Virtuelle Eröffnung am 27.11.
"Bisy" aus Hofstätten forscht für die Corona-Impfung

Das bisy-Team freut sich auf eine
Eröffnungsfeier im Sommer 2021!
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  • Das bisy-Team freut sich auf eine
    Eröffnungsfeier im Sommer 2021!
  • Foto: bisy
  • hochgeladen von Ulrich Gutmann

Von umweltfreundlichen Futtermitteln bis hin zur Produktion eines Hüllenproteins für die Corona-Impfung – das 2014 gegründete Bio-High-Tech Unternehmen "bisy" hat nun ihren neuen Standort in Hofstätten an der Raab bezogen.

"bisy" ist spezialisiert auf die Herstellung von Eiweiß durch Hefe und gehört mit dieser Methode zu den Top 3 der Welt. Die WOCHE bat Firmengründer und Geschäftsführer Anton Glieder zum Interview.

WOCHE: Wie würden Sie die Arbeit ihrer Firma beschreiben?
ANTON GLIEDER: Wir sind molekulare Werkzeugmacher. Unsere Werkzeuge unterstützen Firmen bei einer effizienten, nachhaltigen Produktion.“ Die Kunden aus Pharma-, Futtermittel- und Chemieindustrie sowie aus der Medizin finden sich weltweit – von Australien bis in die USA. Das wichtigste Mittel für uns ist Hefe – wir ernten allerdings nicht Alkohol sondern Proteine. Diese werden im Labor weiterentwickelt und schließlich an den Kunden versandt. Derzeit konkretisiert das 10-köpfige Team Anwendungen des neu entwickelten SARS-CoV-2 Hüllenproteins für die Impfstoff-Forschung.
Warum haben Sie sich für Hofstätten an der Raab als Standort entschieden?
Mit der guten Infrastruktur, Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel, kurze Wege für unsere Mitarbeiter, international attraktive Nähe zu Wien und Graz sowie meine Heimatgemeinde gab es viele Gründe. Zusätzlich wollten wir die Region stärken.
Ein Hüllenprotein für die Corona-Impfung klingt interessant – was kann man sich darunter vorstellen?
Das SARS-CoV-2 Hüllprotein ist ein weltweit gefragter, aber schwer herstellbarer Ansatzpunkt für die Impfstoffforschung und für die Entwicklung neuer diagnostischer Tests. Unsere beiden Forscherinnen Claudia Rinnofner und Sarah Gangl haben eine neue effiziente Produktionsmethode zur Produktion des SARS-CoV-2 Hüllenproteins mithilfe der Hefe "Pichia pastoris" entwickelt. Dieses Eiweiß steht nun kostengünstig für die weltweite Erforschung neuer Impfstoffe und Nachweismethoden zu Verfügung. Darüber hinaus können nun möglicherweise neu auftauchende Varianten in wenigen Tagen, statt bisher erst nach monatelanger Forschungsarbeiten bereitgestellt werden. Derzeit konkretisiert das Team mögliche medizinische und diagnostische Anwendungen.
Ein Garten mit Grillen, Schwimmkanal und mehr wartet auf ihre Mitarbeiter für Pausen, klingt nach einer Firma mit Wohlfühlklima – wie kam es zu diesen Einrichtungen in der Firma?
Wir leben von neuen Ideen und die lassen sich nicht planen. Kreativität braucht Freiraum, Freiraum schafft gute Kommunikation die Chance spontane Ideen auch fertig zu denken und umzusetzen. Bei meinem eigenen Forschungsaufenthalt am California Institute of Technology kamen mir die besten Ideen im Park vor dem Labor. Mit meinen Kindern habe ich Google, Apple, Microsoft und andere Firmen in Kalifornien besucht und das Echo war klar: "Papa hier wollen wir arbeiten.“ Und in den Jahren danach: " Wann fahren wir wieder dorthin?“ So entstand mein Ziel, dass wir so eine Atmosphäre für Top-Leistungen und Freude an der Arbeit auch in unserer Region schaffen können.

Mit einem Eltern-Kind-Arbeitsplatz legen sie auch auf Familie hohen Wert – wie kann man sich diesen Arbeitsplatz vorstellen?
Ich sehe das immer so ähnlich wie eine Küche in einem alten Bauernhaus. Dort trifft sich alles, wird gearbeitet, die Kinder spielen, machen ihre Hausaufgaben, jeder findet dort seinen Platz. Dieser Arbeitsplatz befindet sich in unserem Multifunktionsraum – d. h. wir haben dort eine große Spielecke, einen kleinen Kinderschreibtisch und einen top-ausgestatteten Arbeitsplatz für die Eltern. Dadurch ist es möglich, einige Stunden auch mit Kind zu arbeiten, ohne ständig das Gefühl zu haben, dass mein Kind die Kolleginnen stören könnte und gleichzeitig nicht auf die direkte Kommunikation mit den Kolleginnen und Kollegen und die gesamte Firmeninfrastruktur verzichten zu müssen. Im Falle längerer wichtiger Besprechungen und Treffen mit Kunden haben wir auch eine eigene flexible Kinderbetreuung in der Firma.

Virtuelle Eröffnung am 27. November!
Im Rahmen der europäischen Nacht der Forschung am Freitag, 27. November 2020, gibt bisy gemeinsam mit dem Austrian Centre of Industrial Biotechnology (ACIB) mittels Live-Stream einen Einblick in die Welt der Biochemie. Sie spazieren durch die Labore und erfahren mehr über die bisy- Forschung sowie die innovativen, nachhaltigen Projekte für Umwelt und Medizin.
bisy Live-Einstiege aus Gleisdorf gibt es um 11:45 bis 12 Uhr & um 17:30 bis 18:00 Uhr.
Mehr dazu unter www.bisy.at oder https://www.lifeisscience.at/
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert.

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