Land NÖ gesprächsbereit
Hunderte protestieren bei Großdemo in St. Pölten für Kliniken und Notärzte

Großdemo in St. Pölten gegen den Gesundheitsplan 2040+  | Foto: Lauren Fahrenberger / MeinBezirk
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Knapp 1.000 Menschen zogen heute (23.04.2026) durch die Straßen St. Pöltens bis zum Landtag Niederösterreichs. Mit der überparteilichen Großdemo kämpft die "Plattform NÖ" für den Erhalt von zwei Krankenhäusern und elf Notarztstützpunkte in Niederösterreich. Sechs Vertreterinnen und Vertreter riefen im Gespräch mit der Landesregierung dazu auf, den Gesundheitsplan 2040+ zu überarbeiten.

NÖ. Um 10:45 Uhr startete der Menschenzug vom Hauptbahnhof in St. Pölten Richtung Regierungsviertel. Rund tausend Demonstrierende kamen an diesem Donnerstagvormittag aus ganz Niederösterreich in die Landeshauptstadt, um ein klares Zeichen zu setzen: die Überarbeitung des Gesundheitsplans 2040+, den das Land NÖ vergangenes Jahr präsentiert hat (MeinBezirk berichtete).

Konkret geht es um die geplante Schließung des Landesklinikums Gmünd, den Schwerpunkt-Verlust für das Landesklinikum Mistelbach und elf Notarzt-Stützpunkte, die aufgelöst werden sollen. Doch das soll verhindert werden. "Ein Jahr lang hat die Regierung gesagt, es wird kein Punkt und Beistrich geändert, jetzt kommt Bewegung in die Sache", verkündet Josef Baum, Vertreter für Purkersdorf. Er und fünf weitere Demonstranten wurden heute von den Regierungsvertretern der Landesregierung angehört – direkt vor der Landtagssitzung. Ein Ziel der Demo.

Zum Gespräch im Ostarrichisaal

Als Hauptverantwortliche für die Umsetzung des Gesundheitsplans 2040+ stellten sich Landesrat Anton Kasser (VPNÖ), Landesrat Martin Antauer (FPÖ), Landesrätin Eva Prischl (SPÖ) den kritischen Fragen des Organisationsteams der Demo Josef Baum, Tamara Schönsgibl, Alfred Lichtenschopf, Leo Ramharter, Monika Obereigner-Sivec und Alfred Weidlich.

Das Organisationsteam der Demo im Ostarrichisaal: Alfred Weidlich, Alfred Lichtenschopf, Tamara Schönsgibl, Josef Baum, Monika Obereigner-Sivec und Leo Ramharter. | Foto: Lauren Fahrenberger / MeinBezirk
  • Das Organisationsteam der Demo im Ostarrichisaal: Alfred Weidlich, Alfred Lichtenschopf, Tamara Schönsgibl, Josef Baum, Monika Obereigner-Sivec und Leo Ramharter.
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Zusätzlich nahmen an dem vertraulichen Gespräch Gesundheitssprecher Franz Dinhobl (VPNÖ), Richard Punz (FPÖ), Karin Scheele (SPÖ), Silvia Moser (Grüne) und Edith Kollermann (NEOS) teil. Auch Fachleute von Landesgesundheitsagentur, NÖGUS, Notruf NÖ und dem Land NÖ reihten sich um die Tische im Ostarrichisaal.

Müssen sich verantworten und versuchen zu beruhigen: Landesräte Anton Kasser (VPNÖ), Martin Antauer (FPÖ) und Eva Prischl (SPÖ). | Foto: Lauren Fahrenberger / MeinBezirk
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Mehr als ein Jahr lang haben über 50 Fachleute an dem Konzept gearbeitet, betont die Landesvertretung. Das Resultat ist ein langfristiger Entwicklungsplan, in dem Bezirksgrenzen erstmals keine Rolle mehr spielen. Anton Kasser (VPNÖ) will beruhigen: "Alte Strukturen werden erst zurückgefahren, wenn die Ersatzstrukturen stehen. Sollte es Nachbesserungsbedarf geben, wird natürlich nachgebessert. Auf Basis des Gesundheitsplans 2040+ arbeiten wir jetzt an den Detailumsetzungen, so wie bei der Gesundheitsregion Weinviertel, den Waldviertelkliniken und speziell der Gesundheitsklinik Gmünd. Natürlich wird es auch in Zukunft Gespräche über die Versorgung in den Regionen geben. Wir hören weiter alle Anliegen an – aber ohne Kirchturmdenken." Der Landesrat ist zuständig für die Landeskliniken.

Plattform NÖ will weiterkämpfen

Erste Vorschläge des Landes, wie ein "Containerdorf" in Gmünd oder das Versprechen auf "Jobgarantie", sind den Demonstrierenden zu wenig. "Es herrscht nach wie vor große Unsicherheit bei den Menschen. Die Aussagen seitens der Politik sind nur Schlagwörter. Wir wollen konkrete Pläne", sagt etwa Jonas Gerhard aus Gmünd.

Aus Purkersdorf kamen die Grünen Gablitz und Purkersdorf als Unterstützung, Organisator Edmund Cvak in der Mitte | Foto: Lauren Fahrenberger / MeinBezirk
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"Die notärztliche Versorgung unserer Region darf nicht eingeschränkt werden. Das spart nämlich auch kein Geld, sondern wird langfristig sogar Mehrkosten verursachen", betont Gina Wörgötter aus Gablitz.

Gerhard Leeb kämpft für den Erhalt des NEF in Ybbs-Persenbeug | Foto: Lauren Fahrenberger / MeinBezirk
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"Wir wollen den Notarzt erhalten, weil unser Gebiet jetzt schon sehr groß ist. Eine Stunde Fahrzeit ist im Notfall viel zu weit", sagt Gerhard Leeb aus Persenbeug. "Vieles ist schon ausgemacht, deshalb müssen wir weiterkämpfen", so das Fazit, das Alfred Lichtenschopf nach dem Gespräch im Ostarrichisaal zieht. Es wird wohl weitere Gespräche mit der Landesregierung geben. MeinBezirk bleibt dran.

Zum Weiterlesen:

Plattform NÖ erhöht Druck – Gesundheitsplan 20240+ muss überdacht werden
Gesundheitsplan 2040+ verkürzt Wartezeiten auf Operationen

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