"Wiener Spitalskonzept 2040"
Ärztekammer will mehr Fokus auf Patienten und Personal
- Eduardo Maldonado-González (re., Vizepräsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte) erklärt, dass das Spitalskonzept 2040 eine Modernisierung der Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten in Wien effizienter macht.
- Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
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Damit auch die Spitalslandschaft im 21. Jahrhundert ankommt, hat die Ärztekammer für Wien die vergangenen Monate an dem "Wiener Spitalskonzept 2040" gearbeitet. Dadurch soll die Tagesmedizin ausgebaut und neue Spitalsinfrastrukturen geschaffen werden.
WIEN. Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien präsentierte am Dienstagvormittag das "Wiener Spitalskonzept 2040". Unter dem Titel "Reformvorschläge und Lösungsansätze für eine zeitgemäße Spitalslandschaft" will man internationalen Beispielen folgen.
Das Konzept ist nicht zu verwechseln mit dem der Stadt Wien, bei dem der Wiener Gesundheitsverbunde dessen Kliniken bis zum Jahr 2040 komplett modernisiert. Das Konzept der Kammer für Ärztinnen und Ärzte fokussiert sich auf den Ausbau der Tagesmedizin, wodurch Strukturen entlastet werden und man patientenfreundlicher agieren kann. Außerdem konzentriert sich das Konzept stark auf das Personal.
Bei der Ausarbeitung war man im Gespräch mit der Gesundheitshotline 1450, der Berufsrettung, Patientenanwalt, Gewerkschaft und weiteren wichtigen Akteurinnen und Akteure. Das Konzept wurde für 2040 anberaumt, damit man Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und Politikerinnen und Politiker genau über alles informieren und gegebenenfalls Fragen beantworten und das Konzept überarbeiten kann.
Bettensituation
Bis 2040 sollen die insgesamt sechs erarbeiteten Punkte im Spitalskonzept greifen. Diese sind jedoch nicht in Stein gemeißelt und werden bei Bedarf adaptiert. Allen voran will man Patienten schonend behandeln und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so lange wie möglich halten. Der erste Schritt zur Wiener Medizin 2040 sei die Tagesmedizin, betont die ÄKW.
- "Dadurch, dass durch die Tagesmedizin effizienzsteigerung im System passiert, ist es so, dass mehr Geld im System verhanden sein wird und dadurch die etwaigen Gehatlsverluste ausgeglichen werden können", erklärt Lisa Leutgeb.
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Etwa durch den Einsatz des Operationsroboters Da Vinci, ist es möglich, dass Patienten einen kürzeren Krankenhausaufenthalt haben, etwa von zehn auf drei Tage. Dies will man weiter forcieren: "Das ist für alle Patientinnen und Patienten etwas Großartiges, weil wer liegt schon gerne im Krankenhaus, wenn er nicht muss", erklärt Eduardo Maldonado-González, Vizepräsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.
Man spricht in diesem Zusammenhang von einem Strukturwandel, bei dem man vom Betten- zum Leistungsdenken übergeht. Demnach sollen künftige Modelle sich an den tatsächlich erbrachten Leistungen orientieren und nicht an der Anzahl der Betten. Damit benötigen tagesmedizinische Plätze eine eigenständige Finanzierungssäule.
Zusätzlich benötige es einen Ausbau von Übergangsbetten in Pflegeheimen, Einrichtungen in der Akutgeriatrie. Dafür ist es aber eine Zusammenarbeit zwischen Spitälern, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegeeinrichtungen essenziell.
Fokus auf Personal
Neben dem Wohlbefinden der Patienten geht es den Experten auch um das Personal. Mit einem Karriereplan-Portal für strukturierte Personalentwicklung will man die "besten Köpfe" halten können. Lisa Leutgeb, 1. Stellvertretende Obfrau der Kurie angestellte Ärzte betont, dass Mitarbeitende bessere Weiterbildungsmöglichkeiten bekommen sollen und gleichzeitig ein geregelteres (Privat-)Leben haben. Außerdem soll es keineswegs finanzielle Gehaltseinbußen für das Personal aufgrund der Tagesmedizin geben.
- Für Dieter Kölle (2. Stellvertetender Obmann der Kurie angestellter Ärzte) ist klar: "Im Spital ist eine Entlastung von Bürokratie erforderlich". Deshalb schlägt er vor, dass Lehrberufe die Dokumentation übernehmen.
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Unter dem Punkt "Versorgungsstrukturen weiterentwickeln" geht es darum, das medizinische und pflegerische Personal von organisatorischen und bürokratischen Tätigkeiten zu entlasten, damit sie mehr Zeit für ihre ursprüngliche Arbeit, den ärztlichen und pflegerischen Kernaufgaben, haben.
Zugriff auf Befunde
Im Punkt "Digitale Wiener Medizinische Schule" konzentriert man sich auf eine einheitliche elektronische Patientenakte. Für Maldonado-González geht es darum, dass "Befunde, Diagnosen, Medikationen und Bilddaten dort verfügbar sein, wo die Behandlung stattfindet". Die Spitalsinfrastruktur soll laut den Expertinnen und Experten neu gedacht werden und so Ressourcen dort einsetzen, wo sie den größten Effekt bringen.
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