"Star Wars: The Mandalorian and Grogu"
Star Wars ist zurück - aber fühlt es sich überhaupt wie Kino an?
- Mando (Pedro Pascal) und sein kleiner Begleiter Grogu
- Foto: © 2026 Lucasfilm Ltd™. All Rights Reserved.
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Sieben Jahre nach dem letzten Star Wars Film kehrt die weit weit entfernte Galaxis endlich auf die große Leinwand zurück. Doch statt eines mutigen Neuanfangs liefert Jon Favreau ein Abenteuer, das zwischen spektakulärer Action und überlanger Serienepisode schwankt. Ein Film, der gleichzeitig einige der größten Stärken aber auch Schwächen des modernen Star Wars verkörpert.
GRAZ/STEIERMARK. Mit "The Mandalorian and Grogu" bringt Regisseur Jon Favreau Star Wars zurück auf die große Leinwand und fokusiert sich dabei auf die aktuell beliebtesten Figuren des Franchise. Din Djarin aka. der Mandalorian und Grogu sollen Star Wars zurück ins Kino führen.
Zwischen Kinoabenteuer und Serienformat
Die Ausgangslage klingt zunächst vielversprechend: Das Dunkle Imperium ist gefallen, doch die imperialen Kriegsherren sind weiterhin über die Galaxis verstreut. Während die Neue Republik versucht, Frieden und Ordnung zu sichern, geraten Din Djarin und sein junger Begleiter Grogu erneut in einen Konflikt, der sie quer durch die Galaxis führt.
Doch genau hier zeigt sich schnell das größte Problem des Films. "The Mandalorian and Grogu" wirkt über weite Strecken nicht wie ein eigenständiges Kinoabenteuer, sondern vielmehr wie eine direkte Fortsetzung der Serie, genauer gesagt wie eine vierte Staffel, die zufällig im Kino gelandet ist. Die Struktur des Films erinnert stark an einzelne Episoden. Immer wieder gibt es Szenenwechsel und Handlungsabschnitte, bei denen man beinahe exakt spürt, wo normalerweise eine neue Folge beginnen oder die aktuelle enden würde.
- Grogu und Mando auf dem Planeten Shakari
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Dadurch fehlt dem Film ein wirklicher dramaturgischer Fluss. Statt eines klaren roten Fadens reiht sich oft ein Abenteuer an das nächste. Einzelne Momente funktionieren zwar hervorragend für sich genommen, doch als zusammenhängende Kinogeschichte wirkt vieles erstaunlich fragmentiert. Gerade für Zuschauer, die keine enge Verbindung zur Serie haben, könnte sich der Film deshalb teilweise schwer zugänglich anfühlen.
Starke Action trifft auf schwaches CGI
Auch visuell hinterlässt der Film einen zwiespältigen Eindruck. Bereits die Trailer sorgten im Vorfeld für Diskussionen über die Qualität der Effekte. Im fertigen Film sieht vieles zwar deutlich besser aus, wirklich überzeugend wirkt das CGI aber dennoch nicht durchgehend.
Vor allem einige digitale Kreaturen und Bösewichte leiden sichtbar unter fehlender Masse und künstlichen Bewegungen. Besonders enttäuschend fallen dabei die Hutten aus, die stellenweise auf mich fast wie Figuren aus einem Videospiel wirken und kaum die Präsenz früherer Star Wars Filme erreichen. Das nimmt einigen Szenen leider viel ihrer Wirkung.
Umso bemerkenswerter ist es allerdings, wie stark der Film gleichzeitig inszeniert sein kann. Denn sobald Action, Musik und Tempo zusammenspielen, erinnert "The Mandalorian and Grogu" daran, warum Star Wars im Kino so besonders sein kann. Bereits die Eröffnungsszene gehört zu den besten Actionmomenten, die das Franchise seit Jahren hervorgebracht hat. Dynamisch choreografiert, intensiv inszeniert und mit einem starken Gefühl für Größe und Bewegung entfaltet der Film dort das epische Abenteuergefühl, das man sich von einem Star Wars Kinofilm erhofft.
- Rotta der Hutte - Ein Rückkehrer aus "Star Wars: The Clone Wars"
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Auch Teile des finalen Showdowns erreichen dieses Niveau und zeigen, welches Potenzial in dem Projekt eigentlich steckt. Explosionen, intensive Nahkämpfe und dynamische Flugszenen greifen perfekt ineinander und verleihen dem Finale eine Energie, die in Erinnerung bleibt.
In solchen Szenen, von denen es einige gibt, schafft es der Film tatsächlich vergessen zu lassen, dass die Handlung ansonsten oft so episodisch wirkt.
Grogu bleibt das emotionale Herz des Films
Was allerdings nahezu durchgehend funktioniert, ist Grogu. Während viele Figuren im Film eher funktionale Rollen erfüllen, bleibt er der emotionale Mittelpunkt der Geschichte. Der Film versteht es, warum die Figur bei Fans so beliebt geworden ist. Grogu sorgt nicht nur für humorvolle Momente, sondern bringt auch überraschend viel Persönlichkeit und Charme in ruhigere Szenen. Gleichzeitig wird seine Entwicklung sinnvoll weitergeführt, ohne dabei zu übertreiben oder ihn plötzlich zu mächtig wirken zu lassen.
Besonders stark ist dabei die Dynamik zwischen ihm und Din Djarin. Viele Szenen funktionieren gerade deshalb so gut, weil der Film den Fokus auf ihre Beziehung legt. Ohne große Dialoge reichen oft kleine Gesten oder Blicke aus, um die Verbindung der beiden glaubwürdig wirken zu lassen.
- Grogu mit seinen neuen Freunden, den Anzellans
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Bekannte Gesichter für langjährige Fans
Besonders Fans der Animationsserien dürften sich über mehrere Rückkehrer freuen. Mit Rotta dem Hutten und dem Kopfgeldjäger Embo tauchen Figuren aus "Star Wars: The Clone Wars" erstmals in einem großen Live Action Kinofilm auf.
Erfreulicherweise dienen diese Auftritte nicht bloß als kurze Fanservice Momente. Gerade Rotta wird überraschend stark in die Handlung eingebunden und entwickelt sich schnell zu einem interessanten Nebencharakter. Die Auftritte von Embo gehören zu den coolsten Momenten des gesamten Abenteuers und verleihen dem Film genau jene raue Kopfgeldjäger-Atmosphäre, die viele Fans an "The Mandalorian" so schätzen.
Zwischen Fanservice und Merchandise
Dennoch kann der Film nie ganz das Gefühl abschütteln, Teil einer riesigen Vermarktungsmaschine zu sein. Einige neue Figuren, Kreaturen und Designs wirken weniger wie erzählerisch notwendige Elemente, sondern eher wie zukünftige Actionfiguren oder Sammlerstücke.
Dieses kalkulierte Franchise-Gefühl zieht sich immer wieder durch den Film und verhindert, dass bestimmte emotionale Momente ihre volle Wirkung entfalten.
Ein unterhaltsames, aber durchwachsenes Comeback
Trotz seiner deutlichen Schwächen macht "The Mandalorian and Grogu" letztlich durchaus Spaß. Der Film lebt von seiner Atmosphäre, der Chemie zwischen Din Djarin und Grogu sowie einigen wirklich herausragenden Actionszenen. Gleichzeitig bleibt jedoch das Gefühl, dass hier deutlich mehr möglich gewesen wäre.
- Mando kapert einen AT-RT Läufer.
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Als erstes Star Wars Kinoabenteuer seit sieben Jahren hätte der Film die Chance gehabt, dem Franchise eine neue Richtung zu geben oder zumindest eine wirklich große Geschichte zu erzählen. Stattdessen entscheidet sich Jon Favreau für eine sichere Fortsetzung des bekannten Serienkonzepts mit allen Vor- und Nachteilen.
Für Fans von "The Mandalorian" und langjährigen Star Wars Anhängern bleibt der Film dennoch eine klare Empfehlung. Wer jedoch auf das große, geschlossene Kinoepos gehofft hat, der muss voraussichtlich auf "Star Wars: Starfighter" im nächsten Jahr warten.
Von mir bekommt "Star Wars: The Mandalorian and Grogu" 6 von 10 Sternen.
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