Stubai-Wipptal
Richtig essen bitte nicht ganz vergessen!

"Germ ist das neue Klopapier", sagt die Vorsitzende der Tiroler Diätologen, Christine Pall, zwar mit einem Augenzwinkern, aber der Mangel ist real. Am Ende unseres Artikels hat sie dazu noch einen Tipp parat.
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  • "Germ ist das neue Klopapier", sagt die Vorsitzende der Tiroler Diätologen, Christine Pall, zwar mit einem Augenzwinkern, aber der Mangel ist real. Am Ende unseres Artikels hat sie dazu noch einen Tipp parat.
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STUBAI/WIPPTAL. Christine Pall leitet die Landesgruppe der Tiroler Diätologen. Die Schönbergerin erklärt, worauf eigentlich immer und besonders jetzt geachtet werden sollte.

Der Kühlschrank ist dieser Tage immer nahe, kulinarische Versuchungen damit ebenso. Dabei wären wir in der Zeit vor Ostern normalerweise mit dem Fasten beschäftigt. Heuer rückt dies freilich in den Hintergrund. "Wir haben aber Zeit, um uns über unsere Bedürfnisse Gedanken zu machen – Essen und Trinken sind Grundbedürfnisse", gibt Christine Pall zu bedenken. Sie regt daher an, diese besonderen Zeiten zu besonders guten Zeiten werden zu lassen. Mit ausgewogenem Essen und Trinken und kleinen Spaziergängen kann nämlich auch das Immunsystem gestärkt werden.

Mit Bedacht einkaufen

Was ist wichtig, um sich wohlzufühlen und im Sommer den Bikini mit gutem Gefühl ausführen zu können? "Gerade wenn viel Zeit zuhause verbracht wird, sollte auf Regelmässigkeit beim Essen geachtet werden. Die Gefahr von zuviel Naschen und Snacken ist groß. Es kommt die Zeit nach Covid-19 und wir können einer Gewichtszunahme aktiv vorbeugen", ruft Pall in Erinnerung. Voraussetzung dafür ist laut der Expertin ein gut geplanter Einkauf – nach Personenanzahl – Hamstern ist bekanntlich nicht notwendig. "Auf der Liste sollte sich neben frischen saisonalem Gemüse u.a. Tiefkühlgemüse wiederfinden. Weiters sollten auch die gesammelten Preiselbeeren, Moosbeeren, Marillen in der Küche zum Einsatz kommen. Die Vitamine und Mineralstoffe lachen sozusagen aus dem Tiefkühler heraus."

Was kommt auf den Teller?

Regionalität und Saisonalität rücken aktuell viel mehr in den Mittelpunkt. Das ist auch gut so, denn der heimische Markt bietet dafür eine große Vielfalt! Pall: "Die internationalen Empfehlungen lauten drei Handvoll Gemüse und zwei Handvoll Obst pro Tag. Das ist auch in Krisenzeiten problemlos möglich. Praxistipp für Zuhause: Kresse aussäen oder Sprossen ziehen – das ist ohne viel Aufwand machbar. Die Kresse oder die Sprossen kann man dann einfach aufs Brot oder über den Salat streuen."

Was tut mir gut?

Die Quarantäne bringt sogar noch weitere "Vorteile", erläutert die Wahl-Axamerin: "Man kann jetzt zum Beispiel mehr denn je gemeinsam oder abwechselnd kochen und als Familie gemeinsam essen. Man findet jetzt vielleicht auch endlich die Zeit, um beim Kochen kreativ zu werden und neue Rezepte auszuprobieren. Sehen wir die Situation als Chance für eine Lebensstilveränderung und eine gesündere Lebensweise. Denn der Zeitfaktor gilt derzeit für niemanden mehr als Ausrede! Dass parallel dazu freilich auch die Bewegung – soweit wir dürfen – nicht zu kurz kommen sollte, soll abschließend nicht unerwähnt bleiben. Am besten einfach in sich selbst hineinspüren, was einem gut tut", so Pall.

Zur Sache

... und vielleicht noch als kleine Anregung: "Germ ist das neue Klopapier!" In Ermangelung von Germ sollte das Brot ab und zu mit Sauerteig gebacken werden. "Anregungen dazu gibt es genug und auch unsere Großeltern haben dies in Notzeiten schon so praktiziert", rät die Landesvorsitzende der Tiroler Diätologen. Das Sauerteigbrot ist für viele Menschen durch die Milchsäuregärung und die lange Teigführung außerdem besser verträglich.
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