17.10.2017, 10:22 Uhr

Kuriositäten aus der Wahlkabine

Das Murtal hat gewählt. Foto: Mlakar

Warum es für die FPÖ Murau nach der Nationalratswahl ein zusätzliches Landtagsmandat gibt und die Grünen in Pusterwald nicht sehr beliebt sind.

MURTAL/MURAU. Hoffen, zittern und bangen ist nach dieser Nationalratswahl überdurchschnittlich lange angesagt. Durch die Verzögerung bei der Wahlkarten-Auszählung und das komplexe System der Vorzugsstimmen wissen viele Kandidaten auch am Dienstag noch immer nicht, ob sie den Einzug ins Parlament geschafft haben.

Sieger

In der Region gibt es gleich mehrere Sieger. Die neue ÖVP hat im Bezirk Murau abgeräumt und über elf Prozentpunkte dazugewonnen. Die SPÖ hat den Bezirk Murtal knapp vor der FPÖ für sich entschieden. Klarer Wahlsieger sind allerdings auch die Freiheitlichen, die in beiden Bezirken zulegen konnten. Wolfgang Zanger (FPÖ) ist bislang auch der einzige, der fix seinen Platz im Nationalrat bekommt. Karl Schmidhofer (ÖVP) muss noch zittern, bei Wolfgang Moitzi (SPÖ) ist es unwahrscheinlich.

Verlierer

In den beiden Bezirken Murau und Murtal waren die Kleinparteien bei dieser Wahl quasi nicht vertreten. Das beste Ergebnis schafften da noch die Neos mit knapp über 3 Prozent in Murau. Sowohl die Pinken als auch die Grünen und die Liste Pilz wären nicht im Parlament vertreten, würde es nur nach den Murauern und Murtalern gehen.

Mandate

Die FPÖ Murau hat das Kunststück geschafft und bei der Nationalratswahl ein Landtagsmandat dazugewonnen. Da Spitzenkandidat Hannes Amesbauer von Graz nach Wien wechselt, wird Gottfried Sperl voraussichtlich in den Landtag nachrücken. Ganz fix ist das für den 63-jährigen pensionierten Heeres-Mitarbeiter allerdings noch nicht: "Wir müssen erst die Ausschüsse abwarten", sagt er. Es gibt auch die Option, dass Sperl in den Bundesrat einzieht.


Feierlaune

In der Gemeinde Niederwölz wurde am Wochenende der traditionelle Maxlaunmarkt gefeiert. Wohl deshalb haben es nur wenige Niederwölzer zur Wahlurne geschafft. Mit knapp 33 Prozent Wahlbeteiligung gab es den mit Abstand niedrigsten Wert der Region - durch die Wahlkarten wird dieser allerdings noch aufgebessert. Am fleißigsten waren übrigens die Mühlener mit über 75 Prozent Wahlbeteiligung (ohne Wahlkarten).


Hochburgen

In den traditionell roten Gemeinden Fohnsdorf und Zeltweg wurde diesmal mehrheitlich FPÖ gewählt. Ein Umstand, den sich nicht einmal Bezirksobmann Wolfgang Zanger wirklich erklären kann. Die meisten Stimmen für die SPÖ gab es in Knittelfeld, Spielberg und Mühlen. Die ÖVP hat in Oberwölz und Pusterwald abgeräumt. Dort gab es für die Grünen heuer ganz genau null Stimmen.

Heimvorteil

In ihren jeweiligen Heimatgemeinden haben die regionalen Spitzenkandidaten durchwegs Spitzenergebnisse geholt. Karl Schmidhofer (ÖVP) darf sich in St. Georgen am Kreischberg über fast 49 Prozent freuen. Wolfgang Zanger (FPÖ) kam in Lobmingtal auf über 31 Prozent und Wolfgang Moitzi (SPÖ) wurde in Spielberg mit 38 Prozent belohnt.


» Zu den Ergebnissen aus den Bezirken Murau und Murtal

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