MeinBezirk "Wir wollens wissen"
"Warum sprichst Du mit Deiner Brille?"
- Die neue Ray-Ban Meta AI-Brille im MeinBezirk-Test "Wir wollens wissen".
- Foto: Paul Armbrusch
- hochgeladen von Georg Herrmann
Wie funktioniert die Smartbrille -in unserem Fall die Ray-Ban Meta AI Brille? Beim MeinBezirk-Test "Wir wollens wissen" haben wir die Brille auf Alltagstauglichkeit getestet. Lustiges Detail, die Smartbrille ist auch Thema im Innsbrucker Gemeinderat.
INNSBRUCK. Brille aufsetzen und in "007"-Manier durch die Stadt spazieren. So einfach ist es natürlich nicht. Bei Pearl-Optik der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße erfolgt die erste kurze Einschulung. Neben der Brille wird auch die Meta AI-App auf dem Handy benötigt. In unserem Fall kommt die Wayfarer 03R3 zum Einsatz. Die Brille kann natürlich mit den nötigen optischen Gläsern ausgestattet werden. Das Brillenetui ist gleichzeitig die Ladestation. Es folgen die ersten "Schritte" mit der Brille. Verschiedenste Tutorials und Videoanleitungen zeigen die vielseitigen Möglichkeiten der Smartbrille. Ein Tipp: Nachfragen bei den Beraterinnen und Beratern von Pearl-Optik ist manchmal hilfreich. Größte Hemmschwelle: die Sprachbefehle für die Brille in der Öffentlichkeit. "Die Worte" Hy Meta", die für die Aktivierung der Brille nötig sind, sorgen für den einen oder anderen kritischen Blick.
Wie bei allen technischen Geräten folgt das "Zueinanderfinden". Positiv, Musikhören oder Kommunizieren sind mit der Brille besonders im alltäglichen Verkehr sicher. Ob Radfahrer oder Autofahrer, die Umgebungsgeräusche sind weiterhin zu hören. Andererseits ist ein zu großer Umgebungslärm, wie bei einer Baustelle, bei Sprachbefehlen erwartungsgemäß störend. Ob Musikhören, Telefonieren, Routenerklärung, die Brille ist neben der Freisprecheinrichtung im Auto für die Sicherheit im Verkehr für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eher positiv zu betrachten. Bei maximaler Lautstärke könnten Personen in der direkten Umgebung mithören.
- Ein Foto der RayBean Meta AI Brille aus Neapel.
- Foto: Herrmann
- hochgeladen von Georg Herrmann
Der Akku
Geladen wird die Brille über eine Ladestation im Brillenetui, das Ladekabel (USB-C) ist nicht enthalten. Bei der Aktivierung der Brille (dem Aufsetzen) wird der aktuelle Batteriestand durchgesagt. Bei intensiver Nutzung der Brille, wie zum Beispiel einem Stadtrundgang, muss eine Ladezeit berücksichtigt werden.
Foto und Video
Die Ray-Ban Meta Smart Glasses speichern Ihre Fotos und Videos zunächst lokal im internen Speicher der Brille. Anschließend werden die Aufnahmen in die Meta AI App übertragen und direkt in der lokalen Foto-App Ihres Smartphones gespeichert. Standardmäßig werden Videos mit einer Länge von bis zu 3 Minuten aufgenommen. Sie können diese maximale Aufnahmedauer in der zugehörigen App auf 15 Sekunden, 30 Sekunden, 1 Minute oder 3 Minuten anpassen. Längere Aufnahmen sind nur über Live-Stream auf Plattformen möglich. Für schnelle Fotos oder Videos ist die Brillenkamera durchaus geeignet. Ob per Knopfdruck oder per Sprachbefehl, können bestimmte Momente eingefangen werden. Mit zahlreichen Features in der Meta-AI-App lassen sich viele "Spielereien" umsetzen. Ein Beispiel
Foto von Kara
- Das Foto von Kara
- Foto: Herrmann
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Mit Meta-AI-App erstelltes Kurzvideo mit dem Foto von Kara
Für einen reinen "Spaßfotografen" wie mich ist die Qualität ausreichend, Fotofreunde werden wohl eher auf ihre bewährten Möglichkeiten zurückgreifen.
Warum redest Du mit Deiner Brille?
Es scheint zwar noch ungewöhnlich, aber bei einer KI-Brille soll man auch Fragen stellen. Die Antworten fallen unterschiedlich aus und richten sich an der "Qualität" der Frage - "je genauer, umso besser". Detailliert gibt die Brille Auskunft über die Distanz zwischen Innsbruck (ohne den Standort anzugeben) nach Neapel (961 Kilometer). Die erste Frage nach einer Beschreibung eines historischen Gebäudes auf einem Foto, endet mit dem dezenten Hinweis: "Auf diesem Foto ist kein historisches Gebäude zu sehen, sondern ein Schreibtisch mit einem Laptop und einigen Büchern." - was ja eigentlich stimmt. Die präzise Frage wurde dann auch beantwortet. Bei einer anderen Frage lautet die Antwort: "Bei Anfragen zur Identifizierung von Personen und Bewertung ihres Aussehens kann ich dir nicht weiterhelfen." Sobald die Hemmschwelle einmal besiegt ist, kann die KI hilfreich, aber auch unterhaltsam sein. Bei etwas emotionaleren Sprachbefehlen regiert die Brille deeskalierend: "Oky, okay, ich habs kapiert." Die Kommunikationen sind im Chat der Meta-AI-App archiviert.
- Im Hafen von Neapel lag die Odyssey of the Sea vor Anker, die Auskunft der KI dazu: "Die Odyssey of the Seas ist ein Kreuzfahrtschiff der Quantum-Ultra-Klasse von Royal Caribbean International. Sie wurde 2021 in Dienst gestellt und ist 347 Meter lang. Das Schiff bietet Platz für bis zu 5.510 Passagiere und 1.663 Besatzungsmitglieder. Zu den Attraktionen gehören ein Surfsimulator, eine Kletterwand und ein Fallschirmsprungsimulator. Sie fährt hauptsächlich in der Karibik."
- Foto: Herrmann
- hochgeladen von Georg Herrmann
Rechtliche Situation und der Gemeinderat
In Österreich regelt das Recht am eigenen Bild (§ 78 Urheberrechtsgesetz) sowie die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) den Einsatz von datenerfassenden oder filmenden KI-Brillen. Smarte Brillen mit Kamera müssen ein optisches Signal (meist ein weißes Licht) abgeben, solange sie aufnehmen. Bei einem Überkleben der Kamera sind keine Aufnahmen möglich. Im Innsbrucker Gemeinderat führte die Smartbrille des Bürgermeisters Johannes Anzengruber zu einer intensiven Diskussion.
Johannes Anzengruber stellt dazu fest: "Die Brille wird von mir in erster Linie zur Entlastung und Schonung der Augen getragen. Darüber hinaus kann ich damit telefonieren und mir eingehende Nachrichten vorlesen lassen. Bei Gesprächen, Besprechungen und Bürgerkontakten werden damit weder Fotos noch Videos aufgenommen. Eine Aufnahme müsste bewusst gestartet werden und wäre durch ein sichtbares Lichtsignal für alle Anwesenden erkennbar. Smartphones, Tablets, Laptops oder Smartwatches verfügen ebenfalls über Kameras und Mikrofone. Trotzdem wird niemand automatisch verdächtigt, heimlich aufzuzeichnen, nur weil er ein solches Gerät bei sich trägt." Der Innsbrucker Bürgermeister weiter: "Wer bereits das Tragen eines solchen Geräts grundsätzlich problematisiert, stellt letztlich die Frage, ob Politikerinnen und Politiker bestimmte technische Entwicklungen überhaupt nutzen dürfen. Das halte ich für den falschen Ansatz. Auch Smartphones, Laptops und andere moderne Geräte verfügen über zahlreiche Funktionen. Entscheidend ist nicht, was ein Gerät theoretisch kann, sondern wie verantwortungsvoll damit umgegangen wird. Datenschutz ist mir wichtig und wird von mir sehr ernst genommen. Eine sachliche Datenschutzdebatte sollte sich jedoch an der tatsächlichen Nutzung und an konkreten Vorgängen orientieren – nicht allein an den theoretischen Möglichkeiten eines Geräts." Die Diskussion rund um die Smart-Brille, ihre Gefahren und Chancen wird wohl weitergehen.
- Bürgermeister Johannes Anzengruber verwendet eine Smart-Brille
- Foto: Anzengruber
- hochgeladen von Georg Herrmann
Fazit
Die Ray-Ban Meta AI ist ein interessantes Produkt. In vielen Dingen hilfreich, vor allem im Bereich der Verkehrssicherheit, in anderen Bereichen unterhaltsam. Das Misstrauen der Mitbürgerinnen und Mitbürger gegenüber dieser technischen Neuerung macht das Tragen der Brille nicht leichter. Die Smartbrille ist durchaus ein nutzbares Tool, ein Leben ohne Brille ist aber auch weiterhin möglich. Experten erwarten, dass Smartglasses mittelfristig vor allem im Bereich Unterhaltung, Kommunikation, Übersetzung, Navigation und kontextbezogener KI-Assistenz stärker nachgefragt werden, während Datenschutz, Energieverbrauch und Preisgestaltung entscheidende Faktoren für den breiten Marktdurchbruch bleiben (Reuters, Oktober 2025). Und der rechtliche Aspekt? Eine Erweiterung der App, die eine Aktivierung erst nach einem rechtlichen Grundkurs ermöglicht, wäre technisch wohl umsetzbar.
Kommentar: "Rund 10 Millionen Handys, großteils mit Kamera) sind in Österreich im Umlauf. Fast alle Pkw in Österreich können auf Apple Carplay zurückgreifen. ist Apple CarPlay in den meisten modernen Fahrzeugen (ab ca. Baujahr 2015) verfügbar. Es ermöglicht die sichere Spiegelung von iPhone-Apps wie Apple Karten, Spotify oder WhatsApp auf das Borddisplay. Smart-Home-Möglichkeiten zählen immer mehr zum Alltag. Die technische Entwicklung ist spannend und birgt auch Gefahren. Weniger wegen der technischen Möglichkeiten, vielmehr durch die "kriminelle Energie" einiger Nutzer. Eine konstruktive, transparente Diskussion über Nutzung, Möglichkeiten und Gefahren der technischen Entwicklung ist wichtig. Polemik und das Allheilmittel des Verbietens werden eher nicht zum gewünschten Ziel eines verantwortlichen Umgangs mit der Technik führen." (Georg Herrmann)
- Im ersten Stock des Pearle Fachgeschäfts in der Maria-Theresien-Straße gibt es alles rund um das Thema Optik.
- Foto: Paul Armbrusch
- hochgeladen von Georg Herrmann
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