Steiermärkische Landesbibliothek
Band bündelt erstmals Texte von Wanda von Sacher-Masoch
- Die Steiermärkische Landesbibliothek hat erstmals eine umfassende Sammlung der Feuilletons und Kurzgeschichten der Grazer Autorin Wanda von Sacher-Masoch veröffentlicht.
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Die Steiermärkische Landesbibliothek hat erstmals eine umfassende Sammlung der Feuilletons und Kurzgeschichten der Grazer Autorin Wanda von Sacher-Masoch veröffentlicht. Die neue, textkritische Edition bündelt bislang verstreut erschienene Texte aus historischen Zeitungen.
STEIERMARK. In der Steiermärkische Landesbibliothek ist am Mittwoch ein neuer Band der wissenschaftlichen Reihe „Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek“ vorgestellt worden. Die Publikation versammelt erstmals sämtliche bekannten Feuilletons, Kurzgeschichten und Novellen der Grazer Autorin Wanda von Sacher-Masoch, die bislang nur verstreut in Zeitungen erschienen waren.
Der Band mit dem Titel „Wanda von Sacher-Masoch – Geistvoll, pikant, talentvoll“ umfasst rund 60 Texte, Feuilletons und Kurzgeschichten, die die Schriftstellerin im 19. und frühen 20. Jahrhundert unter verschiedenen Namen veröffentlichte. Geboren wurde sie 1845 in Graz als Angelika Aurora Rümelin. In Zeitungen trat sie unter Pseudonymen wie Wanda von Dunajew oder D. Dolorès auf.
Jahrelange Recherche
Herausgegeben wurde die Edition vom Germanisten Wulfhard Stahl, der über mehrere Jahre hinweg Archive und historische Zeitungsbestände ausgewertet hat und als Spezialist für von Sacher-Masoch gilt. Die Publikation versteht sich als textkritische Ausgabe mit Kommentaren und Hintergrundinformationen zu den einzelnen Texten und zur Autorin.
- Kulturlandesrat Karlheinz Kornäusl (2.v.l.) bei der Buchpräsentation mit Bibliotheksleiterin Katharina Kocher-Lichem, Herausgeber Wulfhard Stahl und Erkan Osmanović vom Leykam Universitätsverlag in der Landesbibliothek (v.l.)
- Foto: Land Steiermark
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Viele der Beiträge entstanden als Feuilletons für die Tagespresse und dienten zugleich der Unterhaltung und dem Lebensunterhalt der Autorin. Die thematische Bandbreite ist vielfältig und modern: In den Geschichten treten häufig Frauenfiguren auf, die auf Respekt und Gleichberechtigung einfordern.
"Historische Schätze" aufbereitet
Wanda von Sacher-Masoch, geboren als Angelika Aurora Rümelin, war ab 1873 mit dem Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch verheiratet und etablierte sich währenddessen als eigenständige Autorin. Nach der Trennung lebte sie in mehreren europäischen Städten und veröffentlichte später auch autobiografische Schriften. Ihr Todesjahr gilt als unsicher; vermutlich starb sie um 1917.
„Im März 2020 sollte in der Landesbibliothek eine Ausstellung zu Wanda von Sacher-Masoch anlässlich ihres 175. Geburtstages eröffnet werden. Diese Ausstellung musste wegen des ersten Corona-Lockdowns abgesagt werden. Wanda blieb aber stets präsent und ich freue mich, dass es nun anlässlich ihres bald 181. Geburtstages am 14. März 2026 gelungen ist, diese Publikation in der Reihe der Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek herauszubringen.”
Katharina Kocher-Lichem, Leiterin der Steiermärkischen Landesbibliothek
Der nun vorgestellte Band ist als 48. Teil der Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek im Leykam Universitätsverlag erschienen und soll das literarische Werk der Autorin erstmals vollständig zugänglich machen, wie auch Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl betont: „Dass die Landesbibliothek historische Schätze für die Allgemeinheit aufbereitet und öffentlich zugänglich macht, ist ein wichtiger Beitrag, in Vergessenheit geratene Persönlichkeiten wieder in das Bewusstsein der Menschen zu rufen und an kommende Generationen weiterzugeben.“
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