In Feldbach gibt es eine Energiezelle

Sie forschen für unsere Sicherheit: Bürgermeister Josef Ober (5.v.r.) mit dem Expertenteam – u.a. mit Florian Lugitsch (3.v.l.), Josef Gsöls (5.v.l.), Karl Puchas (3.v.r.) und Herbert Saurugg (r.).
  • Sie forschen für unsere Sicherheit: Bürgermeister Josef Ober (5.v.r.) mit dem Expertenteam – u.a. mit Florian Lugitsch (3.v.l.), Josef Gsöls (5.v.l.), Karl Puchas (3.v.r.) und Herbert Saurugg (r.).
  • hochgeladen von Heimo Potzinger

Das europäische Stromversorgungssystem zählt zu den verlässlichsten der Welt. Dennoch steigen seit Jahren die Instabilitäten. Mitgehangen, mitgefangen – allein Österreich wird heuer am Ende des Jahres 80 Millionen Euro für die Aufrechterhaltung des Netzes aufgebracht haben. Dennoch sei ein Blackout nur eine Frage der Zeit, wie Bürgermeister Josef Ober zu Bedenken gibt. Feldbach will sich daher gemeinsam mit der Bevölkerung für den Totalausfall von Strom und Infrastruktur rüsten.
Die Stadt sensibilisiert schon seit einem Jahr in Informationsvorträgen und Workshops für das Bedrohungsszenario – eine Pionierarbeit, die nicht unbemerkt bleiben sollte. Denn: Nun wurde man vom Ministerium für Verkehr, Innovation und Technologie im Rahmen der Kiras-Initiative mit einem Forschungsprojekt unter dem Titel "Energiezelle Feldbach" betraut.

Vorsorge für den Totalausfall

"Was wäre wenn?" Auf diese Frage will das Expertenteam unter der Projektleitung von Karl Puchas von der Lokalen Energieagentur in Auersbach nach Abschluss der Forschungsarbeiten in zwei Jahren Antworten geben. Vier Ziele habe man sich gesetzt, so Gemeinderat und Sicherheitsbeauftragter Josef Gsöls. Priorität habe die Ausarbeitung eines Konzepts, wie man im Fall des Falles die kommunale Infrastruktur aufrechterhalten kann. Freilich gelte es auch, die Einsatzkräfte zur Vorsorge zu bewegen, damit sie in der Lage seien, das Notwendigste für die Sicherheit und Versorgung zu tun. "Hilfe zur Selbsthilfe" ist das Motto der bewusstseinsbildenden Maßnahmen in der Bevölkerung. Und die Unternehmer? Sie will Gsöls für resiliente Lösungen gewinnen.
Mit dem Projekt ist Feldbach Vorreiter für Gemeinden und Städte in ganz Österreich. Aber nicht die Forschung allein ist wichtig. In Modellversuchen soll der Ernstfall durchgespielt werden. Dafür brauche es dann Freiwillige aus der Bevölkerung. Ferner will der regionale Stromversorger e-Lugitsch in Gniebing einen Netzausfall simulieren.

Die gute Nachricht

Europa und Österreich sehen sich also mit einem steigenden Risiko eines Blackouts – ausgelöst durch Überlastung, Terrorangriffe, Cyberattacken oder ein Extremwetterereignis – konfrontiert. Nach 12 bis 24 Stunden sollte der Strom wieder da sein. Das größere Problem sei der Ausfall der Telekommunikation. Ein paar Tage dürfte es dauern, bis das System wieder hochgefahren werden könne. In der Phase würde etwa die Logistik, sprich der Warenverkehr, nicht funktionieren, was wiederum die Versorgung mit Lebensmitteln oder auch Medikamenten unterbreche, so Herbert Saurugg aus Wien. Er ist Europas Experte schlechthin und beschäftigt sich seit sechs Jahren mit dem Szenario des Totalausfalls. Die gute Nachricht: Saurugg ist in Feldbachs Projektteam.

Projektpartner
Stadt Feldbach, LEA, e-Lugitsch, 4ward Energy Research, Landesregierung, Herbert Saurugg, Internationales Forschungszentrum (IFZ); Kiras ist das österreichische Förderprogramm für Sicherheitsforschung; Griechisch: kirkos (Kreis), asphaleia (Sicherheit)

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