Premiere: Gesunde Auszeichung geht erstmals nach Österreich
WHO prämiert steirische Tabakprävention

Prämiertes Engagement für das Nichtrauchen: Waltraud Posch bei der Ehrung durch GM Rudolf Anschober
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  • Foto: BKA/Dunkler
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Erstmals geht der von der Weltgesundheitsorganisation ausgeschriebene WHO-Award nach Österreich, noch dazu in die Steiermark: So wird Vivid, die Fachstelle für Suchtprävention von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute Freitag in Wien mit dem „World No Tobacco Day Award“ ausgezeichnet. Dieser war heuer in der gesamten Welt zum Thema Tabakprävention ausgerufen.

Gesunde Premiere

Aus ganz Europa wurden sechs Organisationen ausgewählt, die den WHO-Award bekommen, darunter auch Vivid. Der Preis wird zum 17. Mal vergeben und geht erstmals an eine österreichische Organisation. Begründet wird die Vergabe seitens der WHO damit, dass sich Vivid „langfristig, hartnäckig und wirkungsvoll“ für Tabakprävention einsetze. Die Fachstelle setze sich mit seinen langfristigen Maßnahmen zur Reduktion des Rauchens durch und wird vom WHO-Generaldirektor für Europa, Hans Henri Kluge, im Rahmen einer Online-Ceremony geehrt.
Persönlich überreicht wird der Preis von Bundesminister Rudolf Anschober, der Vivid in seiner Rede als „Motor der österreichischen Tabakprävention“ bezeichnete.

Würdigung der Vorreiterrolle

„Seit mehr als zwei Jahrzehnten kommt der Suchprävention in der Steiermark große Bedeutung zu und seit über zehn Jahren liegt der Schwerpunkt im Bereich des Nichtrauchens. Ich gratuliere Vivid und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich zu diesem Preis, denn dieser ist Ausdruck einer langjährigen und erfolgreichen Arbeit mit viel Engagement. Ich freue mich, dass damit auch die Steiermark als Vorreiter der Tabakprävention weltweit gewürdigt wird“, erklärt Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß.
„In der steirischen Tabakstrategie gibt es ein bewährtes Zusammenspiel zwischen Präventions- und Entwöhnungsmaßnahmen. Unser gemeinsames Ziel lautet, dass weniger Menschen rauchen. Während VIVID alles daransetzt, den Einstieg in die Tabakabhängigkeit zu verhindern, unterstützt die Österreichische Gesundheitskasse die Menschen beim Aufhören. Wir gratulieren herzlich zur WHO-Auszeichnung“, freut sich auch ÖGK-Landesstellenleiterin Andrea Hirschenberger.
„Es ist eine große Ehre für uns und eine Wertschätzung unserer nicht immer leichten Arbeit, dass uns das Gesundheitsministerium bei der WHO eingereicht hat“, erklärt Waltraud Posch, engagierter Mastermind der Vivid-Initiative. „Das ist eine enorme Bestärkung für die weitere Arbeit", freut man sich bei Vivid. 

Vorbeugen statt abgewöhnen

Seit 1997 widmet sich Vivid in der Steiermark der Verhinderung von Sucht. Seit 2007 setzt man mit der Koordination und Umsetzung der Tabakpräventionsstrategie Steiermark auf den Schwerpunkt Tabak. Ziele sind, dass weniger Menschen mit dem Rauchen beginnen, mehr Menschen mit dem Rauchen aufhören und Menschen vor Passivrauch geschützt werden.
So setzte die Fachstelle für Suchtprävention in den vergangenen 13 Jahren 6.665 Veranstaltungen für 113.713 Bezugspersonen von jungen Menschen um – etwa für Lehrer und Eltern. Diese werden darin weitergebildet, wie sie mit Kindern und Jugendlichen zu Sucht und zu Tabak arbeiten können und erhalten auch Methoden dazu. Und in 321 Workshops wurden 5.624 Gesundheitsberufe darin geschult, wie sie mit ihren Patientinnen und Patienten über das Rauchen reden können. 864 Beiträge in Medien erschienen über die tabakpräventive Arbeit der Fachstelle.
Vivid richtete darüber hinaus 2018 den ersten österreichischen Smoke Free Award aus und mobilisierte durch zahlreichen Kampagnen – etwa „Rauchen passt nicht mehr zu mir“ – die Öffentlichkeit. Es wurden darüberhinaus 127 offizielle Statements an die Politik verfasst, um für das Rauchverbot in Innenräumen der Gastronomie, besseren Jugendschutz vor Tabak und andere suchtpräventive Rahmenbedingungen zu argumentieren. „Strukturen verändern die soziale Norm. „Strukturen verändern die soziale Norm. Wenn das Nichtrauchen in einer Gesellschaft die soziale Norm ist, fangen weniger junge Menschen mit dem Rauchen an“, resümieren die Experten bei Vivid Erfahrungen aus anderen Ländern. „Der WHO-Preis motiviert uns, weiterhin an den Strukturen zu arbeiten, mit dem Ziel, dass Nichtrauchen die Norm ist.“

Illustre Runde der Preisträger

Der „World No Tobacco Day Award“ wird seit 2004 jährlich anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai vergeben. Er steht jedes Jahr unter einem anderen Motto. Das diesjährige Motto war „Tabakprävention junger Menschen“. Mit dem Award 2020 sollen Organisationen vor den Vorhang geholt werden, die sich um die Prävention des Rauchens besonders verdient gemacht haben.
In der EU rauchen 26 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, in Österreich sind es 30 Prozent. Außer Vivid bekommen den Preis in Europa fünf weitere Organisationen verliehen, darunter das finnische Gesundheitsministerium und die UK Cancer Society.

Die Arbeit von Vivid in Zahlen:
Seit 2007 Koordinationsstelle der Tabakpräventionsstrategie Steiermark (Auftraggeber: Land Steiermark, Gesundheitsfonds Steiermark, ÖGK)

Von 2007 bis 2019 wurden im Bereich Tabakprävention folgende Maßnahmen umgesetzt:
->  6.665 Veranstaltungen für 113.713 Multiplikatoren von jungen Menschen (Kindergartenpädagoginnen, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, weitere Bezugspersonen von jungen Menschen) und für junge Menschen selbst
-> 321 Weiterbildungen im Gesundheitswesen für 5.624 Angehörige von Gesundheitsberufen (Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachkräfte, Hebammen, Menschen in Ausbildungen des Gesundheitswesens z.B. Studierende der Meduni)
-> 864 erschienen Beiträge in Medien zu Tabak-Themen aufgrund der Öffentlichkeitsarbeit von VIIVD (davon 762 Beiträge in Zeitungen, Zeitschriften, Radio, TV und 102 Leserbriefe)
-> 127 offizielle Statements an die Politik zur Argumentation und Unterstützung von Tabakkontrolle wie z.B. besserer Jugendschutz vor Tabak,
->  Kampagnen zur Bewusstseinsbildung und Mobilisierung, um die Wichtigkeit des Nichtrauchens zu unterstreichen (z.B. Kampagne Ex-Rauchende „Rauchen passt nicht mehr zu mir“, Smoke Free Award)

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