Aktion des Landes
Summende Straßenränder – die Steiermark blüht auf

Liezen darf sich schon freuen, neben der Straßenmeisterei steht die Wiese bereits in voller Blüte. | Foto: STED
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  • Liezen darf sich schon freuen, neben der Straßenmeisterei steht die Wiese bereits in voller Blüte.
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Ein Blumenmeer am Wegesrand: Warum Wildblumen jetzt den steirischen Straßenverkehr verschönern – und warum es dafür einen Balkenmäher braucht.

STEIERMARK. Wer dieser Tage mit dem Auto durch die Oststeiermark gondelt und sich plötzlich dabei ertappt, auf den Straßenrand zu starren – keine Sorge: Du bist nicht übermüdet, sondern schlicht geblendet von einer Farbenpracht, wie man sie sonst eher aus botanischen Gärten kennt. Was früher als „Straßenbegleitgrün“ ein tristes Dasein fristete – kurzgeschoren, zweckmäßig– verwandelt sich derzeit Schritt für Schritt in einen blühenden Blickfang. Dahinter steckt kein Wunder, sondern ein gemeinsames Projekt des Straßenerhaltungsdienstes Steiermark (kurz: STED) und des engagierten Vereins „Blühen&Summen“.

Aktion: „Straßen bunt“

Der Name ist dabei Programm. Im Rahmen der „AKTION.STRASSEN.BUNT“ will man den grauen Verkehrsalltag wortwörtlich aufblühen lassen – mit Wildblumenwiesen entlang vielbefahrener Landesstraßen. Warum? Weil Biodiversität nicht bei Nationalparks aufhört. Sie beginnt direkt vor unserer Haustür – oder wie in diesem Fall eben ein paar Meter neben dem Pannenstreifen.

Partner für die erfolgreiche Initiative: Franz Zenz (Leiter des STED), LR Claudia Holzer, Christine Podlipnig (Blühen&Summen), Josef Fleischhacker, Johannes Petz (beide STED Feldbach). | Foto: Land Steiermark
  • Partner für die erfolgreiche Initiative: Franz Zenz (Leiter des STED), LR Claudia Holzer, Christine Podlipnig (Blühen&Summen), Josef Fleischhacker, Johannes Petz (beide STED Feldbach).
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„Mit der Aktion bringen wir Leben an unsere Straßenränder“, sagt Claudia Holzer, die zuständige Verkehrslandesrätin. Und tatsächlich: Diese grünen Streifen entlang der Fahrbahnen bieten Potenzial. Millionen Quadratmeter stehen in der Steiermark zur Verfügung – bislang meist mit viel Aufwand kurzgehalten, gemulcht oder geschlegelt. Doch jetzt geht’s ans Mähen – mit Stil und Sense.

Oststeiermark „brummt“ schon

In ausgewählten Regionen wie Feldbach, Gleisdorf und Leibnitz summt und brummt es bereits fröhlich. Hier stehen die ersten Blühflächen in voller Pracht, die erste Mahd steht an. „Noch ist alles überschaubar, da kommen wir mit dem Balkenmäher und der guten alten Sense noch gut durch“, schmunzelt Christine Podlipnig vom Verein Blühen&Summen, die das Projekt betreut – und damit auch den Tieren auf die Sprünge hilft. Denn: Wo Wildblumen sprießen, finden Insekten Nahrung. Und diese wiederum wichtig für Vögel, Eidechsen & Co. Ein kleiner Schritt für die Sense, ein großer Sprung für das Ökosystem.

Blumen statt Baustellenromantik

Franz Zenz, Leiter des STED, freut sich über die neue Farbpalette am Straßenrand. „Es ist wirklich schön zu sehen, wie mit vergleichsweise geringem Aufwand so viel Positives für die Natur entstehen kann.“

Aber das Projekt zielt nicht nur auf die Ästhetik. Auch wirtschaftlich lohnt sich die Umstellung: Statt mehrmals im Jahr aufwendig zu mulchen, reicht es künftig ein- bis zweimal zu mähen. Das spart Kosten, Zeit – und jede Menge Diesel. So wird nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch gedacht. Nachhaltigkeit auf ganzer Linie, sozusagen. Damit aus guten Ideen kein Wildwuchs wird, wird auch auf Wissensvermittlung gesetzt. Die Mitarbeitenden des STED werden mit sogenannten „Flower-Walks“, Workshops und einem „Pocket-Guide“ für Wildpflanzen geschult.

Liezen darf sich schon freuen, neben der Straßenmeisterei steht die Wiese bereits in voller Blüte. | Foto: STED
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Natürlich bleibt die Verkehrssicherheit oberstes Gebot. Bereiche direkt an der Fahrbahn werden weiterhin regelmäßig gepflegt. Aber wo möglich, wird auf „extensive Pflege“ umgestellt – das bedeutet weniger Eingriffe, mehr Natur und eine blühende Chance für neue Lebensräume.
Schon heute gedeihen rund um Betriebsstätten in Liezen, Bruck an der Mur, Leoben, Hartberg und Graz die ersten Wildblumenwiesen. Weitere Standorte folgen – und vielleicht wird die Fahrt zur Arbeit bald zur kleinen botanischen Entdeckungsreise.

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