Ein Feiertag für St. Lorenzen
Neuer Kirchturm feierlich eingeweiht
- Renovierter Kirchturm St. Lorenzen wurde gesegnet
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Ein besonderer zusätzlicher Feiertag wurde am 12. Juli in St. Lorenzen im Mürztal begangen. Pfarrer Herbert Kernstock begrüßte die Pfarrgemeinde zu einem festlichen Gottesdienst im Freien. Anlass der Feier war die Segnung des umfassend sanierten Kirchturms. Innerhalb von nur elf Wochen konnte die Kirchturmsanierung erfolgreich abgeschlossen werden. Pfarrer Kernstock bedankte sich bei allen beteiligten Firmen wie Assigal, Matschy, Pötschinger, Kelemina, Reicht, Almer und Schaunigg sowie bei der diözesanen Bauabteilung für die fachkundige Begleitung des Projekts.
- Pfarrer Herbert Kernstock, Vorsitzende des Wirtschaftsrates Brigitte Kraker, Malermeister Kelemina und Bürgermeister Johann Haberl
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ST. LORENZEN. Ein besonderer Dank galt aber auch den zahlreichen privaten Spenderinnen und Spendern aus den Gemeinden St. Lorenzen, Pogier und Parschlug sowie der Marktgemeinde St. Lorenzen. Ohne ihre finanzielle Unterstützung wäre die Renovierung nicht möglich gewesen. Bei strahlendem Sonnenschein wurde der frisch renovierte Kirchturm im Rahmen einer Heiligen Messe feierlich gesegnet. „Der Kirchturm ragt zum Himmel empor – deshalb ist es wichtig, dass auch er den Segen Gottes erhält“, betonte Pfarrer Kernstock.
- Pfarrer Kernstock mit seinen Ministrantinnen und Ministranten
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Ein Wahrzeichen mit bewegter Geschichte
In seiner Ansprache erinnerte Pfarrer Kernstock an die lange Geschichte des Kirchturms. Der im Jahr 1431 errichtete Turm prägt seit Jahrhunderten das Ortsbild von St. Lorenzen. Ursprünglich wurde er als Wehrturm erbaut, was heute noch an den Schießnischen zu erkennen ist. In einer Zeit der Türkengefahr und wiederkehrender Pestepidemien bot er Schutz für die Bevölkerung. Im Laufe seiner Geschichte wurde der Turm dreimal schwer beschädigt – unter anderem durch einen Mord im Ort, einen Blitzschlag sowie durch einen Brand, der durch die Unachtsamkeit eines Mesners ausgelöst worden sein soll. Dennoch überwiegen die erfreulichen Ereignisse, die sich mit dem Gotteshaus verbinden.
- Gemalte Kirchenuhr mit vergoldeten Zeigern
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Kirchturm steht für Beständigkeit
Ein Kirchturm könne nicht verschoben werden und stehe für Beständigkeit, Treue und Hoffnung. Er lade die Menschen ein, den Blick immer wieder nach oben zu richten. „Vergesst den Herrgott nicht. Dann werden viele Sorgen leichter und manches wird sich fügen“, gab Kernstock den Gläubigen mit auf den Weg. Gedankt wurde auch den Patinnen und Paten der vergoldeten Zeiger und des Ziffernblattes, deren Namen auf einer Ehrentafel festgehalten sind. Die insgesamt vier Ziffernblätter auf allen Seite wurden von einer Restauratorin neu aufgemalt. Dadurch besteht keine Gefahr mehr, dass die frühere Blechtafel herabfallen könnte.
- Brigitte Kraker erhielt Blumen für ihre federführende Arbeit
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Gemütlicher Ausklang
Musikalisch umrahmt wurde die Festmesse von der Bläsergruppe St. Lorenzen. Im Anschluss lud der Pfarrgemeinderat zur Agape ein. Unter den Ehrengästen befanden sich Bürgermeister Johann Haberl, der Vizebürgermeister sowie mehrere ehemalige Bürgermeister der Gemeinde. Pfarrer Herbert Kernstock gratulierte besonders der Vorsitzenden des Wirtschaftsrates, Brigitte Kraker, und würdigte ihren großen Einsatz für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts. Eine fachkundige historische Einordnung lieferte Otto Fraydenegg-Monzello. Er erinnerte daran, dass St. Lorenzen die Urpfarre des Mürztales ist.
Daten und Fakten zum Kirchturm
Im Zuge der Sanierung wurde die Außenfassade des Turms renoviert. Im unteren Bereich befindet sich die Aufbahrungshalle. Die Sonnenuhr, deren Zeiger allerdings fehlen, wurde bereits bei der letzten großen Renovierung im Jahr 1982 wieder freigelegt. Historische Forschungen deuten darauf hin, dass der ursprüngliche Turm aus Holz bestand und zunächst nicht direkt an die Kirche angebaut war.
Nach dem großen Brand im Jahr 1907 erhielt der Turm zunächst wieder ein Keildach, wie es vielen umliegenden Pfarren des Mürztas heute noch zu sehen ist. In der Bevölkerung wurde jedoch so lange für die Wiedererrichtung eines Zwiebeldaches plädiert, bis dieses schließlich verwirklicht wurde. Zwar galt das Keildach als ursprünglicher und kostengünstiger, doch das Zwiebeldach fügt sich bis heute harmonisch in das Erscheinungsbild ein und prägt bis heute das markante Ortsbild von St. Lorenzen.
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Andrea Stelzer
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