Es wimmelt am Flohmarkt

Beim Bulldogwirt in Hof bei Straden lädt Wirt Erich Wiedner zwei Mal im Jahr zum großen Flohmarkt.
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  • Beim Bulldogwirt in Hof bei Straden lädt Wirt Erich Wiedner zwei Mal im Jahr zum großen Flohmarkt.
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"Wie die Sonntagsmesse besuchen oder zum Frühschoppen gehen!" Nicht allein für Lydia Hummer – die Unterlammerin betreut die Standlergemeinde am Ruck-Parkplatz im Fehringer Einkaufszentrum Nord – bedeutet der Flohmark ein wöchentliches, meist sonntägiges Ritual.
Standler sein berge großes Suchtpotenzial, gibt Hummer zu und spricht damit einem ganzen Volk aus der Seele. "Ja, sie sind ein eigenes Volk, die Standler!" Und auch die Besucher – der Bezirk Südoststeiermark mit Dutzenden Standorten zählt Tausende Flohmarktgeher jedes Wochenende – gehören zum harten Kern, die mitunter zwei, drei und mehr Märkte an einem Tag abklappern.
Zu den allergrößten Flohmärkten in der Steiermark zählt der Rummel beim Bulldogwirt in Hof bei Straden. Zwei Mal im Jahr tummeln sich dort Hunderte Standler und Tausende Schnäppchenjäger, Trödelfreunde und Sammler. Der Anblick der "Feilscherei" im Hof des Gasthauses gleicht einem Bild im Wimmelbuch. Und ein solches findet sich am Flohmarkt gewiss unter dem Sammelsurium – wie das in der Kollektion fehlende Karl-May-Heft, die gebrauchte Angelroute, das Kaffeeservice wie neu, das Aquarell fürs kleine Börserl oder vielleicht der Biedermeier-Kerzenleuchter zum Schnäppchenpreis. Wirt und Organisator Erich Wiedner in Hof kann fast alle Wünsche erfüllen.

Vom Mittelalter bis heute

Apropos Wirt: Der spielt – wenngleich in anderer Wortbedeutung und im "übertragenen" Sinn – auch in der Namensgebung des Flohmarktes eine Rolle. Im Spätmittelalter haben die Fürsten ihre Kleider dem Volk überlassen, das wiederum mit dem Gewand Handel getrieben hat. Dabei dürfte wohl auch der eine oder andere Floh den Wirt gewechselt haben. Heute sind die Märkte Brauchtum, und eine Fundstätte für Raritäten und Kostbarkeiten aus alten Tagen.

Ab 6 Uhr früh geht's los

Auch wenn sie wie die Schwammerl sprießen, suchen muss man sie nicht, die Flohmärkte, vielmehr finden sie einen. Standorte sind u.a. in Altneudörfl, Bad Gleichenberg, Fehring, Feldbach, Hof, Perbersdorf, Saaz, Wittmannsdorf oder Zerlach. Wenngleich sie sich im Veranstaltungsrhythmus – mancherorts ist der Flohmarkt gar nur ein Mal im Jahr – unterscheiden, haben sie allesamt eines gemein: Die Parkplätze rund um sind ab 6 Uhr gerammelt voll.

Groß, klein, oft und selten

Christoph Fruhmann, Chef des Hallenmarkts in Zerlach, wurde vom Treiben in der Schwarzlhalle in Unterpremstätten inspiriert. Seinen Markt gibt's erst seit heuer. Drei Jahrzehnte Tradition wiederum hat der Flohmarkt von Feuerwehr und Jägerschaft im April in Perbersdorf. Klein, aber fein ist der Markt bei der A1-Tankstelle in Bad Gleichenberg – jeden 1. und 3. Sonntag im Monat. Hingegen riesig sind der wöchentliche Flohmarkt am "Ruku"-Parkplatz in Feldbach und jener in Saaz beim Spar.

Regelmäßige Flohmärkte im Bezirk
• Sonntags: Feldbach, Ruku-Parkplatz; Saaz, Spar-Parkplatz (auch feiertags); Fehring, EKZ Nord
• Jeden 2. Sonntag im Monat: Zerlach, Hallenflohmarkt
• 1. u. 3. Sonntag: Bad Gleichenberg, A1-Tankstelle
Auszug

Beim Bulldogwirt in Hof bei Straden lädt Wirt Erich Wiedner zwei Mal im Jahr zum großen Flohmarkt.
Jeden zweiten Sonntag im Monat zieht der Hallenflohmarkt in Zerlach bis zu 3.000 Besucher an. | Foto: Christoph Fruhmann
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