Das "öde Schloss"
Burgruine Klingenstein

Blick von der Gaberlstraße auf die Ruine
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  • Blick von der Gaberlstraße auf die Ruine
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Die Ruine der Höhenburg Klingenstein

befindet sich in fast 1000 Meter Seehöhe auf einem von der Stubalpe nach Osten hin abzweigenden Bergrücken, der in einem nach Norden, Osten und Süden hin zum Sallabach und einem seiner Quellbäche steil abfallenden Felsplateau endet. Die Burg ist über einen Bergrücken im Westen mit dem Hinterland verbunden, der jedoch das Burgareal überhöht und deshalb durch einen Graben sowie durch mindestens drei Wehrtürme gesichert wurde. Bemerkenswert ist der starke Dreieckturm, der ehemalige Bergfried, der seine Spitze der Angriffsseite zuwendet.

Die einst Salla genannte

kleine Wehranlage wurde in einem Gebiet, das der Kärntner Herzog Heinrich von Eppenstein 1103 dem Stift St. Lambrecht geschenkt hatte, errichtet. Wann die Burg erbaut wurde ist ebenso unbekannt, wie auch ihr Bauherr und ihre frühen Besitzer.

Sie hatte den Übergang über das Gaberl, die sogenannte Reisstraße zu sichern. Diese wurde erst relativ spät, im 14.oder 15. Jahrhundert, angelegt. Daher ist Klingenstein eine für den österreichischen Burgenbau recht späte Anlage. Möglicherweise wurde die Burg um 1400 errichtet. Darauf weist zumindest die Mauertechnik hin. In diesem Fall könnte es sich beim Erbauer um die Grafen von Montfort gehandelt haben.
Die Burg war sehr klein und bot nur einem Ritter mit seiner Familie und seinem Gesinde Platz, daher wird ihr militärischer Wert relativ gering gewesen sein.
Unterhalb der Ruine liegen die beiden im Jahr 1659 erstmals genannten Bauernhöfe Hofbauer und Gregorbauer, bei denen es sich vermutlich um ehemalige Wirtschaftsgebäude der kleinen Feste gehandelt hat.

Apropos Gaberl:

Der Name "Gaberl" für den Sattel, über den die Reisstraße vom Murtal in den VB Voitsberg führt, soll vom Namen eines Hirten stammen der "Gabriel" Klauzer hieß und "Gaberl" gerufen wurde und dem besondere Heilkräfte für Mensch und Tier zugeschrieben wurden.
Die Bezeichnung "Gabel" (von althochdeutsch gabala „Astgabel“) steht für "Weg- oder Tal-Gabelung".

Im 16. Jahrhundert gehörte die Burg jedenfalls der Familie Saurau. Maria Magdalena von Saurau brachte sie in ihre Ehemit Ruprecht von Glojach ein. Ihr Verfall dürfte relativ rasch eingesetzt haben, denn 1629 wird sie bereits als "öde" bezeichnet, was darauf hindeutet, dass sie verlassen war und keine Aufgaben mehr zu erfüllen hatte. Im Zuge der Gegenreformation mussten die protestantisch gesinnten Glojacher auswandern und ihre Besitzungen verkaufen.
Neuer Eigentümer des öde Gschloß im Khanachthal in der pfar Salath wurde die Familie Herberstein.

Das „öde Schloss“

gelangte 1650 an Leonore Eusebia Gräfin Wagensperg, die den Besitz ihrer Herrschaft Greißenegg anschloss.
Archäologische Grabungen lassen vermuten, dass ein schwerer Brand Grund für die endgültige Zerstörung der Burg war.
Der Name „Klingenstein“ scheint erst seit 1834 auf, der sich vermutlich wegen der klingenden Marmorsteine von den Marmorsteinbrüchen in der näheren Umgebung ableitet, aus dem die Burg außergewöhnlicherweise gebaut worden ist.

Die Ruine kann jederzeit besichtigt werden

obwohl sie sich heute in Privatbesitz befindet.
Die viele Jahre stark verfallene Anlage wurde in den letzten Jahrzehnten von Altbürgermeister Hubert Stiefmann in mühevoller Handarbeit wieder revitalisiert, sodass sich heute dem Besucher ein eindrucksvolles Bild der ehemaligen Burganlage bietet.

Parken kann man in der Schlosskehre an der Gaberl Straße, den Schotterweg neben der Leitschiene ein kleines Stück runter, dann links halten und nach ca. 5 Minuten Gehzeit kann man die Burgruine Klingenstein bewundern.

Tipp:

Bei der Burgruine Klingenstein gibt's auch ein Gästebuch das sich über eure Einträge freut.

Autor:

Karl-Heinz Müller aus Voitsberg

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