandsystem

Oben erwähnte Produkte fallen nicht in die Elektroaltgeräteverordnung, weil sie eine andere Grundfunktion haben als übliche E-Geräte. Dadurch bleiben die Entsorgungskosten bei der Gemeinde und somit bei der Öffentlichkeit hängen, während bei üblichen Elektrogeräten die Entsorgung bereits beim Kaufpreis inkludiert ist. "In der Abfallbranche wird bereits über ein Pfandsystem nachgedacht, um die Rücklaufquote bei den Batterien zu erhöhen", erzählt Helmut Prade – siehe dazu auch Infokasten links. Laut dem engagierten Abfallberater müsste hier die Verantwortung der Entsorgung viel stärker auf die Produzenten und den Handel abgewälzt werden. "Ist das Produkt einmal beim Kunden, dann schert sich keiner mehr um die Entsorgung – hinter mir die Sintflut."

Zehn Minuten hat es gedauert, um an die Batterien im Blinkeschuh zu kommen.
  • Zehn Minuten hat es gedauert, um an die Batterien im Blinkeschuh zu kommen.
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Eine Einstellung, die sich sehr oft auf den Konsumenten als Endverbraucher überträgt. Aus dem Auge, aus dem Sinn – und flugs landen die alten Batterien in der Restmülltonne. Ohne lange über den Rattenschwanz an Folgen für die Allgemeinheit nachzudenken. "Fehlwürfe beim Abfall kosten immer Geld. Eigentlich sollten wir uns schon beim Kauf eines Produktes Gedanken an die Entsorgung machen. Wir würden unsere Müllberge in kürzester Zeit halbieren", sagt Helmut Prade – und weiß, wie missionarisch seine Worte klingen.

Hälfte landet im Restmüll

Allein im Mürztal: 12 Tonnen Akkus und Batterien landen im Restmüll.
  • Allein im Mürztal: 12 Tonnen Akkus und Batterien landen im Restmüll.
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Mehr als die Hälfte unserer Batterien werden falsch entsorgt. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2018 und sind besorgniserregend: 45,7 Prozent der gekauften Batterien und Akkus landen auch in den dafür eingerichteten Problemstoffsammelzentren. Österreichweit gelangten 5.450 Tonnen Batterien und Akkus in den Verkauf, in den Sammelzentren kamen aber nur 2.270 Tonnen an. Bei einer jährlichen Restmüllmenge von 1,4 Mio. Tonnen beträgt der Fehlwurfanteil der Batterien 0,1 Prozent. Umgelegt auf den Mürzverband heißt das: 12 Tonnen Batterien landen pro Jahr im Restmüll.

Zum Mürzverband

Am Abfallwirtschaftsverband Mürzverband sind alle Gemeinden des Bezirkes Bruck-Mürzzuschlag beteiligt. Mehr Infos zum Mürzverband hier

Brand beim Mürzverband: keine Gesundheitsgefährdung

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