Kultur im Bezirk Weiz
Gleisdorf: Kulturarbeit
- Künstler Rudi Klein beim Lokalaugenschein in der Gleisdorfer Bürgergsaae.
- hochgeladen von martin krusche
Kulturpolitik ist etwas anderes als Kulturmanagement. Kulturmanagement ist etwas anderes als Kulturarbeit. Wissens- und Kulturarbeit (Kunstpraxis eingeschlossen) ist ein primärer Bereich, ohne den es die andere Genres nicht geben müßte.
Es bedeutet, viele Menschen verdienen ihr Brot damit, daß sie die Leistungen aus der primären Wissens- und Kulturarbeit sowie der Kunstpraxis bewirtschaften, vermarkten. Dabei erhöhen sie sich gerne, indem sie betonen, daß die primäre Arbeit ohne Nutzen sei, wenn sie nicht vermarktet werde.
Das drückt einen Denkfehler aus. Erstens speist sich eine Kultur grundsätzlich aus der primären Arbeit, egal, ob die vermarktet wird oder nicht. Zweitens macht es für ein Gemeinwesen natürlich essenzielle Unterscheide, ob es zur Produktion von Content, von Werken, dann auch eine adäquate Kulturpolitik und ein leistungsfähiges Kulturmanagement gibt.
Man sollte die Kategorien kennen und unterscheiden können. Diese verschiedenen Belange verhalten sich zueinander wie die Grundlagenforschung und der angewandte Zweig in der Wissenschaft. Wer daraus ein „Henne-Ei-Problem“ macht, demonstriert eigene Inkompetenz. Die zentrale Aufgabe lautet auf der Metaebene nämlich: Kooperation und fruchtbare Wechselwirkung.
Als wir für den „Archipel Gleisdorf“ die „Konvergenzzone“ eingerichtet haben, stand genau das im Fokus: eine mögliche kulturelle Kooperation von privater und öffentlicher Hand. Dazu das Thementriptychon Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft.
Das heißt, wir arbeiten quer durch diese Metiers inhaltlich zusammen, um Themen zu erschließen, dabei eigene Kompetenzlevel anzuheben und einem großen Themenbogen schrittweise gerecht zu werden: Die Steiermark, die Welt und wir.
In unserem Fall unter anderem mit Teammitglied Monika Lafer, die – wie auch Brottrager – einen Universitätsabschluß hat, folglich in Theorie und Praxis der Kunst zuhause und aktiv ist. Wie erwähnt, es geht uns um Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft.
Denn so verhält es sich ja seit wenigstens zweihundert Jahren mit dem Lauf der Dinge. Tellerränder und Dorfgrenzen sind in eine spezielle Bedeutungslosigkeit verrutscht. Unsere Horizonte müssen über eine Region hinausreichen.
Was bedeutet das in der Kulturarbeit? Erst einmal: gelingende Kooperation, die auf tauglicher Kommunikation beruht. Und dann eben auch gemeinsame Schritte nach außen, wie eben im Gleisdorfer „Zeit.Raum“, in der „Konvergenzzone“. Aktuell mit einer konzeptuellen Arbeit von Stefanie Brottrager, Das ist die „Episode XLI: Alles andere ist eine Ausrede“.
+) Konvergenzzone (Zeit.Raum Gleisdorf)
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