Wings for Life World Run 2019
Richtungsweisende Schritte beim Wings for Life World Run

Viele Prominente Gesichter am Start beim Wings for Life World Run 2019.
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  • Viele Prominente Gesichter am Start beim Wings for Life World Run 2019.
  • Foto: Christopher Kelemen
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Der Wings for Life World Run 2019 hat mit weltweit mehr als 120.000 registrierten Teilnehmern wieder einmal gezeigt, wie viele Menschen sich von der Botschaft begeistern lassen, für diejenigen zu laufen, die es selbst nicht können.

WIEN (pa). Nicht nur sportlich ist der Lauf längst zu einem Fixpunkt im internationalen Sportkalender geworden. Mit der Spendensumme von über 3,5 Millionen Euro, die heute bei 323 Laufevents und mithilfe von tausenden weiteren App-Runnern rund um den Globus eingenommen wurde, unterstreicht der Charity-Bewerb seine enorme Bedeutung für die weltweite Forschungsarbeit auf der Suche nach einer Heilung von Rückenmarksverletzungen. Zu den Gesamtsiegern des Wings for Life World Run kürten sich die Russen Nina Zarina und Ivan Motorin. Karin Freitag (GER) und Wojtek Baran (POL) gewannen in Wien.

Punkt 13:00 war weltweit Startschuss für alle Läufe

Um genau 13:00 Uhr ertönte in Wien der Startschuss zum sechsten Wings for Life World Run Gleichzeitig starteten rund um den Globus weit mehr als hunderttausend Menschen in ihren Spendenlauf für die Wings for Life Stiftung für Rückenmarksforschung. Ein ganz besonderer Startmoment in der sechsjährigen Geschichte des Wings for Life World Run ereignete sich dabei in Zug, in der Schweiz. David Mzee, nach einem Unfall seit fast einem Jahrzehnt querschnittsgelähmt, schaffte das schier Unmögliche und lief aus eigener Kraft vor den Augen von Millionen Menschen die Startlinie - ganz ohne Rollstuhl. Mit seinen richtungsweisenden Schritten beflügelte David Mzee die Hoffnungen von Millionen Querschnittsgelähmten rund um den Globus. Möglich gemacht hat das eine klinische Studie aus der Schweiz namens Stimulation Movement Overground, kurz STIMO, die seit ihren Anfängen von der Wings for Life Stiftung für Rückenmarksforschung unterstützt wird.

Angespornt von diesem einzigartigen Moment in der Wings for Life World Run Geschichte trotzten knapp 20.000 Menschen auch in Österreich den widrigen Wetterbedingungen und liefen für diejenigen, die selbst nicht laufen können. Unter den 19.486 registrierten Startern waren auch österreichische Sportstars wie Anna Gasser, Thomas Morgenstern, Benjamin Karl, Andreas Goldberger, Lukas Müller und Julian Eberhard. Romy-Gewinnerin Nina Proll lief wie schon 2018 mit der Wings for Life World Run-App zu Hause auf ihrer Lieblingsstrecke, Gregor Schlierenzauer und David Gleirscher ließen sich, wie fast 500 Andere, beim Organized-App-Run in Trins in Tirol auch vom Schneefall nicht abhalten, für den guten Zweck Kilometer um Kilometer abzuspulen und so dem Catcher Car so lange wie möglich davon zu laufen.

Viel Prominenz mit dabei

„Es ist unglaublich, was sich heute vor und während des Laufs abgespielt hat“, erzählt Skispringer Lukas Müller, der seit seinem Unfall 2016 am Kulm querschnittsgelähmt ist. Er ist mit seinem Rollstuhl fast 29 Kilometer weit gekommen, bis ihn das Catcher Car mit Rallye-Star Matthias Walkner am Steuer des Audi e-tron einholte. „Ich habe so viel Zuspruch bekommen und die Menschen auch abseits der Strecke haben mich bis zum Schluss angefeuert. Das war einfach ein unbeschreibliches Gefühl und gibt mir viel Energie für die Zukunft.“

Andreas Goldberger ist ein Wings for Life World Run Fixstarter und hat auch 2019 wieder alles gegeben: „Ab Kilometer 25 sagen die Beine, dass es eigentlich nicht mehr geht, aber Herz und Kopf wollen mehr. Als ich dann das Catcher Car hinter mir gesehen habe, habe ich noch einmal Gas gegeben. Die 40 Kilometer sind sich nicht ganz ausgegangen, aber diese Marke knacke ich vielleicht nächstes Jahr. Denn wenn die ganze Welt für Wings for Life läuft, müssen wir alle aufstehen und mitlaufen.“

15 Kilometer weiter als Andreas Goldberger lief der Pole Wojtek Baran, der sich mit 54,4 km zum Wien-Sieger kürte. „Ich kann nicht glauben, dass ich gewonnen habe. Als ich bei Kilometer 30 gehört habe, dass ich in Führung liege, war das ein großartiges Gefühl, das mich nochmals extra motiviert hat. Ich fühle mich großartig!“ Bei den Damen war Karin Freitag (GER) eine Klasse für sich. Die Gewinnerin von 2017 holte sich auch 2019 mit 49,1 Kilometern den Sieg. Global sicherten sich zwei russische Athleten die Gesamtsiege. Die Russin Nina Zarina wurde erst nach 53,7 km in Zug (SUI) vom Catcher Car eingeholt, bei den Herren lief Ivan Motorin beeindruckende 64,4 km beim Wings for Life World Run in Izmir (TUR).

Den womöglich entlegenste App Run lief dieses Jahr erneut der Extremsportler & Abenteurer Christian Schiester, der sich mit seinem Projekt „Sail & Run“ derzeit auf Sorong, einer Insel im indonesischen Teil von Papua Neuguinea, befindet. Der 51-jährige Steirer lief mitten in der Nacht 10,5 km bis ihn das virtuelle Catcher Car einholte.

Anita Gerhardter, Geschäftsführerin der Wings for Life Stiftung strahlte nach dem Rennen: „Der emotionalste Moment an einem Tag voller Emotionen war für mich der Punkt, an dem David Mzee in der Schweiz aus eigener Kraft und ohne Hilfe seines Rollstuhls über die Startlinie gegangen ist. Dieser Moment symbolisiert alles, wofür der Wings for Life World Run steht!“

Insgesamt dieses Jahr 1.103.276 Kilometer

Insgesamt wurden heuer global 1.103.276 Kilometer zurückgelegt und Spenden von über 3,5 Millionen Euro gesammelt. Damit konnten in den vergangenen sechs Jahren insgesamt mehr als 27,1 Millionen Euro für die Rückenmarksforschung gesammelt werden. „Geld, mit dem die Suche nach einer Heilung von Querschnittslähmung fortgesetzt werden kann“, so Gerhardter.

Auch 2020 läuft die Welt im Zeichen des Wings for Life World Run wieder für die, die es nicht können. Ab sofort kann man sich unter www.wingsforlifeworldrun.com für den 03. Mai 2020 voranmelden.

Autor:

Matthias Karner aus St. Pölten

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