Covid-19
Wiener Maßnahmen gegen Ausbreitung des Coronavirus

Auch in Wien gibt es umfangreiche Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus.
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Gegen die Ausbreitung des Covid-19-Virus setzt die Stadtregierung umfangreiche Maßnahmen, die das öffentliche Leben betreffen.

WIEN. Bürgermeister Michael Ludwig, Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (beide SPÖ) und Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) erklärten zu Mittag in einer Pressekonferenz, welche weiteren Maßnahmen es in Wien wegen des Coronavirus geben wird.

"Das Gesundheitsministerium hat bis 3. April einen Erlass nach dem Epidemiegesetz verfügt, der vom Wiener Gesundheitsamt (MA 15) umgesetzt wird", so Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Dabei geht es darum, Zusammenkünfte vieler Menschen für einige Zeit zu verhindern.

Maximal 100 Leute in einem Raum

So ist es ab sofort untersagt, dass sich mehr als 100 Menschen in einem geschlossenen Raum aufhalten. Das gilt etwa auch für Restaurants. "Wir werden aber nicht das Marktamt zum Gästezählen in die Wirtshäuser schicken", so Hacker. Der Erlass soll also mit Augenmaß umgesetzt werden.

Im Freien dürfen sich bis 500 Personen gemeinsam an einem Ort befinden. Massenveranstaltungen, etwa der Vienna City Marathon oder Großkonzerte, wurden bereits abgesagt.

Peter Hacker und Birgit Hebein informierten über die Maßnahmen, die bis 3. April dauern werden.
  • Peter Hacker und Birgit Hebein informierten über die Maßnahmen, die bis 3. April dauern werden.
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Schulen bleiben offen

Universitäten werden ab Montag, 16. März, gesperrt, die Studenten sollen einstweilen auf Online-Vorlesungen ausweichen. Schulen und Kindergärten bleiben weiterhin geöffnet: "Aus dem Grund, weil Kinder betreut werden müssen und die Organisation einer Kinderbetreuung hunderttausender Kinder in so kurzer Zeit nicht möglich wäre", so Hacker. Es wird aber keine Schulveranstaltungen oder Ausflüge mit mehr als 100 teilnehmenden Kindern geben.

Auf die bz-Frage, ob man weiterhin Kinder ins Freie führen solle oder etwa Schulfreunde nach Hause einladen könne, erklärte Hacker, dass man weiterhin etwa mit Kindern an die frische Luft gehen solle. Es gehe aber um "Kleinteiligkeit, statt um große Gruppen." Das soziale Leben solle verkleinert und reduziert, aber nicht abgeschafft werden. Was man allerdings nicht tun sollte, sei etwa mehrere Kinder von älteren Menschen beaufsichtigen zu lassen, weil Ältere eine Risikogruppe seien.

Der öffentliche Verkehr, Lebensmittelhandel, Apotheken, Spitäler und Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindergärten sowie alle Jugendzentren bleiben in ganz Wien weiterhin ganz normal in Betrieb bzw. geöffnet. Überall dort wird es aber bis 3. April keine Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen in einem Raum geben. Die Polizei, Feuerwehr und Wiener Berufsrettung bleiben auch ganz normal einsatzbereit.

Museen zu, Bäder offen

Gesperrt werden alle Museen, nicht nur die Bundesmuseen. Nicht geben wird es auch Flohmärkte und dergleichen. Geöffnet bleiben die Wiener Bäder. Bei allen Bediensteten der Stadt Wien wird es keine Urlaubssperren geben, so Ludwig.

Behördenwege sollten in der nächsten Zeit nach Möglichkeit auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder elektronisch per Internet durchgeführt werden. Alle in Wien aktuell gesetzten Maßnahmen bleiben aktuell bis 3. April in Kraft.

Krisenstäbe eingerichtet

Ein medizinischer Krisenstab, den die MA 15 koordiniert, wird in Wien eingerichtet. Zusätzlich kommt ein Einsatzstab der Berufsrettung zum Einsatz, der sich um Logistik etwa von Medikamenten und Schutzausrüstung, Masken u.ä., kümmert.

Die Ausbreitung des Covid-19-Virus soll verhindert werden.
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Ziel: Ausbreitung des Virus bremsen

Warum all diese Maßnahmen? "Um die Ansteckung von Menschen untereinander und damit die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen", so Hacker. Hauptfokus sei dabei das Aufrechterhalten der Einsatzfähigkeit der Wiener Spitäler und damit unseres Gesundheitssystems, erklärte der Gesundheitsstadtrat. Hintergrund: In Italien sind wegen der Coronavirus-Krise viele Spitäler bereits nicht mehr aufnahmefähig für Patienten mit anderen Erkrankungen. Das soll in Wien verhindert werden.

"Aktuell gibt es 400 Personen in Wien, die vom Coronavirus betroffen sind: Darunter Personen, die gerade getestet werden, aber auch Personen, die mit Infizierten zu tun hatten", so Hacker. "Rund 50 Personen sind dabei - mit leichten Symptomen - tatsächlich erkrankt und werden Zuhause behandelt." Betreut werden die Patienten dabei vom Ärztefunkdienst in Heimquarantäne. Das ist notwendig, um die Ausbreitung des Coronavirus beim Verlassen der Wohnung zu verhindern.

Wien hat mit dem gut ausgebauten Behandlungssystem in der Wohnung der Patienten einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Großstädten, was das Bremsen der Ausbreitung des Coronavirus betrifft. Denn jeder Aufenthalt Infizierter Menschen unter anderen Personen birgt das Risiko der Ansteckung.

"Wien ist eine Stadt, in der der soziale Zusammenhalt eine große Rolle spielt", so Bürgermeister Ludwig. "In dieser Situation ist das besonders wichtig und sollte noch mehr gepflegt werden, als sonst. Bitte klopfen Sie ruhig einmal öfter etwa bei den Nachbarn an, ob eh alles in Ordnung ist und ob man etwa Einkäufe erledigen könne." Dabei solle man aber die empfohlenen Sicherheitsregeln einhalten: Also auf einen Meter Abstand zu erkrankten Menschen und verstärkt auf Hygiene, etwa beim Niesen und Händewaschen, achten.

Krank? 1450 anrufen!

Der Gesundheitsstadtrat verweist auf die Coronavirus-Hotline 1450, die jeder anrufen soll, der in irgendeiner Form vom Coronavirus betroffen ist. Laut Hacker wird 1450 von der Bevölkerung sehr gut angenommen, rund 5.000 Menschen rufen dort täglich an - dabei allerdings auch viele Leute, die nicht unmittelbar vom Virus betroffen sind, sondern besorgt sind und Fragen haben.

Um die Überlastung der Hotline zu verhindern, wurde deshalb auch die Info-Rufnummer 0800 555 621 eingerichtet, bei der alle Fragen rund um das Virus beantwortet werden können, aber keine medizinischen Auskünfte erteilt werden können.

Autor:

Mathias Kautzky aus Hietzing

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