Original Neujahrssinger

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So andächtig und feierlich das Neue Jahr in den meisten Haushalten gefeiert wird, so traditionelle Bräuche gibt es, die zu erhalten sich Andreas P. Tauser als ganz persönliches Anliegen gemacht hat. Im folgenden Interview erzählt er von seinem Start ins Neue Jahr als Original Neujahrssinger, beginnend mit einer Strophe der alten Volksweise: "Wir griaßen den Hausherrn und seine Hausfrau, wir griaßen den Hund und wir griaßen die Sau!"

WOCHE:
Herr Tauser, Sie waren nun von 2013 auf 2014 zum elften Mal als Neujahrssinger unterwegs. Hat dieses Spielen für Sie heute immer noch den selben Reiz wie am Anfang?

Tauser:
Absolut! Für mich könnte es keinen schöneren Jahresbeginn geben.

WOCHE:
Wie wird dieser Brauch von der Bevölkerung aufgenommen?

Tauser:
Mit offenen Herzen, um es so auszudrücken. In sehr vielen Häusern wartet man schon auf die „Neujahrsgeiger“. In all den vielen Jahren ist es mir und meinen Kollegen nur selten passiert, dass irgendwo jemand die Haustür absichtlich nicht aufgemacht oder sich gar negativ über diesen Brauch geäußert hat.  

WOCHE:
Sie sehen also in recht kurzer Zeit sehr viele Menschen in ihrem privaten Umfeld.

Tauser:
Ja, zumindest in ihrem Vorraum. Obwohl - in nicht wenigen Häusern werden wir zum Singen in die Stube gebeten. Und besonders schön ist es, wenn dann gleich mehrere Generationen um einen Tisch sitzen. Ich kann gar nicht sagen, wie viele Leute, aber auch Türklingeln, Briefkästen, Gartentore oder Hofhunde wir in diesen ganzen Jahren gesehen haben.

WOCHE:
Welche Lieder singen Sie und in welcher musikalischen Besetzung?

Tauser:
Unser Stammlied ist eine Weise aus dem 18. Jahrhundert. Musikalische Basis sind Gitarre und zwei Singstimmen. Viele Jahre war ich gemeinsam mit Hendrik Tretter unterwegs, der dann entweder Teufelsgeige, Waschbrett oder Trommel spielte. Die beiden letzten Male war nun immer öfter meine Frau Anna mit dabei. Große Unterstützung bekommen wir natürlich von unseren Kindern: früher von meiner Tochter, heute von unseren Kleinen Luis und Rosalie.

WOCHE:
Wie wichtig ist beim Neujahrsingen die finanzielle Komponente?

Tauser:
Sicherlich nicht ganz unwichtig. Aber weil ich ja unter dem Jahr als Musiker arbeite, gebe ich diese Spenden freilich auf meinem jährlichen Steuerbescheid an. Und da lüge ich nicht einmal.

WOCHE:
Ist dieser Verdienst der eigentliche Antrieb?

Tauser:
Überhaupt nicht! Es gibt zahlreiche Gegenden und Häuser, für die ich jedes Jahr singen würde, auch, wenn wir keinen Cent dafür bekämen. Brauchtum und Leidenschaft stehen hier absolut im Vordergrund.
Mein Vater war früher als Neujahrssinger unterwegs. Gemeinsam mit meinem Großvater gingen mein Bruder und ich schon mit zehn, zwölf Jahren mit Harmonika und Klarinette von Haus zu Haus. Ich bin also aufgewachsen mit diesem Brauch.

WOCHE:

Sie halten diesen Brauch also am Leben.

Tauser:
Nicht nur ich, es gibt natürlich auch viele andere Neujahrssingergruppen, nicht zuletzt die, die als Abordnungen von Blasmusikkapellen unterwegs sind.
Ich persönlich finde es nur schade, wenn manche Partien hier den finanziellen Aspekt, wie Sie gesagt haben, als einzigen oder wichtigsten Grund für ihr Singen und Spielen haben, wenn hier dann manche Herrschaften während der Feiertage mit Steirerhut und einem einzigen Lied als Neujahrssinger unterwegs sind, die im gesamten restlichen Jahr nichts mit Volksmusik und Brauchtumspflege zu tun haben wollen.

WOCHE:
Sie sind auch unter dem Jahr Volksmusikant?

Tauser:
Genau. Neben Swing, Jazz und Schlager spielen wir mit LIEDSCHATTEN eben hauptsächlich und rund 60 Mal im Jahr Volksweisen, G‘stanzl und Landler. Unsere neue CD mit Volksweisen ist übrigens ab Februar zu haben!

WOCHE:
Herzlichen Dank für das Gespräch und einen schönen Start ins Neue Jahr!

Tauser:
Ebenfalls. Und an dieser Stelle all unseren Neujahrsingerzuhörern einen lieben Gruß!

Autor:

Samira Joy Frauwallner aus Graz

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