Unfälle im Haushalt
Vorsicht beim Frühjahrsputz

Putzmittel, Medikamente, und Kosmetika sollten außerhalb der Reichweite von Kindern sicher verstaut sein.
  • Putzmittel, Medikamente, und Kosmetika sollten außerhalb der Reichweite von Kindern sicher verstaut sein.
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Derzeit verbringen die meisten von uns viel Zeit zuhause, sodass sich das Unfallrisiko noch weiter erhöht, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) mitteilt. Denn bereits unter normalen Bedingungen passieren täglich 845 Haushaltsunfälle in Österreich. Außerdem starten viele in diesen Tagen mit dem Frühjahrsputz. Empfehlenswert ist es daher potenzielle Gefahrenquellen im Haushalt zu beseitigen.

ÖSTERREICH. Aufgrund der Ausgehbeschränkungen verbringen die Menschen mehr Zeit als sonst zu Hause und stoßen dabei auf die Idee, einen großen Frühjahrsputz zu machen – eine Tätigkeit, die mitunter zwar als mühevoll, doch kaum als risikoreich wahrgenommen wird. Dabei verletzen sich rund 22.300 Personen jährlich bei Reinigungsarbeiten so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Laut dem KFV seien die häufigsten Diagnosen Knochenbrüche (57 Prozent), Sehnen- und Muskelverletzungen (14 Prozent) sowie offene Wunden (13 Prozent).

Die meisten Verletzungen im Haushalt (70 Prozent) werden durch Stürze ausgelöst. Gerade ältere Menschen sind dafür anfällig: Etwa 38 Prozent aller tödlichen Seniorenunfälle sind Sturzunfälle. „Unabhängig vom Alter gilt: Verwenden Sie eine sichere Trittleiter mit rutschsicheren Standfüßen und Trittflächen sowie einer Möglichkeit zum Anhalten. Verwenden Sie Einrichtungsgegenstände nicht als Steighilfen und scheuen Sie sich nicht, für herausfordernde Tätigkeiten Hilfe in Anspruch zu nehmen“, erklärt Dr. Ilona Schöppl, Leiterin des Bereichs Haushalts-, Freizeit- und Sportsicherheit im KFV. Auch zweckmäßige Kleidung kann zu mehr Sicherheit beitragen: Flaches Schuhwerk mit rutschfesten Sohlen gibt sicheren Halt und reduziert das Risiko zu stolpern oder auszurutschen.

Physiker Werner Gruber erklärt, wie Leiterstürze entstehen und warum dabei der Schwerpunkt eine so große Rolle spielt.

Gefahren wie Chemikalien und instabile Leiter

Deshalb ist der Frühjahrsputz der ideale Zeitpunkt, mögliche Gefahrenstellen im eigenen Haushalt zu identifizieren und zu beseitigen, bevor diese zu Unfällen oder Verletzungen führen können. Lose Kabel oder rutschende Teppiche sind häufiger Stolperfallen. Bei Haushalten mit Kindern sollte man zudem darauf achten, alle Haushaltschemikalien stets sicher und für den Nachwuchs unerreichbar aufzubewahren, rät die Expertin.

Wer eine Glühbirne austauschen möchte oder höher gelegene Regale erreichen will, sollte immer eine stabile Leiter benutzen, denn Stühle, Tische und anderes Mobiliar sind nicht dazu geeignet.  Kerzen sollte man auf keinen Fall unbeaufsichtigt brennen lassen. Ähnliche Regeln gelten auch beim Herd, wenn er im Betrieb ist. Der KFV empfehlt auch einen Rauchmelder: Dieser kann im Ernstfall zum wahren Lebensretter werden. Vor allem auch im Kinderzimmer! Auch Feuerlöscher und Löschdecken sind hilfreiche Begleiter im Haushalt.

Expertentipps für einen sicheren Frühjahrsputz:
  • Herumliegende Kabel und Gegenstände werden schnell zu kleinen Stolperfallen und sollten deshalb immer aufgeräumt bzw. sicher angebracht werden.
  • Eine sichere Leiter mit rutschsicheren Standfüßen und Trittflächen sollte in keinem Haushalt fehlen. Stühle, Tische oder andere Einrichtungsgegenstände sollten nicht als Steighilfen verwendet werden.
  • Bewahren Sie Haushaltschemikalien stets im Originalbehältnis auf. Die Produkthinweise enthalten wichtige Informationen für den Notfall.
  • Überanstrengung und Hektik erhöhen das Unfallrisiko. Planen Sie daher ausreichend Zeit für den Frühjahrsputz ein und legen Sie regelmäßige Pausen ein.
Autor:

Adrian Langer aus Josefstadt

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