Erdbeben in der Steiermark
Auch die Südoststeiermark spürte die Erschütterungen
- Bereits im 17 Jhd. erschütterten erdbeben auch die Südost-Steiermark.
- Foto: Fotomontage: W. Preitler
- hochgeladen von Werner Preitler
Beben am Semmering bis in die Südoststeiermark wahrnehmbar
In der Nacht auf Freitag erschütterte ein Erdbeben der Magnitude 4,4 das Grenzgebiet zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Das Epizentrum lag am Semmering, rund 15 Kilometer östlich von Mürzzuschlag, in einer Herdtiefe von nur vier Kilometern. Aufgrund der geringen Tiefe war das Beben besonders deutlich zu spüren – nicht nur in der Obersteiermark, sondern auch in der Südoststeiermark und vereinzelt sogar in Wien.
Mehr als 800 Wahrnehmungsmeldungen gingen bei der GeoSphere Austria ein. Im Epizentralgebiet wurden kleinere Schäden wie Risse im Verputz gemeldet, außerdem kam es zu einem Steinschlag auf einer Straße im Bezirk Neunkirchen. Bereits wenige Stunden später wurde ein erstes Nachbeben der Magnitude 2,1 registriert. Nach Einschätzung der Seismologen sind weitere Nachbeben in den kommenden ein bis zwei Wochen durchaus zu erwarten.
Warum bebt die Erde dort so häufig?
Das Semmering-Wechsel-Gebiet zählt zu den erdbebengefährdetsten Regionen Österreichs. Laut Seismologe Anton Vogelmann von der GeoSphere Austria treten dort regelmäßig Erdbeben auf. Dass das aktuelle Ereignis besonders deutlich wahrgenommen wurde, liegt an seiner geringen Herdtiefe von nur vier Kilometern. Während Erdbeben in Österreich meist in acht bis zehn Kilometern Tiefe entstehen, lag dieses deutlich näher an der Oberfläche. Dadurch wurden Erschütterungen, Grollen und teilweise sogar knallartige Geräusche wahrgenommen.
Auch die Südoststeiermark ist nicht frei von Erdbeben
Obwohl die Südoststeiermark nicht zu den österreichischen Hochrisikogebieten zählt, ist sie geologisch keineswegs ruhig. Kleinere Erdbeben werden regelmäßig registriert und gelegentlich auch von der Bevölkerung gespürt. Das gestrige Ereignis zeigt, dass selbst Erdbeben mit einem weiter entfernten Epizentrum in der gesamten Steiermark wahrnehmbar sein können.
Erdbeben begleiten die Südost-Steiermark seit Jahrhunderten
Historische Chroniken belegen, dass Erdbeben in der Südost-Steiermark bereits seit dem 17. Jahrhundert dokumentiert werden. Schon damals berichteten Zeitzeugen und Zeitungen von starken Erschütterungen, eingestürzten Kaminen und Rissen in Gebäuden. Auch ohne moderne Messinstrumente wurden diese Ereignisse sorgfältig festgehalten und zeigen, dass Erdbeben seit Jahrhunderten Teil der Naturgeschichte des Landes sind.
Spürbare Beben auch in den vergangenen 20 Jahren
In den vergangenen zwei Jahrzehnten kam es in der Steiermark mehrfach zu spürbaren Erdbeben. Besonders das Beben bei Mürzzuschlag im Jahr 2009 mit einer Magnitude von 4,6 verursachte kleinere Gebäudeschäden und war weit über die Region hinaus wahrnehmbar. Auch in den Regionen Leoben, Bruck an der Mur, Kindberg sowie in der Süd- und Südoststeiermark wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Erschütterungen registriert.
Wachsamkeit statt Sorge
Das aktuelle Beben erinnert daran, dass Erdbeben in Österreich keine Ausnahme sind. Größere Schadensereignisse bleiben zwar selten, dennoch zeigt das Ereignis am Semmering, wie weit sich Erschütterungen ausbreiten können. Für die Bevölkerung besteht kein Anlass zur Beunruhigung – wohl aber ein Grund, sich der natürlichen Gefährdung bewusst zu sein und die Hinweise der Fachleute ernst zu nehmen.
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