Bundeskanzler in St. Barbara
Hintsteiner entwickelt Hightech-Lösungen für Verteidigung
- Markus Reitbauer (Geschäftsführer Carbon Solutions Hintsteiner), Bernhard Ulbl (Geschäftsführer Tooling Components Hintsteiner), Martin Hintsteiner (Geschäftsführer Hintsteiner Group), Michaela Khom (Landeshauptmann-Stellvertreterin), Willibald Ehrenhöfer (Wirtschaftslandesrat) und Arno Russ (Bürgermeister von St. Barbara) vor dem Hintsteiner-Standort in St. Barbara.
- Foto: MeinBezirk/Angelina Koidl
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Das Familienunternehmen Hintsteiner mit Standorten in St. Barbara und Kindberg fertigt Bauteile für die Luftfahrt oder den Motorsport, aber auch für die Wehrtechnik. Mittlerweile machen bereits 65 Prozent des Umsatzes Aufträge der Verteidigungsindustrie aus. Im Rahmen einer Steiermarktour besuchte Bundeskanzler Christian Stocker, LH-Stv. Manuela Khom und Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer das Unternehmen.
ST. BARBARA, KINDBERG. Schon vor 20 Jahren hat die Firma Hintsteiner mit Stammsitz in Kindberg-Mürzhofen damit begonnen, sich auf die Verteidigungsindustrie zu spezialisieren. "Wir haben unsere Kundinnen und Kunden darauf aufmerksam gemacht, dass es an der Zeit wäre, auch bei militärischen Anwendungen auf Leichtbauteile wie Carbon zu setzen, da dieser Kunststoff zahlreiche Vorteile mit sich bringt", erzählt der Geschäftsführer der Hintsteiner Group Martin Hintsteiner.
- Im Besprechungsraum präsentierte Geschäftsführer Martin Hintsteiner die Geschichte und Arbeitsbereiche der Hintsteiner Group.
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Diese und noch viele weitere interessante Meilensteine in der 45-jährigen Geschichte des Familienunternehmens, aber auch Informationen über aktuelle Projekte, hatten Martin Hintsteiner und sein Team vorbereitet, um es einer politischen Delegation Dienstagvormittag zu präsentieren: darunter Bundeskanzler Christian Stocker, Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom.
"Wir haben in Österreich so viele große und kleine Mosaiksteine, die in der Rüstungsindustrie tätig sind. Aufgabe muss es sein, dieses Know-how zu bündeln, um alle möglichen Defense-Partner zusammenzufassen."
Christian Stocker, Bundeskanzler
Wehrtechnik bis Motorsport
Die Hintsteiner Group ist in verschiedenen Branchen in der Carbontechnik tätig: in der Wehrtechnik (65 Prozent), in der Industrie (20 Prozent), am Automobilsektor (10 Prozent) und im Motorsport (5 Prozent). Das betrifft nicht nur die Fertigung von Leichtbauteilen, sondern auch die Forschung bzw. Entwicklung dieser, die Produktion und auch die Qualitätssicherung. Die Hintsteiner Group verfügt über ein umfassendes Know-how in der Verteidigungsindustrie, insbesondere im Bereich hochleistungsfähiger Leichtbaustrukturen.
"Durch die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit führenden europäischen Rüstungskonzernen wurde ein tiefes technologisches Wissen aufgebaut. Es ist die unvergleichliche Kombination aus Leichtigkeit und Festigkeit, die diesen Werkstoff ausmacht. Diese Materialien können das Gewicht von Fahrzeugen und Ausrüstungen enorm reduzieren, ohne dabei an Stabilität zu verlieren."
Martin Hintsteiner, Geschäftsführer Hintsteiner Group
Waffenstationen und Schutzelemente
Martin Hintsteiner und sein Team führten die politische Delegation durch das gesamte Firmenareal am 2024 eröffneten Standort in St. Barbara-Mitterdorf. Hergezeigt wurden u. a. Prototypen von unbemannten Waffenstationen und Schutzelemente. Auch das eigene Projekt, das Schutzsystem HI2Protect für Baumaschinen, wurde vorgestellt.
"Dabei handelt es sich um einen mobilen Schutz. Baumaschinen jeglicher Art können mit diesen Bauteilen vor direktem Beschuss und Splitter geschützt werden. Der große Vorteil: Der Schutz kann angebracht oder wieder abgenommen werden – damit kann jedliche Art von Standardmaschinen gezielt nachgerüstet werden. Bei diesem Projekt laufen aktuell zwei Entwicklungsprojekte"
Jochen Schmidt, Forschungs- und Entwicklungsverantwortlicher
- Martin Hintsteiner erklärt die Funktionsweise des Schutzsystems HI2Protect für Baumaschinen.
- Foto: MeinBezirk/Angelina Koidl
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Die mobile Werkstatt
Hintsteiner möchte "führender Full-Service-Partner" der europäischen Verteidigungsindustrie und zentraler Ansprechpartner für Entwicklung, Fertigung, Prüfung, Wartung, Reparatur, Ersatzteilversorgung und einsatznahe Schutzlösungen sein.
- Dieser Lkw soll zu einer "mobilen Werkstatt" umgebaut werden.
- Foto: Hintsteiner Group
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"Und genau deswegen haben wir einen Lkw angeschafft, um das bieten zu können, eine mobile Werkstatt soll das werden", betont Hintsteiner. Die Technik darin wird noch verbaut. Der Vorteil dieser "Werkstatt" auf vier Rädern: kein System muss das jeweilige Firmengelände verlassen, die Anpassung erfolgt vor Ort und Service sowie Prüfung erfolgen direkt am "Feld".
Zubau am Standort in St. Barbara
In den vergangenen fünf Jahren hat die Hintsteiner Group rund 15 Millionen Euro investiert – darunter der Bau der neuen Betriebsstätte in St. Barbara-Mitterdorf. In den nächsten zwei Jahren sollen vier weitere Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur investiert werden.
Unter anderem wird der Standort in St. Barbara ausgebaut, ein riesiges Ersatzteil- und Komponentenlager soll errichtet werden, um die schnelle Verfügbarkeit kritischer Bauteile sicherzustellen und die Versorgung der Kundinnen und Kunden langfristig abzusichern.
"Bei diesem Lokalaugenschein zeigt sich, dass wir nicht nur Weltmarktführer bei zukunftsweisenden Werkstoffen wie Carbon und damit im Leichtbau sind, sondern auch, dass das Unternehmen mit dem Know-how ein Alleinstellungsmerkmal besitzt. Österreich ist nach wie vor ein attraktiver Industriestandort und wird es auch bleiben.
Christian Stocker, Bundeskanzler
- Jochen Schmidt, Forschungs- und Entwicklungsverantwortlicher bei Hintsteiner, erklärte der politischen Delegation die Wirkungsweise des Schutzsystems HI2Protect für Baumaschinen.
- Foto: Hintsteiner Group
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Die Hintsteiner-Group
Die Hintsteiner Group ist im Eigentum der Familie Hintsteiner. Das Familienunternehmen wurde vor 45 Jahren in Mürzhofen, mit dem Fokus auf die Kunststofftechnik, Modell- und Formenbau, gegründet. Martin Hintsteiner führt das Unternehmen in zweiter Generation. Mittlerweile beschäftigt die Hintsteiner Group in ihren Tochterunternehmen über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
- Carbon Solutions Hintsteiner GmbH, Kindberg-Mürzhofen: vereint spezialisiertes Engineering, Forschung und Entwicklung, Konstruktion sowie die Fertigung von Carbon-Strukturbauteilen
- Tooling Components Hintsteiner GmbH, St. Barbara: bündelt Engineering, Konstruktion, Entwicklung und Fertigung hochwertiger Kunststofflösungen. Ergänzt durch Hi2One-Verschleißbeschichtungen, Industrielackierung sowie Montage kompletter Systeme
- Hintsteiner Defence GmbH, St. Barbara: bündelt Technologien und Know-how der gesamten Hintsteiner Gruppe für militärische Anwendungen. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Fertigung von Leichtbaukomponenten aus Carbon-Composite-Werkstoffen
- Hilitech GmbH, Kindberg: spezialisiert auf Engineering, Konstruktion, Entwicklung und Fertigung innovativer Leichtbau-Kabinensysteme für die Luftfahrtindustrie
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